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Ganesha, Ganapati- Der Elefantenköpfige Gott der Inder.

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Typische Darstellung von Ganesha

 

ॐ गं गणपतये नम:

Einleitend einige Worte von Swami Sivananda:

“Ganesha ist der elefantenköpfige Gott. Er wird immer als erstes angerufen. Seine Namen werden vor jeder glückverheißenden Arbeit und zu Beginn jeder Art der Gottesverehrung wiederholt Er ist der Gott der Stärke und der Weisheit. “

Ganesha (Gaņeśa गणेश) ist sicher eine der bekannteren “Götter” im Indischen Pantheon. Das Bild mit dem Menschengleichen Wesen mit einem Elefantenkopf hat sicher jeder schonmal gesehen. Ganesha hat eine gemütliche Ausstrahlung, und man sieht ihm an, dass er das Leben geniessen kann.

In der Yoga-Philosophie ist klar: es gibt nur einen Gott, aber dieser eine Gott oder dieses eine Göttliche kann in unendlich vielen Aspekten erscheinen. Einerseits gibt es das numinose und namenlose jenseits des Horizontes unserer Phantasie, dann das persönliche und beschreibbare in vielen verschiedenen Formen und drittens wird auch das höchste Selbst oder der Wesenskern des Menschen als Gott angesehen.

So heißt es im Śrīmad Bhāgavatam Vers 1.2.11:

“Die Weisen welche die absolute Wahrheit entdeckten, benannten diese nonduale Wirklichkeit auf drei Arten Brahman, Paramātmā oder Bhagavān.”

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung ist die indische Religiösität nicht Polytheistisch, da klar gesagt wird: es gibt nur einen Gott! Daher ist es eher ein Monismus (also die Idee von der Einheit allen Seins) oder ein Panentheismus (die Idee das Gott in allem wohnt), wenn man so will ist es auch ein Monotheismus (es gibt nur einen Gott, aber der hat eben unendlich viele Namen und Formen).

Die wichtigsten Formen oder EIgenschaften von Gott die man in Indien so verehrt sind schon weit über 20, diese haben dann jeweils schon über 108 oder gar 1008 Formen, Namen und Eigenschaften. Da Gott unendlich und unfassbar ist, muss man sich eben sehr viele Formen davon machen…

Ganesha ist sicher  einer der beliebtesten Aspekte von Gott.

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Torwächter bei mir zuhause

Er wird nicht nur im Hinduismus verehrt, sondern ist auch bei den Jainas und im Buddhismus zum Teil beliebt. Ganesha hat wie alle anderen wichtigen Götter mindestens 108 Namen, hier die wichtigsten:

Ganesha- “Herr der Vielen” setzt sich zusammen aus

  • Gana: Gruppe, Vielheit und
  • Isha: Herr, Meister

Ganapati- “Herr der Wesen” oder “Gebieter der himmlischen Heerscharen”

  • Pati: Herr oder Herrscher

Ekadanta- “Der Ein-Zahnige” weil er einen Stosszahn zum Schreiben benutzt hat

Vinayaka- “Entferner der Hindernisse”

Vighneshwara- “Überwinder der Hindernisse”

Lambodara- “der mit dem dicken Bauch” weil er gerne isst…

 

Ein bekannter und bedeutsamer Name Ganeshas ist auch oṃkārasvarūpa und Pranava Swaroopa- “der die Form des Om hat” oder  Und so wird gesagt er hätte die Form des Symboles Om. Er gilt sozusagen als Verkörperung des Urklanges. Allerdings gilt auch Shiva (Omkarnath) als Manifestation des Urklanges. Bei Ganesha entspricht aber tatsächlich die Körperform den geschwungenen Linien des Om:

Ganesha taucht in vielen klassischen Texten auf:

Im Ganapati Atharvashirsa, einem wichtigen Text zu Ganesha, steht geschrieben:

“(Oh Herr Ganapati!) Du bist die Trinität von Brahma, Vishnu und Shiva. Du bist Indra, Agni und Vayu. Du bist Surya, Chandra und Brahman. Du bist die drei Welten. Du bist Om.”

Und so wird Ganesha als eine Verkörperung des höchsten Prinzips betrachtet, ja sogar als zusammenfassung der anderen Aspekte, Eigenschaften und Formen Gottes.

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Ganesha auf Vater Shiva`s Schoß

Ganesha wird meist mit einer Maus oder einer Ratte als Reittier dargestellt. Dazu habe ich mal eine schöne Erklärung gehört: Ganesha steht ja für die Überwindung der Hindernisse, und eine Elefant lebt normaler Weise im Dschungel. Die beiden Tiere die sich im dickicht des Dschungels gut bewegen können sind 1. der Elefant der alles umrennt- und 2. die Maus, die einfach drunterher kriecht…

Ganesha ist der Sohn von Shiva und Parvati und er hat einen Bruder namens Kartikeya, Sharavanabhava, Skanda oder Subramanya.

In manchen Mythen ist Ganesha alleinstehend und Keusch, in anderen Geschichten hat er drei Frauen mit wohlklingenden Namen: Buddhi, Siddhi und Riddhi. Sie stehen für Intellekt, spirituelle Kraft und Erfolg. Allerdings findet man ihn auch in Verbindung mit Laxmi und Saraswati.

 

Es ist unklar wie alt Ganesha und seine Verehrung eigendlich sind. Ganesha taucht zwar bereits im Rig-Veda auf, dem ältesten Text der Inder der etwa 4500 Jahre alt zu sein scheint, jedoch sind die ältesten Funde seiner Gestalt  nur etwa auf das 4. Jahrhundert n.Chr. datiert. Ausserdem ist den Indologen auch unklar ob es sich bei dem “Ganapati” der im Rigveda erwähnt wird tatsächlich um Ganesha handelt, oder ob es nur eine namentliche Verwechlung ist und stattdessen Brihaspati (der Himmelspriester) damit gemeint ist. In der Maitrāyaṇīya Saṃhitā und der Taittirīya Āraṇyaka, zwei Texten des schwarzen Yajurveda werden weitere Namen Ganeshas genannt die ihm klar zugeordnet werden, diese Texte ist nach offizieller Lehrmeinung etwa 3000 Jahre alt. Dort tauchen Namen auf wie “der Elefantenköpfige” und “der mit dem Stosszahn”, was wohl sehr eindeutig ist.

 

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Schreiber Ganesha

Ganesha wird von den Anhängern der verschiedensten Strömungen des Sanatana Dharma(Hinduismus) geschätzt und er wird immer gerne am Beginn von Rezitationen und Ritualen angerufen. Am dem 6. Jhd. entwickelte sich in Indien auch eine eigene religiöse Strömung, die Ganapatya, welche die Verehrung von Ganesha als höchsten Aspekt Gottes in den Mittelpunkt gerückt haben. Śaṅkarācārya  der große Reformator indischer Spiritualität und neubegründer der Vedantalehre empfahl die “Fünffache Verehrung”- pañcāyatana pūjā für die spirituelle Praxis. Bei dieser werden zugleich Shiva, Vishnu, Devi, Surya und eben Ganesha verehrt.

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Vayasa Höhle, Blick auf Badrinath

In der Mythologie heißt es, Ganesha habe Vyasa beim schreiben des Mahabharata Epos geholfen. Vyasa gilt als Verfasser bzw. Schreiber der meisten vedischen Texte. Im hohen alter sei er etwas zu schwach gewesen um noch die Sage des geschlechtes der Bharata aufzuschreiben, so habe ihm Ganesha dabei geholfen indem er mit seinem Stosszahn (daher der Name ekadanta- der Einzahnige) den Text als Diktat aufschrieb. Dabei hatte er Vyasa eine Bedingung gegeben: Er solle den Text in einem durch diktieren, sodass sie schnell fertig seien. Vyasa lies sich auf die Bedingung ein und stellte eine andere: Ganesha solle nur aufschreiben, was er auch versteht. So kommt es das der Epos zwischendurch sehr komplexe Passagen enthält, bei denen sich eben Vyasa ausruhen konnte…

 

Hier nun noch einige Mantras zur Anrufung von Ganesha, zunächst drei kürzere:

ॐ गं गणपतये नम: ॥ oṃ gaṃ gaṇapataye namaḥ ||
ॐ श्री महागणपतये नमः ॥ oṃ śrī mahāgaṇapataye namaḥ ||
ॐ श्री गणेशाय नमः ॥ oṃ śrī gaṇeśāya namaḥ ||

Ganesha hat auch einige Bija Mantras, Samenklänge ohne konkrete Übersetzung, so zB:

Gam, Gum, Glaam, Glaum

Und hier ein längeres mit Übersetzung:

Gajananam Bhutaganadi Sevitam
Kapita Jambo Phala Sara Bhakshitam
Uma Sutam Shokavinasha Karanam
Namami -vigneshvara Pada Pamkajam 

Ich neige mich vor den Lotusfüßen Ganeshas, der alle Hindernisse beseitigt. 
Er ist der Sohn von Uma, vernichtet alle Sorgen, hat eine Dienerschar von Bhuta Ganas (Engeln). 
Er hat einen Elefantenkopf und liebt die Kapittha und Jamba Früchte.

Und noch ein längeres klassisches Anrufungsmantra:

Sumukhaschaika Danthascha
Kapilo Gaja Karnakah
Lambhodarascha Vikato
Vignarajo Ganadipah
Dhoomaketur Ganadyaksho
Phalachandro Gajananah
Dwaadasaitaani Naamaani
Yah Pathet Srunuyaadapi
Sarvakarya Samarambhe
Vighnastasya Na Jaayate
Om Suklaam Baradharam Vishnum
Sashivarnam Chaturbhujam
Prasanna Vadanam Dhyaavet
Sarva Vighnopasaantaye

Und schliesslich noch das Ganesha Gayatri Mantra, Gayatri bedeutet hier, dass es mit einem Versmaß von 24 Silben zu einer entsprechenden Melodie gesungen werden kann.

Om Ekadantaya Vidmahe
Vakratuntaya Dhimahi
Tanno Danti Prachodayat

Swami Sivananda sagt:

Mögen die Segnungen von Sri Ganesha mit euch sein! Möge Er alle Hindernisse auf dem spirituellen Weg beseitigen und euch sowohl Bhakti (Hingabe) als auch Mukti (Befreiung) gewähren!

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