7 Topverse der Bhagavad Gita über Meditation

Sri Sarada Devi

Sri Sarada Devi



Die Bhagavad Gita befasst sich mit verschiedensten Praktiken und Sichtweisen rund um Spiritualität. Vorwiegend werden die drei Yogawege Karma-, Bhakti– und Jnana- Yoga erläutert und mit vielen praktischen Hinweisen alltagsnah vermittelt. Die Meditation ist ein zentrales Thema in allen Yoga Wegen und auch generell im Hinduismus sowie ebenfalls bei den meisten anderen spirituellen Pfaden. An dieser Stelle möchte ich gerne einige wichtige Verse aus der Bhagavad Gita vorstellen die das Mysterium der Meditation beleuchten und diesbezüglich etwas Klarheit und Inspiration bringen.

Meditation: 7 Topverse der Bhagavad Gita

II.66 „Der Unstete kann das Selbst nicht erkennen, und Meditation ist für ihn unmöglich; und wer nicht meditiert, kann keinen Frieden finden, und wie kann es Glück geben für den Menschen, der keinen Frieden hat?“

III.06 „Wer die Handlungsorgane beherrscht und im Geist an die Sinnesobjekte denkt, während er sitzt, und dessen Verstehen getrübt ist, wird ein Heuchler genannt“

IIX.08 „Wenn der Geist sich nicht anderen Dingen zuwendet, wenn er durch die Gewohnheit des Meditierens fest geworden ist und fortwährend meditiert, gelangt man zum höchsten Wesen, dem Strahlenden“

IX.22 „Den Menschen, die nur Mich allein verehren, an nichts anderes denken und immer die Einheit fühlen, gebe Ich mit Sicherheit das, was sie noch nicht haben und bewahre ihnen, was sie bereits besitzen“

XII.02 „Diejenigen, die ihren Geist auf Mich richten und Mich verehren, die immer standhaft sind und höchsten Glauben haben, halte Ich für die Besten im Yoga“

XII.12 „Besser als Üben ist in der Tat Erkenntnis; besser als Erkenntnis ist Meditation; dann der Verzicht auf die Früchte des Handelns: Frieden folgt unmittelbar auf Entsagung“

XVIII.57 „Entsage geistig allen Handlungen in Mir, sieh Mich als dein höchstes Ziel, wende dich dem Yoga der Unterscheidung zu und hefte deinen Geist immer auf Mich“

Kommentare zu den 7 Topversen der Bhagavad Gita zu Meditation

II.66 „Der Unstete kann das Selbst nicht erkennen, und Meditation ist für ihn unmöglich; und wer nicht meditiert, kann keinen Frieden finden, und wie kann es Glück geben für den Menschen, der keinen Frieden hat?“

Zunächst mal ein Vers um die wichtigkeit der Meditation zu unterstreichen. Der menschliche Geist springt gewöhnlicher Weise ständig hin und her, vom Aufwachen bis zu Einschlafen und auch noch darüber hinaus im Schlaf findet der Geist keine Ruhe. Das Eintauchen in die Meditation scheint unmöglich, da so viel Unruhe im Geist vorherrscht und die Ausrichtung auf das Objekt der Meditation kaum gelingt. Es benötigt viel Zeit und praxis um langsam etwas Abstand zu den eigenen gedanken zu gewinnen und sie dadurch etwas ruhiger werden zu lassen. Die Wissenschaft hat festgestellt, dass Meditierende eine höhere Lebensqualität haben, sie sind Entspannter, Gesünder, Glücklicher, Konzentrierter und Leistungsbereiter. Nur 20 minuten täglicher Praxis der Meditation hilft einem bereits nach ein paar Tagen merklich gelassener und in sich ruhender zu werden.

III.06 „Wer die Handlungsorgane beherrscht und im Geist an die Sinnesobjekte denkt, während er sitzt, und dessen Verstehen getrübt ist, wird ein Heuchler genannt“

es geht also nicht nur darum aufrecht und still zu sitzen, sondern tatsächlich auch im inneren die Wünsche und Sinnesbewegungen loszulassen. Obwohl man sagen muss, dass das Beherrschen der Handlungsorgane also das still sitzen an sich schon Vorteile hat, nämlich zB das man in eine gewisse Entspannung kommt, aber man fällt eben erst richtig in Meditation wenn man nichtmehr den Impulsen der Sinnesorgane folgt. Es geht in der Meditation darum den Geist zu klären und sowohl die Unruhe als auch die Trägheit zu überwinden, und das schafft man indem man lernt alle Erfahrungen die im Bewusstsein auftauchen mit etwas innerem Abstand zu beobachten.

IIX.08 „Wenn der Geist sich nicht anderen Dingen zuwendet, wenn er durch die Gewohnheit des Meditierens fest geworden ist und fortwährend meditiert, gelangt man zum höchsten Wesen, dem Strahlenden“

Im Laufe der Zeit werden die Gedanken immer ruhiger und der Geist kann sich immer besser auf eine Sache konzentrieren. Der Geist ist unglaublich kreativ darin den Meditierenden davon abzuhalten sich auf die Meditation auszurichten, tatsächlich kommen einem die besten Ideen und Lösungsansätze während der Meditation. Um die Meditationspraxis zu unterstützen ist es gut auch im Alltag immer wieder Achtsamkeit und Konzentration zu üben und so die gedanken bzw. Ausrichtung des Geistes mehr und mehr zu sammeln. Man entdeckt dann womöglich irgendwann, dass man selbst dieses Höchste Strahlende Wesen ist.

IX.22 „Den Menschen, die nur Mich allein verehren, an nichts anderes denken und immer die Einheit fühlen, gebe Ich mit Sicherheit das, was sie noch nicht haben und bewahre ihnen, was sie bereits besitzen“

Es geht in der Meditation letztlich darum Gott zu erfahren bzw. zu erkennen das der Mensch eins ist mit Gott oder noch anders gesagt, dass der Wahrnehmende, das Objekt der Wahrnehmung und der Prozess der Wahrnehmunh eines ist. Der Verstreute Geist wird nach und nach gesammelt und auf ein Objekt ausgerichtet, vorzugsweise eines welches besonders positiv und kraftvoll ist, ideal als Gott oder ein Symbol für Gott. Der Geist wird nur alleine auf Gott ausgerichtet sowohl in der Meditation als auch im Alltag, dann wird diese Einheit irgendwann erkannt und erfahren. Wenn man auf diese Weise in Harmonie mit sich, seiner Umwelt und dem was man Gott nennt ist, wird der Kosmos für alles weitere sorgen.

XII.02 „Diejenigen, die ihren Geist auf Mich richten und Mich verehren, die immer standhaft sind und höchsten Glauben haben, halte Ich für die Besten im Yoga“

Das ganzheitliche Yoga zielt darauf hin Gott zu erkennen oder zu erfahren, was auch immer man mit diesem Wort verbindet. Entscheidend für einen Erfolg im Yoga ist der Bhakti Aspekt, also das Kultivieren von aufrichtiger Hingabe an etwas höheres als man selbst. Wenn Krishna hier sagt „auf mich richten“ dann kann man es einerseits so interpretieren, dass man Krishna als höchste Wesenheit verehren soll, andererseits ist Krishna die Verkörperung des einen ohne ein zweites. Wenn wir uns auf dieses Eine ausrichten , ob wir es jetzt Jehova, Krishna, Shiva oder Nondualität nennen, werden wir erfolgreich im Yoga sein.

XII.12 „Besser als Üben ist in der Tat Erkenntnis; besser als Erkenntnis ist Meditation; dann der Verzicht auf die Früchte des Handelns: Frieden folgt unmittelbar auf Entsagung“

Die spirituelle Übung, welches Art auch immer, soll in der Erkenntnis münden eins mit allem zu sein. Über diese Erkenntnis hinaus gehend soll die Meditation helfen diese Erkenntnis zu einer Erfahrung werden zu lassen und das ganze Wesen transformieren. Die Entgsagung folgt ganz „von Selbst“ auf die Erkenntnis, da man realisiert dass es in diesem Spiel der Lebens nichts zu gewinnen gibt. Die Entsagung sich an diesem Spiel zu ereifern bringt wahren und tiefen Frieden.

XVIII.57 „Entsage geistig allen Handlungen in Mir, sieh Mich als dein höchstes Ziel, wende dich dem Yoga der Unterscheidung zu und hefte deinen Geist immer auf Mich“

Am Ende der Bhagavad Gita fasst Krishna seine Lehren die er Arjuna in den 700 Versen gab nochmals prägnant zusammen. Letztlich geht es bei der Meditation bzw. dem spirituellen Weg nur darum sich ganz auf Gott auszurichten, Gott bzw. die Liebe zu Gott ist also zugleich der Weg als auch das Ziel. Krishna empfiehlt hier darüber hinaus noch den „Yoga der Unterscheidung“, also das ständige differenzieren zwischen dem was eins mit allem ist und dem was scheinbar davon getrennt ist bzw. und davon trennt.

Soweit einige Gedanken zu den ausgewählten Versen.

Maharishi Mahesh Yogi

Maharishi im Time Magazin

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