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Kritik an der Hare Krishna Bewegung

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Krishna und Narada Muni

(Nachtrag 9.2.12. Ich möchte gerne kurz einige Aussagen in diesem Artikel Relativieren: Ich halte Bhakti- die Hingabe und Demut gegenüber dem Göttlichen für die wichtigste Tugend auf dem spirituellen Weg. Für mich ist das Leben des Bhakti Aspektes bei den Hare Krishna Bewegten absolut vorbildlich, und das Werk von Prabhupada und die vielen Früchte des Hare Krishna Movements möchte ich keineswegs Schmälern. Es liegt mir und meiner Überzeugung fern, mich über andere zu Stellen. Ich möchte keineswegs Menschen die auf dem Weg zu sich selbst oder zu Gott sind ungefragt belehren. Für mich steht ausser Frage: Der Weg des Bhakti, so wie es in der Hare Krishna Bewegung gelebt & gelehrt wird, ist ein Weg der sicherlich zum höchsten Ziel führen wird, genau wie viele andere Wege auch. Ich freue mich immer sehr wenn ich Krsna-Devotees treffe, sie sind herzlich und tief spirituell. Sie leisten einen wichtigen Beitrag für das anheben des Bewusstseins der Menschheit. Jedoch ist meine Intention mit diesem Artikel, einige Philosophische Punkte aufzuzeigen, die ich so nicht hinnehmen kann. Und so bitte ich darum, meinen Artikel nicht als generelle Kritik oder Abrechnung zu verstehen, sondern als wohlwollende Anregung zum Nachdenken. In diesem Sinne, Hare Krsna!)

Bei meinem letzten Indienbesuch und auch vorher bereits ab und zu mal, hatte ich Begegnungen mit sogenennten Devotees oder Gottgeweihten der ISKCON- der “Internationale Gesellschaft für Krishna Bewusstsein”. Die authentisch gelebte Hingabe, die schönen Gesänge und vor allem das köstliche Prassadam (gesegnetes Essen) haben mich durchaus Begeistert. Auch meine Begegnung mit Saccinandana Swami, einem der führenden Köpfe der Bewegung, hat mich sehr erhoben. Gerne würde ich jederzeit auch wieder in einen Hare Krishna Tempel gehen, und mich von der tollen Bhakti-Energie erheben lassen. Allerdings habe ich mich etwas mit den Lehren und Ansichten der Hare Krishna Jünger beschäftigt, und bin erschrocken darüber!

Wenn man sich mit den Devotees unterhält, wird einem selbst als spiritueller Mensch mit (Hinduistischem-) Yoga Hintergrund schnell vermittelt, dass man auf einem Holzweg ist. Für die Hare Krishna`s ist klar: nur der ihre Weg ist der richtige, alle anderen führen in die Irre! Allein diese Tatsache finde ich äusserst bedenklich. In anbetracht der religiösen Konflikte weltweit, und dem dringenden Bedarf an Frieden und Einigkeit der Menschen, um den Planeten für künftige Generationen zu erhalten, ist solches Denken mehr als kontraproduktiv! Ich möchte gerne im einzelnen noch Philosophische Schwachpunkte der Ideologie der ISKCON aufzeigen. Wie gesagt finde ich vieles äusserst positiv an der Lebensweise und bin vor allem durch Saccinandana Swami sehr inspiriert. Aber diese Dinge möchte ich hier gerne loswerden!

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Radha und Krishna

Hare Krishna!

Ich möchte hier gar nicht auf die (belegten) Geschichten (vorwiegend aus den Achzigern) von Mord, Drogenschmuggel, Kindesmissbrauch, Betrug und ähnlichem eingehen, sondern mich auf Weltanschauliches beziehen.

Mich stört es grundsätzlich wenn irgendwelche Menschen sich und ihre Ideen für etwas besseres halten als andere. Elitäres gehabe spaltet und trennt. Die Hare Krishna Gesellschaft hält klar ihren Weg für den allein seeligmachend. So sagt der ISKCON-Gründer Srila Prabhupada in “Wie es ist” (allein der Name dieses Magazins ist überheblich…)

“Gute Menschen werden sich der Bewegung für Krishna-Bewußtsein anschließen und schlechte Menschen nicht. Wir geben eindeutige Richtlinien, wie man ein guter Mensch wird”

Ich denke wir müssen einander zuhören lernen und andere Meinungen Integrieren um Frieden zu kultivieren. Im Kommentar zum Shrimad Bhagavatam heisst es:

“Unsere Bewegung für Krishna-Bewusstsein ist (…) allumfassend. Die Menschheit sollte sie sehr ernst nehmen und nach ihren Prinzipien handeln, um der Welt Frieden zu bringen.”

Achso, ja. Klingt für mich genau wie fundamentalistische Christen die sagen:

“Wenn alle Menschen an Jesus glauben, wird es endlich Frieden geben!”

Und was ist mit den anderen?

Offenbar wird vom Benutzen des gesunden Menschenverstandes abgeraten:

“Diesen Anweisungen sollte man widerspruchslos folgen.”
“Der Pfad der Religion wird direkt vom Herrn festgelegt. Deshalb können einem gedankliche Spekulationen oder trockene Argumente nicht helfen, auf den richtigen Pfad zu gelangen.”

Beides aus der “Bhagavad Gita wie sie ist”. Naklar, im Buch steht die absolute Wahrheit, der Guru interpretiert sie zurecht und ohne sein Gehirn zu benutzen kommt man dann schnell zur Glückseeligkeit…
Unkritischer Gehorsam ist offenbar erwünscht!
Leider enden dann Diskussionen mit Krishnas immer in Todschlagargumenten wie:

“So steht es aber in der Gita!” oder “Das hat Krishna so gesagt!”

Ok… das kann man dann nur so stehen lassen, schade!

Stichwort Frauenfeindlichkeit:

“Man kann klar sagen, dass das Begriffsvermögen einer Frau dem eines Mannes stets unterlegen ist. In den westlichen Ländern regen sich gegenwärtig Stimmen, die verlangen, der Mann und die Frau sollten als gleich betrachtet werden; doch aus diesem Vers geht hervor, dass die Frau stets weniger intelligent ist als der Mann.”

Aus dem Kommentar zur Shrimad Bhagavatam. Also das steht da so, dann muss es auch so sein!

Aus ihrem natürlichen Mangel an Intelligenz folgt, dass Frauen auch nicht sehr vertrauenswürdig sind. Wird in der Gita erklärt. Und im Shrimad Bhagavatam:

“Für eine Frau ist es daher das beste, den Anweisungen ihres Ehemannes zu gehorchen.”

Uiuiui… das würde ich sogar als Menschenverachtend einstufen!

Auch der Umgang mit Sexualität ist für mich mehr als Fragwürdig. Man soll sich idealerweise komplett jeglicher sexueller Aktivität entziehen, wenn dann nur zur Zeugung von Kindern. Hochzeiten werden oft arrangiert und enden häufig in der Trennung. Sicher ist es aus spiritueller Sicht wichtig, sich der Sexualität nicht auszuliefern, sondern einen gesunden Umgang damit zu bekommen. Und so heisst es auf der deutschen ISKCON Homepage:

“Wer der Sexualität frönt, kann nur schwer verstehen, welche Schätze jenseits davon auf ihn warten.”

Das ist sicher richtig, nur kann man zölibat nicht erzwingen. Dazu ist aus meiner Sicht zwingend eine Innerer Reife erforderlich. Dann kann der Wunsch nach Enthaltsamkeit vielleicht gedeihen. Zumal wir im Westen einen ganz anderen Zugang zu unserer Sexualität haben als es im alten Indien üblich war. Ausserdem braucht es Wege (Prktiken) die sexuelle Kraft zu Sublimieren, und da reicht sicher nicht allein das Hare-Krsna Chanten!

Auch stört mich, dass für alle Argumente immer die Bhagavad Gita Zitiert wird. Ich liebe die Gita, aber: auf dem spirituellen Weg kommt es doch wohl auf Erfahrung an, nicht auf auswendig gelernten Phrasen? Die Bhagavad Gita wird sehr starr interpretiert, die Aussagen werden einfach als Wahr akzeptiert. Ist nicht die Wahrheit jenseits von Worten? Wird es uns frei machen, wenn wir den Worten irgendeines Buches folgen, statt unserem Herzen? Die Bhagavad Gita wird meiner Meinung nach auch nicht “Wie sie ist” (so der Untertitel der Übersetzung), es wird Beispielsweise das Wort Bhakti (=Hingabe/ Demut) immer mit “Dienst” übersetzt, was schlichtweg falsch ist! Auch das Wort “Yoga” wird irreführend übersetzt mit “Krishna-Bewusstsein”. Natürlich ist jede Übersetung immer auch eine Interpretation, aber solche Fehler sind stark Meinungsbildend.

Im “Beginners Guide to Krsna Consciousness” heisst es:

“Krishna-Bewusstsein ist keine neue “Hindu-Sekte” oder eine “andere Meinung”, sondern eine Philosophische und Wissenschaftliche Präsentation für die Wiederspiritualisierung der ganzen Welt. Es wird später bekannt sein als die Bewegung, welche die Menschheit in ihrer dunkelsten Stunde gerettet hat.”

Also meinen sie das Patentrezept zur Bekehrung und Rettung der Welt gefunden zu haben?!
Im “Varnashrama-Manifest” (einem Plädoyer für eine neue Gesellschaft) wird dann der Bogen gespannt:
“Kriege,die geführt werden, um eine gottzentrierte Welt zu schaffen, sind manchmal notwendig.”
Also ungläubige müssen mit Gewalt rechnen!
Krishna-Jihad? Uiuiui… ich dachte wir wollen uns in Zukunft vertragen!

Hier ein Zitat aus der Bhagavad Gita der meiner bescheidenen Meinung nach,
einige Überzeugungen der Hare Krishna- Bewegung exemplarisch widerlegt.
Schliesslich ist die Essenz der Gita, dass es viele Wege zum Selben Ziel gibt!
Vor allem zwei: Brahmavidya und Yogashastra (BhG,III.3.) das Wissen vom Selbst und das rechte Handeln…
Im Kapitel II, Vers 46 heisst es in der Übersetzung aus dem Englischen von Swami Sivananda:

“Für einen Brahmanan mit Selbsterkenntnis sind alle Veden ebensoviel wert,
wie ein Wasserbehälter an einem überfluteten Ort.”

Bei anderen Übersetzungen wie zB von Maharishi Mahesh Yogi oder Leopold von Schröder läuft es auf das Selbe hinaus:

“Erkennst du die Wahrheit ist alles Wissen nutzlos!”

So ist also aus einer höreren Sicht jede Lehre nur ein Krückstock auf dem Weg oder ein “Finger der auf den Mond zeigt”.
In Prabhupadas Gita wird der Vers bereits in der Übersetzung völlig anders interpretiert:

“Alle Zwecke, die ein kleiner Teich nach und nach erfüllt,
können große Gewässer sofort erfüllen. In ähnlicher
Weise kann alle Früchte der Veden erreichen, wer das
Ziel der Veden kennt.”

Ebenso wie Prabhubada seine Lehren auf die Gita bezieht, gibt es auch unzählige andere Lehren die sich immerwieder auf diesen Text bezogen haben. Die (scheinbaren) Gegensätze dieser Philosophien zeigen mir das man Worte nie wörtlich nehmen sollte. Jeder kann Worte so interpretieren wie er mag….

Ich hoffe das ich hier meine Kritikpunkte verständlich gemacht habe und ich dich ggf. zum Nachdenken angeregt habe.

Bitte fühle dich frei deinen Kommentar zu hinterlassen!

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Heilige Kuh

BhG. X.20:
“Ich bin das Selbst im Herzen aller Wesen, Oh Gudakesha; Ich bin Beginn, Mitte und auch Ende aller Wesen.”

In diesem Sinne: Hare Krishna!

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  • Cosinuskurve

    Das Altarbild zeigt Balarama und Krishna. Radha hätte einen Sari an.

    • Gast

      Ja, der Threaderstellen kennt sich nicht so gut mit dem “Krishna Bewusstsein” aus, kann aber schon sehr gut kritisieren.

      • Machshell

        Danke für die Korrektur und das Kompliment. Da muss man sich aber schon sehr gut auskennen um unter den ganzen Blumen noch etwas zu erkennen!

  • Gast

    Ich kenne keine einzige Ehe die z.B. von Saccinandana Swami oder irgendeinem anderen arrangiert worden wäre. Welche Ehe meinst Du denn genau? Sind diese Paare Dir persönlich und namentlich bekannt?

    • Machshell

      Ja. Es geht um einen Freund. Seine Hochzeit ist von Srila Prabhupada arrangiert worden. Leider hat es alle beteilligten (auch Kinder) unglücklich gemacht. Leider ist kein Spiritueller Meister unfehlbar. Denke ich.

  • Padma

    Du spricht zu allgemein, einseitig, oberflächlich und interpretierst zu sehr. Man merkt, dass Du nicht tief genug mit dem Thema beschäftigt hast und nur an der Oberfläche kratzt.
    Und vom Herzen leiten lassen? Ja, wenn das Herz gereinigt worden ist aber ohne Hilfe und Unterstützung ist das nicht möglich. Ich bin dankbar, das Prahpupada Bhakti Yoga in den Westen gebracht hat und sich für mich eine völlig neue Sichtweise auf das Leben und den Sinn des Lebens eröffnet hat! 
    Und zur Bhagavad Gita. Ja, es gibt unterschiedliche Übersetzungen. Das macht das eine aber nicht schlechter als das andere- es sind auch verschiedene Schulen. In der Bhagavad Gita von Prahpupada gibt es eine Wort für Wort Übersetzung, die haben die anderen nicht. Wer Kritik übt, sollte sich einmal mit Sanskrit sehr genau beschäftigen und schauen, ob die Übersetzung stimmig ist. Kannst Du Sanskrit?

    • Machshell

      Sicher hast du recht, meine Kommentare sind einseitig, allgemein und oberflächlich. Ausserdem ist es eine Interpretation. Auch bin ich nicht sehr tief in das Thema eingedrungen. Das hast du richtig erkannt. Dennoch habe ich mir im laufe der Zeit ein Bild gemacht und wollte in diesem Rahmen mal meine bescheidene Meinung äussern. Ich bin dabei wohl zusehr auf die von mir negativ erfahrenen Seiten eingegangen. Gebe ich gerne zu. Ich habe grossen Respekt vor der Arbeit Srila Prabhupadas und sehe welch wichtiges Werk er für die Menschheit vollbracht hat. Dafür bin ich voller Dankbarkeit. In einem älteren Artikel habe ich dieses Werk auch gewürdigt: http://machshell.de/srila-prabhupada/
      Sanskrit? Habe ich nur rudimentäre Kenntnisse. Ich habe auch nicht vor Indologe zu werden, bloß weil ich auf dem spirituellen Weg bin. Ich denke aber, dass man auch Kritik üben darf und soll ohne gleich lles zu einem Thema zu wissen.
      Mein Hauptkritikpunkt ist der Anspruch alleinseeligmachend zu sein, und den habe ich bisher in jedem Gespräch mit KrishnaDevotees herausgehört.

  • Gast

    “Offenbar wird vom Benutzen des gesunden Menschenverstandes abgeraten”, schreibst Du. Im Kali Yuga (Zeitalter des Streites und der Heuchelei) ist es schwierig den “gesunden Menschenverstand” zu gebrauchen. 
    So wie Du hier schreibst, führt es allenfalls- wenn der Verstand ausgeschaltet worden ist- zu Streit, ganz im Sinne des Kali Yugas. ;-)
    Denke einmal darüber nach. Und was hat Dich veranlasst, alle Menschen die sich dem “Krishna Bewusstsein” zugehörig fühlen, in “einen Topf zu schmeißen”?

    • Machshell

      “Diesen Anweisungen sollte man widerspruchslos folgen.” war der Anlass zu den Zeilen. Meinst du das ist gut so? Ich denke egal in welchem Zeitalter wir sind sollten wir unser Gehirn benutzen! Gott hat es uns gegeben um damit zu arbeiten, so denke ich. Klar sagt aber auch die Yogalehre, dass es gilt die Gedanken bzw. den Verstand zu überwinden. Und auf die Stimme des Herzens zu hören. Gesunder Menschenverstand ist eine Kombination aus Herz, Intuition und Verstand. ;-)
      Und zu deiner Frage: Unwissenheit. Meine Erfahrungen die ich mit Krishna-Leuten gemacht habe sind alle mit Prabhupada- Schülern gewesen. Ich wollte da keineswegs verallgemeinern, hab ich aber, sorry!

  • Gast

    ich hätte da auch unmengen an fragen zum krishna bewusstsein. fangen wir mit einer an: was ist mit all den menschen auf der welt, die diese spirituelle erfahrung nicht machen? was ein stellenwert haben sie? wie sind sie zur spirituellen welt gestellt? was passiert mit ihnen nach ihrem erdlichen ableben ???

    • Machshell

       Diese Fragen kann ich dir nur aus meiner bescheidenen Sichtweise beantworten, jedoch ohne Gewähr. Wie dieses aus sicht des Krishna-Bhakti gesehen wird, weiss ich nicht. Vielleicht fidest du hier einen Ansatz: http://machshell.de/reinkarnation/ Ich jedenfalls finde es viel wertvoller Mitgefühl zu kultivieren als beispielsweise Chakras zu spüren…

  • Savitri

    Das Höchste Absolute, auch “Brahman” genannt, ist formlos und Grenzenlos. Aber es nimmt immer wieder Formen an, so sind alle Götter und Göttinnen verschiedene Aspekte des Göttlichen. Die alten Meister wussten diese und sie gaben ihren Schülern ein persönliches Mantra, das nach der favorisierten Gottheit ausgewählt wurde. Nicht jeder Mensch ist gleich und so sollte jeder Mensch die Gottheit verehren, die sein Herz am meisten anspricht, nur dann ist spiritueller Fortschritt möglich. Bei manchen kann das auch ein unpersönlicher Gott sein, obwohl es für die meisten Menschen leichter ist einen persönlichen Gott zu verehren. Meine spirituelle Meisterin die Amma (Mata Amritanadamayi) betont das immer wieder und weiht alle ihre Schülerinnen und Schüler in ganz unterschiedliche Mantras ein. Letztendlich führen alle diese Wege zum selben Ziel.
    Für mich war diese Toleranz so selbstverständlich und macht für mich auch die Größe des sogenannten Hinduismus oder Sanatana Dharma aus. So erlebte auch ich einige blaue Wunder, in meinen zahlreichen Begegnungen mit Anhängern der Hare-Krisna-Bewegung und kann daher Deine Kritik nur unterstützen. Leider fehlt diese Toleranz völlig in der Hare-Krishna-Bewegung. Auch ich freue mich über die Hare-Krishna-Bewegung, die spirtuelles Bewußtsein in eine materielle Welt bringt und ich bewundere, was sie alles aufgebaut haben, aber ich habe auch viele bittere Erfahrungen der persönlichen Anfeindung gemacht, weshalb ich heutzutage sehr ungern Hare-Krisna-Tempel besuche. Vielmehr reift in mir momentan die Idee ein eigenes spirituelles Internet-Projekt zu starten. In gewisser Hinsicht ist es schade, denn ein erhebender Austausch von spirituell interessierten Menschen untereinander, das ist mit Hare-Krishna-Anhängern gar nicht möglich.
    Ich habe mich immer schon besonders zur Verehrung der göttlichen Mutter hingezogen gefühlt, dieses Verlangen war so stark in mir und wurde immer stärker. Besonders hat es mich verletzt, dass in der Hare-Krishna-Bewegung die Mutter des Universums als “Halbgott” angesehen wird und mir immer wieder erklärt wurde, ich täte besser daran Krishna zu verehren, da die göttliche Mutter nur von Menschen verehrt werde, die lediglich materielle Dinge wünschten und keinen spirituellen Weg gingen.
    Dieses ist vollkommener Unsinn und es hat bekanntlich in der großartigen Geschichte Indiens großartige spirituelle Meister wie Ramakrishna oder Ramprasad gegeben, die die götlliche Mutter verehrten und dadurch das höchst Ziel erreichten. Genau wie Krishna verkörpert die götlliche Mutter für ihre Anhänger das Höchste. Mag man auch “sterbliche” Gottheiten wie Indra oder Agni als “Halbgötter” sehen, so frage ich mich immer wieder, wieso in aller Welt die Hare-Krishna-Bewegung auch die göttlcihe Mutter oder die beiden anderen Gottheiten der Triade den Schöpfer Brahma und den Zerstörer Shiva als “Halbgötter” deklassieren, wenn sie doch den “Erhalter” Vishnu als höchste Gottheit anerkennen. So ganz logisch ist das nicht.
    Ein anderer Punkt wurde von Dir bereits angesprochen: Ich habe nur ein Buch von Prabupad gelesen und es fiel mir wirklich schwer es zuende zu lesen ohne es gegen die Wand zu werfen, aufgrund der vielen  frauenverachtenden Äußerungen. Prabupad behauptete in diesem Buch, Frauen hätten einen Mangel an Intelligenz und seien daher für den spirituellen Weg nicht sonderlich geeignet. Frauen würden auf der Stufe der “Shudras” (unterste Kaste im indischen Kastensystem) stehen.
    Aber selbst mit Verehrern Krishnas können sie offenbar nichts anfangen, sobald diese nicht in der Schülernachfolge von Prabupad stehen. Als ich ihnen erzählte, dass meine eigene spirituelle Meisterin selber als kleines Kind eine glühendste Anhängerin Krishnas war und den Pfad des Bhaki ging und als junges Mädchen dadurch Samadhi erreichte, wurde mir nur lapidar erklärt, sie sein nicht Krishna-Bewußt, da sie kein Iscon Mitglied sei.
     
    Soviel vorerst, ich freue mich über eine Diskussion.
    Om Namaha Shivaya
    Savitri

    • oroberos

      Die ISKCON und deren manipulierte Rasenmäher beleidigen alles, was du verehrst, und nicht den (äußerlichen) Namen Krishna hat, als etwas niederes.

      In der Offenheit, in der du schreibst, liegt wesentlich mehr Wahrheit, als in solchen Beleidigungen, aber das ist dir selber denke ich klar.
      Ich kann dir generell nur Mut machen. Jede Bhakti ist zu begrüßen, egal gegenüber welcher Form, weil sie dich immer voranbringt. Die Idee hinter der Krishna/Radha Bhakti (BTW: Radha ist auch ein Teil Krishnas spiritueller Energie und hat damit die gleiche Qualität) ist, sich von jedem materiellen Wunsch loszulösen.Wenn du jemanden anbetest, sind damit konkrete Wünsche mit Bezug auf dein Leben verbunden? Liebst du Gott/Durga/whoever vollkommen bedingungslos? Ist die Liebe rein, wie die eines Kindes? Das ist die Kernfrage, nicht wen du anbetest.

      Und selbst wenn sie nicht rein ist, so ist es doch positiv (hey, es ist immerhin Gott, und der/die ist NIE negativ). Also lass dich nicht von verblendeten Menschen runterziehen. Die sind hoffnungslos dümmer als du und können froh sein, wenn sie ihr schlechtes Karma nicht in diesem Leben erleiden müssen ;-).

      • Savitri

         Hallo Oroberos!
        Danke für Deine Antwort. Schwierig für mich persönlich ist es, dass hier in Deutschland nicht so ein breites Spektrum an Lehren zu finden ist, wie in Indien. Wenn jemand z. B. im Internet etwas sucht über vedische Kultur oder Hinduismus, dann kommt er zwangsläufig auf die Hare-Krishna-Bewegung, die für sich beansprucht die einzig richtige Auslegung der Veden zu verbreiten und als einzige den Hinduismus zu repräsentieren. In Indien gibt es heutzutage im Hinduismus die drei Hauptströmungen Shaivas (Verehrer Shivas), Vaichnavas (Verehrer Vishnus und Krishnas) und Shaktas (Verehrer der göttlichen Mutter). Ich habe inzwischen begriffen, dass es in Indien einen uralten philosophischen Zwist gibt zwischen den Vaichnavas und den Shaktas. Diesen Zwist hat Prabhupad anscheinend mit in den Westen getragen, obwohl es hier ja den “Feind” die Shaktas gar nicht gab, sondern nur das Christentum. Quasi “vorsorglich” erklärte er die Shaktas für schlecht, oder weil er es einfach nicht schaffte sich aus seinen eingefahrenen Gedankenstrukturen zu lösen? Außerdem hat er eine für mich sehr unverständliche Art und Weise den Monismus anzugreifen, der heutzutage eigentlich im Hinduismus und Buddhismus vorherrschend ist. Noch mehr als die Shaktas und die Frauen schien Prabhupad die Anhänger eines unpersönlichen Gottes zu hassen. Und gemäß seiner Lehre halten die Hare-Krishna-Gurus heute ganze Predigten ab in denen sie nichts anderes tun, also auf die armen “Unpersönlichkeitsanhänger” zu schimpfen, was vor dem Hintergrund, dass auch dieser philosophische Streit im Westen von den meisten Menschen gar nicht verstanden wird, fast schon komisch wirkt.
        Wie gesagt, ich habe die Idee eine eigene Webseite zu entwerfen, die ich speziell der Shakta-Tradition widmen möchte, in der ich mich zu hause fühle. Wohlgemerkt, für mich bedeutet das nicht, andere Wege zu verurteilen, es gibt viele Wege zum gleichen Ziel, aber ich möchte speziell diesen Weg gehen und andere inspirieren, die dieser Weg vielleicht auch anspricht.
        Was die Hare-Krishna-Bewegung angeht, so sind sie doch auch manchmal für positive Überraschungen gut, denn immerhin hat diese Bewegung einen wirklich brillanten Philosophen wie Armin Risi hervorgebracht, der wirklich weit entfernt ist von jeglichem Prabhupad Dogmatismus. Auch das Mahabarata-Buch aus dem Hare-Krishna-Buchversand, ist wirklich lesenswert. Allerdings ist es auch nur eine Nacherzählung, keine Interpretation und das Buch ist auch nicht von Prabhupad.
        Liebe Grüße
        Savitri

        • oroberos

          Hi,

          ich kann dir bei allem was du sagst nur beipflichten, wenn man Armin Risi da rausnimmt. Ich finde es immer äußerst anstrengend mit seinen Anhängern zu reden, weil diese Gedanken sehr vereinnahmend sind und das Ego ziemlich aufbauschen…. nichts für mich. Ich finde man sollte an derartige Dinge nicht anhaften. Philosophische Gedanken und Interpretationen über die materielle Welt bringen mich spirituell nicht weiter.

          Wenn dich das Thema Prabhupada / ISKCON / Hare Krishnas aus einer unabhängigen Perspektive weiter interessiert kann ich folgende Aufsätze von Krishna Chandra empfehlen:

          - http://radhe.ch/index.php?id=302 
          - http://radhe.ch/index.php?id=301

          Liebe Grüße
          Gerhard

  • oroberos

    Also diese Art und Weise, wie von ISKCON-manipulierten Devotees hier kritisiert wird, ist angreifend, unsensibel, undifferenziert, nicht zeitgemäß und schlichtweg PEINLICH. Überall versucht man hier dem Autor reinzudrücken, wie unwissend, negativ, von schlechten Gefühlen motiviert, einseitig, hetzerisch etc. er sich benimmt. Das ist belehrend, zurückgeblieben
    und  kindisch. Diese Leute sind der Beweis für die vollkommen irreführenden Lehren der ISKCON und Beweise für die Aussage dieses Artikels. Wenn Religion/Yoga/Spiritualität zu solchen Verhaltensweisen führt, ist das keinerlei Fortschritt für die jeweiligen Personen noch für die Menschheit als ganzes. Solches Verhalten ist unreflektiert und unbewusst und bewegt sich damit zu 100% innerhalb der Gesetzmäßigkeiten des Karma von Aktion und Reaktion. Es ist Fanatismus.

    Es liegt bei den entsprechenden Personen offensichtliche Unzufriedenheit mit dem eigenen spirituellen Weg vor. Glückliche, zufriedene und ausgeglichene Menschen haben derartige Anfeindungen, welche v.a. den Erscheinungsweisen Rajas und Tamas entspringen, nicht nötig. Das positive und verbindende hervorzuheben und sich nicht mit negativen Energien zu verbinden ist sattvisch und damit das Verhalten eines wahren Sadhus, der den Weg der einzigen Wahrheit geht, nach innen, frei von Dogmas, Zwängen, Äußerlichkeiten, zeitweiligen Interpretationen, die immer und immer wieder dem Wandel der Zeit und der immer bedingten Menschen unterliegen. Der Wegweiser zur inneren Wahrheit zeigt nach oben, auf Chancen, positive Ideen, auf die guten Dinge der Menschen und das, was einen innerlich noch stärker und zufriedener macht, um auf ewig, im Bewusstsein auf Krishna ausgerichtet, zu ruhen wie ein Stein, komme was wolle.Der Artikel des Autors ist eingebettet in eine Stimmung der Toleranz und des Respekts. Solche Prabhupada-Zitate, wie sie angeführt wurden, sind in jedem Kommentar aus jedem Prabhupada-Buch, zu finden. Leute, die andere als Hetzer beschimpfen, _obwohl_ diese auf derartige vollkommen offensichtlichen Missstände hingeweisen (man muss den Autor für seinen spirituellen Mut loben!), leben in einer abgespaltenen, sektiererischen Welt der Verbote (ich darf nicht dies und jenes denken, sagen, lesen, …) und trennen sich selber von ihren eigenen Gefühlen und Erfahrungen ab. Stattdessen ketten sich solche bedingte Seelen an eine einzige bedingte Lehre an. Eine Lehre ist als solche Teil der feinstofflichen materiellen Welt. Das anhaften an Materie ist Maya. Die Folge sind Unzufriedenheit und in der Folge Beleidigungen, Belehrungen, anstatt der eigentlich von der Seele erwünschte Seelenfrieden. Ein Widerspruch in sich.Wer in die ISKCON einsteigt und alles andere ausschließt begeht einen tiefen Verrat an seiner eigenen Spiritualität und dadurch an seiner eigenen Seele und der individuellen Beziehung zu Gott. Diese ist nie geprägt von zeitweiligen Konzepten irgendwelcher Gurus. Die Beziehung kann individuell, d.h. IRGENDWIE, sein! Die Wahrheit liegt vollkommen jenseitig und ist für uns Menschen nicht zu begreifen.Nur wer Krishna wahrhaft in seinem Herzen liebt kommt zur Zufriedenheit und darüber Befreiung.Ich habe nur eine Kritik am Autor: wer sich gegenüber ISKCON-Devotees derartig in die Defensive begibt und ihnen bei ihrer Kritik ständig recht gibt, kann auch nicht ganz richtig liegen. Mehr Selbstvertrauen wäre definitiv angebracht, wenn man schon den inneren Weg konsequent beschreitet.

    Krishna ist mit euch! Hari Bol!

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  • Astheologos Erder Drahnier

    “Und so da eine Seele innewohnt, beträufele sie mit Erbaulichem.”

    Danke, für diesen außergewöhnlichen Beitrag.
    Denn diese Kritik ruht auch in mir,
    und so hast du mir aus dem Herzen gesprochen.

    Geliebte Brüder u. Schwestern der Krishna Bewegung,
    öffnet euren Geist und weitet eure Herzen ins unendliche.
    Alles entsteht aus dem Einen, daher ist auch alles reiner Natur.

    Astheologos Drahnier