Bhagavad Gita, Vers 4.17-20 – der Weise Handelt im Nichthandeln

Anasuya Devi Mandir

Der Vers 4.18 über das „Handeln im Nichthandeln“ gehört sicherlich zu den bekanntesten versen der Bhagavad Gita. Es ist typischer Vers den man eben nicht verstehen kann ohne Hintergründe der Yoga-Wissenschaft zu kennen. Alle heiligen Texte bedürfen eines Lehrers um die Verse korrekt zu verstehen, wenn man einfach so in der Gita blättert, wird man kaum die Tiefe erfassen können. Diese Verse rund um den besagten 18. Vers des 4. Kapitels befassen sich mit dem absichtslosen und uneigennützigen Handeln als Impuls im Augenblick, welches etwas ganz anderes ist als herkömmliches Handeln. Im Kommentar ein paar Gedanken dazu von mir.

Kommentar zu den Versen 17-20 des 4. Kapitels der Bhagavad Gita

Die Verse 17-20 des 4. Kapitels der Bhagavad Gita

  •  Bhagavad Gita, Vers 4.17
    कर्मणो ह्यपि बोद्धव्यं बोद्धव्यं च विकर्मणः |
    अकर्मणश्च बोद्धव्यं गहना कर्मणो गतिः || ४ १७ ||
    karmaṇo hyapi boddhavyaṃ
    boddhavyaṃ ca vikarmaṇaḥ
    akarmaṇaśca boddhavyaṃ
    gahanā karmaṇo gatiḥ
    „Denn wahrlich die Natur des Handelns, wie auch des Karmas muss erkannt werden, wie auch des verbotenen Handelns und des Nichthandelns. Schwer zu verstehen ist die Natur des Handelns“
  • Bhagavad Gita, Vers 4.18
    कर्मण्यकर्म यः पश्येदकर्मणि च कर्म यः |
    स बुद्धिमान्मनुष्येषु स युक्तः कृत्स्नकर्मकृत् || ४ १८ ||
    karmaṇyakarma yaḥ paśyedakarmaṇi ca karma yaḥ
    sa buddhimānmanuṣyeṣu sa yuktaḥ kṛtsnakarmakṛt
    „Wer Handeln im Nichthandeln sieht und Nichthandeln im Handeln, ist weise unter den Menschen; er ist ein Yogi und führt alle Handlungen aus.“
  • Bhagavad Gita, Vers 4.19
    यस्य सर्वे समारम्भाः कामसङ्कल्पवर्जिताः |
    ज्ञानाग्निदग्धकर्माणं तमाहुः पण्डितं बुधाः || ४ १९ ||
    yasya sarve samārambhāḥ
    kāmasaṅkalpavarjitāḥ
    jñānāgnidagdhakarmāṇaṃ
    tamāhuḥ paṇḍitaṃ budhāḥ
    „Den Menschen, dessen Unternehmungen frei von Wünschen und Absichten sind und dessen Handlungen im Feuer der Erkenntnis verbrannt worden sind – ihn nennen die Wissenden einen Weisen.“
  • Bhagavad Gita, Vers 4.20
    त्यक्त्वा कर्मफलासङ्गं नित्यतृप्तो निराश्रयः |
    कर्मण्यभिप्रवृत्तोऽपि नैव किंचित्करोति सः || ४ २० ||
    tyaktvā karmaphalāsaṅgaṃ
    nityatṛpto nirāśrayaḥ
    karmaṇyabhipravṛtto ’pi
    naiva kiṃcitkaroti saḥ
    „Er hat die Verhaftung an die Früchte der Handlung aufgegeben, ist stets zufrieden und von nichts abhängig und tut nichts, obwohl er tätig ist.“

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