Jiddu Krishnamurti – Lehrer der absoluten Freiheit

Krishnamurti hat eine faszinierende Lebensgeschichte und er lehrte, dass es keine Lehre gibt.

Jiddu Krishnamurti

Krishnamurti: Lehre ohne Lehre

Krishnamurti (1895-1986) wurde als Kind von der Theosophischen Gesellschaft (einem mystischen Orden) als der kommende Messias und Weltenlehrer erkannt, und wurde von einzelnen Mitgliedern dahingehend erzogen den Orden zu führen. Unter anderem führte die Idee einen „Inderknaben als zukünftigen Christus“ aufzubauen, so Rudolph Steiner, zur Abspaltung der Anthroposophen von den Theosophen.

Als Krishnamurti alt genug war löste er 1929 kurzerhand den um ihn herum gegründeten „Order of the Star in the East“ auf und hielt eine Aufsehen erregende Rede, die ich unten eingefügt habe. Mein Lieblingszitat von Krishnamurti, welches ich gerne immerwieder benutze ist:

Es gibt nichts was du tun kannst, um das Ziel zu erreichen,
aber wenn du nichts tust wirst du es nie erreichen!

Zentral in seiner Lehre ist die Ablehnung von Organisierter Spiritualität, Gurutum und Lehre. Er sagt es kann kein Lehrer, keine lehre und keine Methode zur Wahrheit führen. Jeder ist selbst dafür verantwortlich den eigenen Weg zu gehen.

„Wahrheit ist ein Land ohne Weg.“

Er hat aber auch trotz seiner Ablehnung von Methoden und Lehren einige Hinweise gegeben, wie man auf dem Spirituellen Weg weiter kommt. Nämlich durch Achtsamkeit, Selbsterforschung und direkte Erkenntnis. Er betonte die Wichtigkeit an allem zu Zweifeln und eigene Erfahrungen über die Informationen von anderen zu stellen.

Der Name Krishnamurti deutet übrigens auf seine Geburt: genau wie Sri krishna wurde er als Achtes Kind geboren.

Zitate von Krishnamurti

  • Erleuchtung ist da, wo Sie sind. Und wo Sie sind, da müssen Sie sich selbst verstehen.
  • Achtsamkeit ist ein aufmerksames Beobachten, ein Gewahrsein, das völlig frei von Motiven oder Wünschen ist, ein Beobachten ohne jegliche Interpretation oder Verzerrung.
  • Alle Ideologien, ob religiöse oder politische, sind idiotisch, denn es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, das die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.
  • Alles, was manifest ist, kann zerstört werden, aber was nicht manifest ist, existiert außerhalb der Zeit.
  • Also entsteht Einsamkeit durch meine alltägliche Aktivität im Eigeninteresse, und das erkenne ich alles, wenn ich aller Aspekte der Einsamkeit gewahr werde.
  • Auf der materiellen Ebene braucht man natürlich Zeit, um von hier nach dort zu gelangen, aber auf der psychischen Ebene existiert keine Zeit. Das ist eine ungeheuerliche Wahrheit, eine ungeheuer wichtige Tatsache, und wenn man sie entdeckt hat, hat man sich von allen Traditionen freigemacht.
  • Bevor Sie uneingeschränkt und richtig handeln können, müssen sie das Gefängnis wahrnehmen, in dem Sie leben, und erkennen, wie es zustande gekommen ist.
  • Das bloße Verlangen nach der Wiederholung des Vergnügens ruft Schmerz hervor, denn es ist nicht mehr das gleiche wie gestern.
  • Bewusstheit ist die vollständige und bedingungslose Hingabe an das, was ist, ohne Rationalisierung, ohne die Trennung von Beobachter und Beobachtetem.
  • Bloßes Wissen wird zu einer Sucht, einer anderen, subtileren Form der Zerstreuung.
  • Freiheit besteht im Erkennen der Grenzen.
  • Die Suche nach dem Jenseits ist nichts als eine Flucht vor dem, was ist.

Vorträge von Krishnamurti

„Ich behaupte, dass die Wahrheit ein pfadloses Land ist und dass es keine Pfade gibt, die zu ihr hinführen – keine Religionen, keine Sekten. Das ist mein Standpunkt, den ich absolut und bedingungslos vertrete. Die Wahrheit ist grenzenlos, sie kann nicht konditioniert, sie kann nicht auf vorgegebenen Wegen erreicht und daher auch nicht organisiert werden. Deshalb sollten keine Organisationen gegründet werden, die die Menschen auf einen bestimmten Pfad führen oder nötigen. Wenn ihr das einmal verstanden habt, werdet ihr einsehen, dass es vollkommen unmöglich ist, einen Glauben zu organisieren. Der Glaube ist eine absolut individuelle Angelegenheit und man kann und darf ihn nicht in Organisationen pressen. Falls man es tut, wird er zu etwas Totem, Starrem; er wird zu Gier, zu einer Sekte, einer Religion, die anderen aufgezwungen wird. […] Ich möchte keiner spirituellen Organisation, ganz gleich welcher Art, angehören, und ich bitte euch, das zu verstehen. Ich betone noch einmal, dass keine Organisation einen Menschen zur Spiritualität führen kann. Wenn eine Organisation zu diesem Zweck gegründet wird, so wird sie zu einer Krücke, die euch schwächt, zu einem Gefängnis. Solche Organisationen verkrüppeln das Individuum, hindern es daran zu wachsen und seine Einzigartigkeit zu leben, die ja darin liegt, dass es ganz alleine diese absolute, uneingeschränkte Wahrheit entdeckt. Das ist ein weiterer Grund dafür, dass ich mich – da ich der Präsident des Ordens bin – entschlossen habe, den Orden aufzulösen. Niemand hat mich zu dieser Entscheidung gedrängt oder überredet. Das ist keine großartige Tat, denn ich will keine Jünger oder Anhänger; ich meine das so, wie ich es sage. In dem Moment, in dem man beginnt, jemandem zu folgen, hört man auf, der Wahrheit zu folgen.“ (zitiert nach Jayakar 1988, S. 86f)

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About Narada

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