Krishna/ Kṛṣṇa – liebender Gott mit Flöte

Krishna

Krishna

Kṛṣṇa bzw. Krishna ist sicher neben Ganesha, Hanuman und Shiva einer der bekanntesten Aspekte des Göttlichen in der indischen Mythologie bzw. dem Pantheon des Hinduismus. Er ist vor allem durch die Bhakti Yoga Bewegung populär worden, besonders natürlich durch die Hare Krishna Bewegung.

Krishna gilt als die 8. Inkarnation des Gottes Vishnu, dem erhaltenden aspekt der Hindugötter Trinität, so wie alles im Universum entsteht, existiert und wieder vergeht, so gibt es die drei Aspekte:

  • Brahma der Schöpfergott
  • Vishnu der Erhaltende Gott
  • Shiva der Zerstörende Gott

Damit alles weiter existent bleibt, inkarniert sich Vishnu immer wieder als Mensch um gegen die lichtvollen Kräfte im ewigen Kampf gegen das Böse zu stärken. Und so war es Sri Krishnas Aufgabe zum Beginn des Kali Yuga, des dunkeln Zeitalters, das Dharma zu festigen und einen Weg aufzuzeigen zu Gott.

Der Name Krishna bedeutet: „schwarz, dunkel, dunkelblau“ oder auch interpretiert als „alles anziehend“ oder im selben Sinne „attraktiv“.

Es gibt höchst unterschiedliche Traditionen der Krishna Verehrer, so zB sind Vaishnavas der Meinung Vishnu ist das höchste und Krishna „nur“ eine Form dessen, und so verehren sie vor allem Vishnu und Narayana auch in der Erscheinungsform Sri Krishnas. Hingegen die Krishnaiten vertreten die Meinung Krishna ist die höchste und einzige Persönlichkeit Gottes und Vishnu nur eine Form von Krishna, diese Art der Krishnaverehrung begann erst mit dem 10. Jahrhundert mit der Gaudiya Math bewegung und sie ist im Westen als „Hare Krishna Bewegung“ bekannt. Auch über Krishnas Gemahlin Radha gibt es kontroverse Meinungen, ob sie zB Laxmi ist wie die normalen Vaishnavas sagen, oder eine Erweiterung Krishnas wie die Krishnaiten behaupten, dabei stützen sie sich vor allem auf das Shrimad Bhagavatam.

Die Geburt von Krishna

Krishna erschien zuerst am 19.Juli 3228 v.Chr. („Janmashtami„) in Mathura bei Vrindavan und ist die 8. Inkarnation des Gottes Vishnu / Narayan. Er kam als Mensch auf die Welt um zum Beginn des „dunklen Zeitalters“ das Wissen vom Göttlichen Leben zu verankern. Die Welt verlassen hat er am 17./18.Februar 3102 v.Chr. durch einen karmischen Ausgleich, seinen Mörder hatte er in seiner vorherigen Inkarnation als Rama getötet.

Sri Krishnas Tod markierte den beginn des Kali Yuga, des dunklen Zeitalters, dunkel, weil die Menschen sich in der Mehrzahl nicht an ihre göttliche Natur erinnern. Krishna bedeutet wörtlich „der Schwarze“ bzw. „der alles anziehende“ oder „der attraktive“(anziehende) und tatsächlich enthält der Name Kṛṣṇa kein „i“, da das“ṛ“ im Sanskrit ein Vokal ist. Die Symbolik hinter der Bedeutung des Namens deutet auf die Unendlichkeit hin, so wie der unendliche Himmel Schwarz ist und am Tage blau, wird Krishna schwarz oder blau dargestellt.

Krishna wurde als Sohn von Devaki und Vasudeva (im Gegensatz zu Vaasudeva, einem Namen Krishnas) als 8. Kind geboren und wegen des Königs Kamsa der Devakis Kinder töten wollte von Nanda und Yashoda aufgezogen. Die Geschichte trug sich so zu, dass der weise Narada Muni dem Dämonen Kamsa prophezeite, dass er durch das 8. Kind der Devaki ums Leben kommen werde. Daraufhin lies Kamsa alle Kinder von Devaki töten, was ein wenig an die Umstände der Geburt Jesu erinnert, was zu vielen Spekulationen führte. Hier einige Parallelen: beide wuchsen im Hirtenmillieu auf, beide gelten als verkörperung der Liebe und vollbrachten Wunder, beide starben gewaltsam doch freiwillig, letztlich sind auch die Namen „Krishna“ und „Christus“ sehr ähnlich.

Krishna in den alten Texten

Die älteste Quelle der alten Texten der Inder in denen Krishna als Person auftaucht, ist wohl die Chandogya Upanishad, wo es im Vers 3.17.6. heißt „Kṛṣṇa, Sohn der Devaki“. Die  Chandogya Upanishad gehört zu den ältesten Upanishads aus dem 8.Jhd.v.Chr., Krishna wird aber hier nur im Nebensatz erwähnt. Im wesentlich älteren Rigveda taucht einige male das Wort Kṛṣṇa auf, jedoch wird aus dem Sinnzusammenhang klar, dass es sich um das Hauptwort handelt, nicht um die Persönlichkeit, allerdings wird vermutet, dass Krishna als „Hirte der niemals Irrt“ im Vers 1.22.164 auftaucht. Auch an anderer Stelle im Rigveda ist von einem „schwarzen Tropfen“ die Rede, also „drapsa Krishna“ womit Krishna gemeint sein könnte. In einem Text aus dem 6.Jhd.v.Chr., dem Ashtadhyayi des Sanskrit Grammatiklehrers Panini, werden auch Vaasudeva und sein Schüler Arjuna erwähnt.

Agathokles Münzen, ältester Archäologischer Fund, ca. 170v.Chr.

Krishna tritt als Protagonist und bedeutsame Inkarnation Gottes erst im Mahabharata Epos aus dem 4.Jhd.v.Chr. in Erscheinung. Im Hauptteil des Mahabharata, dem dialog der Bhagavad Gita, geht es um eine Schlacht zwischen zwei Teilen einer Dynastie. Diese Schlacht in Kurukshetra hat wohl tatsächlich stattgefunden, wobei die wissenschaftler sich über den Zeitpunkt sehr uneinig sind, es variiert zwischen 600v.Chr. und 6000v.Chr.! Nach Meinung der indischen Überlieferung fand diese Schlacht im Jahre 3102v.Chr. statt, und sie datiert den Beginn des dunklen Zeitalters „Kali Yuga“. Nach den beschriebenen Sternenkonstellationen kann man aber auch auf ein Datum von 5500v.Chr. kommen. Wie dem auch sei, Krishna taucht seit urzeiten in verschiedenen Texten auf. Übrigens gibt es Texte der Jain-Religion in denen Krishnas wirken auf das 9.Jhd.v.Chr. datiert wird!

Im Mahabharata, im Harivaṃśa (einer Ergänzung des Mahabharata, 2.Jhd.v.Chr.), im Shrimad Bhagavatam (auch „Bhagavat Purana“ mündlich Überliefert seit dem 19.Juli 3228v.Chr., der Geburt Krishnas, schriftlich wohl erst seit dem 7.Jhd.n.Chr.) sowie im Vishnu Purana (Endfassung nach 320n.Chr. entstanden, Überlieferung sicher aus den vorchristlichen Jahrhunderten) und anderen Texten wird die Lebensgeschichte von Krishna sehr genau beschrieben. Die meisten Beschreibungen von Krishnas Leben (sowie vieler anderer Mythen und Legenden) gehen auf Vedavyasa zurück, der große „Ordner“ der alten Überlieferungen.

Es wird auch vermutet das der Griechische Schreiber Megasthenes im 3.Jhd.v.Chr. in seinem Werk „indica“ mit Herakles tatsächlich Krishna gemeint hat. Auch bei den ältesten Ausgrabungen auf Indischem Boden (ok, im heutigen Pakistan….) in Mohendro Daro hat man Hinweise auf einen Krishnakult gefunden. Die alte indische Hochkultur die gefunden wurde stammte aus dem Jahr 2500v.Chr. und man hat dort eine Figur gefunden, die klar Merkmale des Krishna aufweist. Allerdings kann man sich den historischen Zusammenhang kaum erklären.

Krishna hat verschiedene Namen

…die jeweils sene besonderen Eigenschaften beschreiben, es sind mehr als 108, hier die bekanntesten mit Bedeutung:

  • Gopala– Beschützer der Kühexfgklcuiövfiö
  • Vaasudeva– Verkörperung des Guten
  • Govinda– Der die Kühe findet
  • Jagan-natha – Herr des Universums
  • Venulola – der die Flöte schwingt
  • Madhan Mohan – den Liebesgott betörend
  • Madhava – der Süsse
  • Navanithachora – Butterdieb
  • Vishvarupa – Universelle Form zeigend
  • Gopinatha – Herr der Gopis (Verehrerinnern)
  • Radhavallabha – Radha liebend (seine Gefährtin)

Krishna hatte laut Shrimad Bhagavatam insgesamt 16.108 Frauen, wovon er 16.100 parallel in 16.100 gestalten geheiratet hat, jedenfalls in der Illusion durch die Yogamayakraft Krishnas. Tatsächlich hat er wohl nur 8 Prinzessinen geheiratet. Seine wahre liebe galt immer nur Radha, die auch Radharani oder Radhika genannt wird. Radha gilt als direkte Inkarnation der Göttin Laxmi, diese steht für Schönheit, Fülle und Reichtum.

Swami Sivananda hatte eine bedeutende Vision von Krishna, durch die er zum großen Lehrer geworden ist. Hier ein gebet von ihm an Sri Krishna:

Oh anbetungswürdiger Krishna!
Lass meine sehnsüchtigen Augen
Deine Gestalt erblicken!
Lass meine Ohren Deine Flöte hören!
Oh Heiler aller Sorgen! Zeige Dich mir.
Du bist die einzige Wahrheit –
Alles andere ist unwahr
Ich strebe nicht nach Mukti (Befreiung)
Ich sehne mich nicht nach Selbstverwirklichung;
Allein die Hingabe zu Deinen Füßen ist bedeutsam.
Sei mir gnädig, Oh Herr!
Beseitige meine Unwissenheit.
Ich bin Dein Diener.

Hare Kṛṣṇa und das Mahamantra

Krishna soll von 1486 bis 1534 nochmal als Inkarnation „aufgetaucht“ sein, und als Caitanya Mahāprabhu in Bengalen gewirkt haben. Er begründete die Gaudiya Vaishnava Tradition die sich als „Hare Krishna Bewegung“ bzw. ISKCON im Westen ausgebreitet hat. Man sagt Chaitanya wollte erleben wie es ist ein Diener von Krishna zu sein und er propagierte als zentrale Methode das Chanten des Maha Mantras.

„hare kṛṣṇa hare kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa hare hare

hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare“

Dieses Mahamantra wurde am Beginn des dunklen Zeitalters den Menschen gegeben, so hat es der Weise Narada Muni von Gott Brahma die „großartige Gebetsformel“ bekommen.

„Horche nach dem, was alle vedischen Schriften als ein Geheimnis bewahren, durch welches man den immerwährenden Zyklus des Seins im Kreislauf der Wiedergeburten überwinden kann. Einfach durch das Aussprechen der Namen Narayanas, kann man die üblen Einflüsse des dunkeln Zeitalters abschütteln.“

Traditionell wurde es wohl gesungen:

„hare rāma hare rāma rāma rāma hare hare

hare kṛṣṇa hare kṛṣṇa kṛṣṇa kṛṣṇa hare hare“

Später wurde es soweit ich weiß von Chaitanya und seinen Gefährten umgedreht um Krishna und Radha mehr zu betonen, in der Interpretation des Gaudiya Vaishnavatums ist „hare“ ein Name von Radha und es geht beim Mahamantra um die verehrung von Radha und Krishna.

Der Beatle George Harrison sagte:

„Hare Krishna Mantra – Es gibt nichts Höheres“

So steht es in der „Kali Santarana Upanishad“ des „Krishna Yajur Veda“:

„Wer auch immer 35 Millionen Mal dieses Mantra mit seinen 16 Anrufungen wiederholt, wird von jeglicher Sünde freigesprochen. Egal was er gemacht hat, wird er befreit von allem Negativen – allein durch die Rezitation des Maha Mantras. Er wird gereinigt von den Verfehlungen aus unrechtem Handeln gegenüber Vorfahren, Engelswesen und Menschen. Wer so alles Karma überwindet, wird frei von allen Sünden. Man wird durch die Kraft des Maha Mantra von allen Bindungen erlöst und erlangt die höchste Befreiung.“  Dieses Maha Mantra ist besonders in Bengalen beliebt. Tägliche wiederholen sehr viele Menschen dieses Mantra. Es ist das bevorzugte Mantra der Verehrer Vishnus in Bengalen.“

Und im Padma Purana, 3.50.6 wird gesagt:

„Alle schrecklichen Sünden werden entfernt wenn jemand Sri Hari anbetet, den Gott der Götter, und seinen heiligen Namen wiederholt, das Maha Mantra.“

Bhagavad Gita: Krishna und Arjuna

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Sri Krishna mit Flöte

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About Narada

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