Hinduistische & Indische Götter im Überblick

Ganesha– beliebtester Gott im Hinduismus

Die Indischen Götter im Hinduismus können nicht alle aufgelistet werden, denn das sind wie man sagt mehrere Millionen. Aber die Wichtigsten „Devatas und Devis“ habe ich hier mal in einer Liste indischer Götter zusammen getragen, mit ein paar Hintergründen dazu.

Indische Götter gibt es viele!

Die bedeutsamsten indischen Götter haben alle 108 oder 1008 Namen, was zu Verwirrung führen kann. Die im Indischen Pantheon bzw. im Hinduismus gebräuchlichen unzähligen Götter, Gottheiten und Göttinen stellen einerseits konkrete Wesenheiten dar, andererseits sind es Erscheinungsformen des einen Gottes bzw. des einen universellen Göttlichen Prinzips. Polytheismus hat immer ein höchstes und absolutes Prinzip zugrundeliegend, die einzelnen Götter sind immer Teil der relativen Dualität.

Gott hat viele Namen

In der heutigen Zeit sind ganz bestimmte Göttinen und Götter im Hinduismus populär, wie zB Shiva, Vishnu, Krishna, Durga, Saraswati, Hanuman, Ganesha, Laxmi, Kali und viele mehr, jedoch hat sich das im Laufe der Zeit gewandelt, früher waren andere Götter populär die in dieser Liste weiter unten aufgeführt sind.

„Hinter allen Namen und Formen ist die eine namenlose, formlose Essenz. Hinter allen Klängen steht die klanglose erhabene Stille. Hinter allen Lehrern ist der eine erhabene Guru der Gurus. Hinter all diesem Vergänglichen ist das eine unvergängliche Absolute. Hinter allen diesen Bewegungen ist das eine bewegungslose Unendliche.“

Swami Sivananda

Der Begriff „Gott“ ist äusserst schwierig und es gibt darüber vielerlei Missverständnisse, in der indischen Kultur gibt es einen völlig anderen Zugang zu diesem abstrakten Begriff…

Vortrag über hinduistische Götter:

Zunächst mal ist wichtig zu verstehen:

Es gibt nur einen Gott – trotz der vielen indischen Götter!

Maha Shiva in Haridwar

Dieser hat sehr viele, aber grundsätzlich zwei Erscheinungsweisen:

  1. Brahman– Das allesdurchdringende kosmische Bewusstsein, Gott ohne Eigenschaften und Formen, das Eine ohne ein zweites, Gott jenseits alles Konzepte und Vorstellungen, das alles umfassende immanent-transzendente. (mehr: siehe Brahman)
  2. Ishvara– Gott mit Eigenschaften und Formen, der sich in vielen Aspekten zeigt. Identisch mit Brahman jedoch mit Konzepten und Vorstellungen aus dem begrenzten blick des Menschen.

Trimurti: Trinität der indischen Götter

Ishvara gibt es u.a. in der Trinität der Götter des Hinduismus, dem Trimurti:

G.O.D. =

Generator, Operator, Destroyer“ also „Schöpfer, Erhalter und Zerstörer“

  • Brahma– Schöpferaspekt, der das manifeste Universum erschaffen hat, nicht zu verwechseln mit „Brahman“. Er ist aus dem Nabel von Vishnu entstanden, er hat 4 Köpfe und wird in Indien kaum verehrt, da er seinen Job (die Schöpfung) bereits erledigt hat.
  • Vishnu– auch Narayan oder Hari genannt, es ist der Aspekt Gottes, der dafür sorgt das es weiter läuft, er ist der Bewahrer oder Erhalter der Schöpfung. Vishnu war bereits vor der Schöpfung und gab den ersten Impuls zur Evolution.
  • Shiva– auch Maheshvara genannt, steht für die Transformation und das Vergehen , also Zerstörung im positiven Sinne, denn jedem Neuanfang ging ein Ende vorweg, er verkörpert auch das Ideal der Entsagung und der spirituellen Extase.

Diese drei Götter (oder Aspekte des Göttlichen) haben jeweils auch eine weibliche Seite:

die drei wichtigsten Götter im Hinduismus

Neben Vishnu und Shiva deren Anhänger Vaishnavas und Shaivas genannt werden und die ihren „Ishta Devata“ also den ‚Lieblings Aspekt von Gott‘ in den verschiedenen Formen verehren, hat die Göttliche Mutter den dritthöchsten Stellenwert in Indien, deren Anhänger werden Shaktas genannt.

Zu diesen drei wichtigsten Strömungen des Hinduismus habe ich jeweils einen tiefergehenden Artikel geschrieben:

Diese drei sind besonders wichtig weil sie soviele Anhänger haben, hingegen hat Brahma kaum Anhänger:

Gott und Göttin: viele Formen

Genau wie Shiva und Vishnu kann auch die Göttliche Mutter in vielen Namen und Formen verehrt werden, die wichtigsten sind:

  • Shakti: ein Name für die dynamische Energie die mit dem weiblichen Aspekt verbunden wird.

    Die Göttin Ganga Ma Devi

  • Devi: ein Überbegriff für die weiblichen Gottheiten
  • Sati: Sie war die vorherige Gemahlin Shivas, ist nach Suizid als Parvati wiedergeboren worden.
  • Durga: Ein Aspekt von Parvati, der schützende Aspekt der göttlichen Mutter
  • Kali Ma: Die schwarze Göttin der Zerstörung, auch Symbol für Brahman und Aspekt Parvatis.
  • Ganga Ma: ist als Fluss Ganges verkörpert und schenkt Gnade

Vishnus Formen

Der Erhalter Vishnu inkarniert sich immer wieder auf der Welt um die Menschheit zu retten, es gibt mindestens 9 Inkarnaionen, hier seien die wichtigsten genannt:

  • Rama– gilt als der ideale Mensch, Herrscher und Ehemann, er ist stets rechtschaffen, loyal und vorbildlich.
  • Krishna– gilt als Verkörperung der Lebensfreude und Hingabe, ist vor allem durch die Hare-Krishna Bewegung im Westen sehr bekannt.

zusammen mit Vishnu inkarniert sich auch immer Lakshmi, sie bilden das göttliche Ehepaar

  • Sita– Gemahlin von Rama
  • Radha– gilt als das Ideal der weiblichen Hingabe an Gott

rund um die Gottinkarnation Vishnu gibt es viele weitere Wesenheiten, so z.B.

Mit Shiva stehen noch einige andere Götter in Verbindung:

Die beliebtesten Götter Indiens

Tatsächlich sind Krishna, Ganesha und Hanuman die beliebtesten formen Gottes im indischen Pantheon, daher habe ich jeweils einen ausführlichen Artikel dazu verfasst:

Vedisch- Hinduistische Götter und Göttinen

In der sog. vedischen Periode oder frühen Phase des Hinduismus etwa +/-1500v.Chr. waren es eher archaische Kräfte die als Götter verehrt wurden. An den zentralen Gottheiten des alten Indiens und der damit verbundenen Vorstellung von Gott können wir sehr gut den evolutionären Wandel der Menschen sehen. Je weniger die Natur an sich ein Mysterium darstellte und die Menschen ihre Geheimnisse aufdeckten, desto mehr wurde der transzendente und abstrakte Aspekt von Gott wichtiger. So hat sich der Hinduismus bzw. die vielen varianten des Hinduismus immer wieder weiter entwickelt.

Die vedischen Götter des alten Indiens

In der Geschichte Indiens waren verschiedene Götter populär, vor 2000 Jahren wurden ganz andere Götter verehrt als heute. Im ältesten Text der Inder, dem Rig Veda wurden beispielsweise die Götter Indra (289), Agni (219), Soma (123) und Vishwadeva (70) am häufigsten genannt, Shiva wurde unter seinem Namen Rudra nur 5 mal erwähnt während Brahma und Vishnu gar nicht genannt wurden.

Hier möchte ich eine kleine Übersicht geben zu den verschiedenen vedischen Göttern, also den verschiedenen Formen Gottes die zur vedischen Zeit des Hinduismus verehrt wurden.

  • Indra – ist der König oder Herrscher der Götter, zuständig für Regen, Sturm, Himmel und die Fruchtbarkeit. Ist einer der wichtigsten unter den vedischen Göttern der im Rigveda am meisten genannt wird. Er reitet auf dem himmlischen Elefanten Airavata und wird von seinem Hund Sarma begleitet. Er ist mit Indrani verheiratet, der Göttin von Zorn, Eifersucht und Nörgelei. Sein Sohn ist Arjuna, der Held des Mahabharata Epos.
  • Agni -der Opfer- und Feuergott der entsprechend immer mit vielen Flammen verhüllt dargestellt wird. Er ist zugleich Flamme und Person und seine Aufgabe ist die Vermittlung zwischen Göttern und Menschen. Agni war von großer bedeutung, weil man über das Feuerritual in Kontakt zu den Göttern treten konnte. Agni  gilt als wohlwollend und gütig, hat aber auch eine furchteinflößende Seite, eben wie das Feuer welches man einerseits zu kochen benötigt, aber andererseits eben zerstören kann.

    Agni Dev, der Feuergott

  • Soma – der Mondgott und Verkörperung der himmlischen Droge, ihm ist ein eigenes Mandala (Kapitel) ist gewidmet, er wird dort gar der „Gott der Götter“ genannt. Soma steht für eine psychedelische Pflanze mit der sich Götter und Weise berauschten, vor allem Indra und Agni haben laut Rigveda das Soma in rauen Mengen genossen. In anderen Texten wird auch Shiva als großer Freund des Somatrunks und anderer Drogen beschrieben. Die Pflanze hat einen sehr großen Stellenwert in den vedischen Texten und es wird vermutet, dass Soma geholfen hat zu einem höheren Bewusstsein zu kommen, so heißt es in RV 8.48.3.: „Wir tranken Soma und wurden unsterblich, wir erreichten das Licht und entdeckten die Götter!“
  • Varuna – gilt als ältester vedischer Gott und auch als einer der wichtigsten und er ist für Gesetz, Ordnung, Wahrheit. Er wird auch mit dem Element Wasser in Verbindung gebracht und er gilt als der Wassergott der auch für den himmlischen Ozean zuständig ist. Die Sterne sind seine Augen die jeden beobachten und man fürchtet ihn, weil er über Leben und Tod bestimmen kann.
  • Mitra – ist wohl historisch mit dem persisch-zoroastrischen Gott Mithra verbunden und steht besonders für Verträge und Verhandlungen, was im vedischen Stammes-Kontext sicherlich sinnhaft war. Er wird im Rigveda oft mit Varuna zusammen genannt bzw. gemeinsam angerufen. Mitra und Varuna stehen zusammen auch für Tag und Nacht, wobei Mitra für den Tag steht, womöglich wurde er daher durch Surya aus dem Pantheon verdrängt.
  • Surya – der Sonnengott ist womöglich eine der ältesten Formen Gottes und Surya hat als einer der wenigen prominenten vedischen Götter bis in die heutige Zeit nicht an Wichtigkeit verloren. Surya gilt auch als Schöpfer des Universums und steht als Symbol für Unendlichkeit. Bei seiner Verehrung geht es nicht um die Sonne als solche, sondern um das Prinzip des vertreibens der Dunkelheit.
  • Rudra – wörtlich „der Heuler, der Brüller“ ist der archaische Vorgänger von Shiva, der sich im laufe der Zeit vom zornigen und strafenden Gott der Furchteinflössend ist, zum liebevollen und wohlwollenden Gott entwickelt hat. Im Gegensatz zu den anderen vedischen Devatas verkörpert Rudra das Schreckliche und Destruktive. In den Veden wird er selten erwähnt, jedoch war er sehr wichtig, was nicht zuletzt durch den Fund des 5000 Jahre alten Rudra-Siegels im Industal deutlich wurde.
  • Vayu – Der Windgott gilt als Personifizierung von Wind, Atem, Odem und Prana. Er gilt als Schutzgott der helfen kann Nachwuchs zu bekommen, Heilen und ist begnadeter Musiker. Ähnlich wie bei Rudra wandelt sich die Vorstellung von ihm, nur ins umgekehrte. Im späteren Hinduismus gilt Vayu als unberechenbar, zügellos, voller Begierden, destruktiv und launisch. Er hat viele uneheliche Kinder wie zB auch den Superhelden Hanuman und den starken Bhima.
  • Saraswati – Ursprünglich als die Flussgöttin des vor ca. 4500 Jahres ausgetrockneten gleichnamigen Flusses im Rigveda erwähnt, hat sie bis heute eine wichtige Rolle im Hinduismus. Im laufe der Zeit hat sie immer mehr „Aufgaben“ bekommen und steht heute für Weisheit, Wissen, Muse, Künste, Musik und Bewusstheit.
  • Yama – war einer der Söhne des Sonnengottes Surya und gilt als der erste Mensch. Als solcher musste er auch als erster sterben und ihm wurde die Ehre zuteil der Totengott zu sein. Er führt über die Taten eines jeden Menschen Buch und richtet über sie, was wohl eine Metapher für das Karmaprinzip ist.
  • Brihaspati – der Lehrer, Guru und Priester der Götter und auch der Dämonen.
  • Aditi – Die Muttergöttin aus deren kosmischer Matrix die Götter geboren wurden.
  • Vishvedevas – Alle vedischen Götter in einer Person.
  • Purusha – der kosmische Mensch, Universums als Körper welcher von Göttern verehrt wird.
  • Ashvins – die himmlischen Ärzte mit Pferdekopf, gelten als ursprung des Ayurveda.

Darstellungen der indischen Götter, Bilder von Gott

Sicherlich am bekanntesten ist Ganesha oder Ganapati, der „Gott“ mit dem Elefantenkopf.

Buchstäblich überall findet man in Indien die verschiedensten Götter. Hier eine große Statue von Hanuman am Wegesrand. Er war ein Diener von Gott Rama und ist duch seine Hingabe und Demut zu einem Halbgott geworden. Man unterscheidet Darstellungen des höchsten göttlichen Prinzips Brahman in verschiedenen Namen und Formen, sowie Wesenheiten die den Status eines Halbgottes haben.

Hanuman ist einer de beliebtesten Götter Indiens. Er ist Sohn von Vayu, dem Windgott. Manche der vielen Götter sind sehr archaisch und sie stellen Naturkräfte dar…

Viele Menschen verkleiden sich als Gott. Sie laufen herum und „segnen“ andere, eine ehrenwerte Aufgabe. Aber es gibt welche die es aus Idealismus machen, und andere sind böse wenn sie keine Spende bekommen…

Die Tempel sind zum Teil sehr groß und bunt. Der Tempel in dem dieses Bild gemacht wurde hatte etwa 20 Etagen mit unglaublich vielen Details. Diese Darstellung ist von Shiva, dem Hippie unter den Göttern, und sie ist etwa 6m hoch.

Shiva, Nataraj oder Maheshwara (er hat 1008 Namen) verkörpert das höchste Prinzip. Er wird oft als Lingam dargestellt, eine Ovale, längliche Form. So hat die Wissenschaft auch festgestellt das das Universum offenbar die selbe Form hat….

Diesen kleinen Altar haben wir am Wegesrand gefunden. Ich habe mich gefragt wie alt dieser Lingam wohl sein mag? Der Lingam wird oft verehrt indem er mit verschiedensten Flüssigkeiten übergossen wird. Übrigens verehren manche Shiva-Anhänger auch Atomkraftwerke weil sie die Form eines Lingam haben und Energie produzieren…

In diesem riesen Tempel in Rishikesh wird die Szene der Bhagavad Gita Geschichte dargestellt. Diese wichtigste Schrift Indiens spielt sich in einem einzigen Moment ab und ist ein Dialog zwischen Gott und Mensch. Im Hintergrund die Ganga.

Die Ganga wird als heiliger Fluss verehrt. Ein Bad in ihr soll alle Sünden beseitigen. Ich muss sagen, dass dieser Fluss auch auf mich eine besondere Wirkung gehabt hat. Ecklig nur wenn die Leute das Wasser für so heilig halten, das sie es in die Suppe kippen die sie verkaufen wollen… Viele Rituale werden an der Ganga gemacht. Hier Vater und Sohn, was sie genau machten weiß ich nicht.

Schön und wichtig finde ich das Gott auch immer wieder als weibliches Prinzip verehrt wird. Durga oder Shakti ist der Überbegriff für das mütterliche & weibliche Prinzip Gottes. Sie kann in verschiedenen Formen auftreten, zB Saraswati, Lakshmi oder Kali. Hier eine mannshohe Form der Durga die meist auf einem Tiger reitend, mit vielen Armen und Waffen dargestellt wird.

Wie gesagt, Gott wird überall und in allem verehrt. Hier ein Kartoffeltransport mit einem Bild von Kali drauf. In Indien werden sogar die Autos so produziert, dass ein kleiner Altar auf das Armaturenbrett installiert werden kann. Kali ist die schwarze, zornige Göttin. Gott ist ja alles- also nicht ausschliesslich gut!

Und schliesslich noch ein Bild von einem kleinen Altar für Hanuman.

 

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