Narada Bhakti Sutra 34-42 „Wie man Bhakti kultiviert“

Hanuman öffnet sein Herz



In den Versen 34-42 des Narada Bhakti Sutra gibt der Rishi Narada Muni konkrete Vorschläge, wie man dieses Bhakti, diese umfassende Liebe von der er zuvor gesprochen hat, leben kann. Wenn wir auf dem Weg des Bhakti unser Herz für Gott öffnen wollen, müssen wir wissen wie wir das konkret tuen können, nur allein der Entschluss reicht noch nciht aus um diese tiefe Liebe tatsächlich spüren zu können und aus ihr heraus zu agieren. Man sagt das Wesen des Bhakti ist zu erreichen über Karma Yoga, was häufig als selbstloses Dienen bezeichnet wird. Nur durch das Dienen können wir unser Ego transzendieren, unser Herz reinigen und uns für die unmittelbare Erfahrung des Göttlichen öffnen. Der Sutra Text führt schrittweise in die Tiefe, am besten du beginnst vorne…

Verse 34-42 des Narada Bhakti Sutra

34. Die großen Lehrer beschreiben in ihren Liedern folgende Mittel um die höchste Liebe zu erreichen.

Narada gibt im folgenden einige Beispiele dafür, wie man die Liebe zu Gott von der er spricht kultivieren kann. Man kann diese Liebe nicht einfach anschalten, aber es gibt ganz konkrete Wege um Bhakti in sich entstehen zu lassen. Wenn dieses Bhakti, diese große Liebe zu Gott dann einmal verankert ist, kann sie durch jede Handlung ausgedrückt werden.

35. Um den Zustand höchster Liebe zu erreichen, muss man frei von der Verhaftung an Sinnesobjekte werden.

Laut der Lehre des Yoga liegt der grund für das Leiden der Menschen darin, dass sie Verhaftet sind mit den Objekten dieser Welt. Ein Ausweg aus der Misere bring das innere loslösen von allen Objekten, was ein schwieriges Unterfangen ist. Die Meister sind sich darüber einig, dass wir uns ganz von den erfahrbaren Objekten der Welt lösen müssen um zur reinen Freude zu kommen die aus der Liebe zu Gott bzw. der Erkenntnis der Einheit kommt. Dieses wird Vairagya genannt, die innere Losgelöstheit.

36. Höchste Liebe wird durch kontinuierliches Verehren erreicht.

Die Liebe in unserem Inneren wächst ganz von alleine, es gibt keine Möglichkeit diese einfach anzuschalten. Was wir tuen können ist, das Erwecken dieser tiefen Liebe zu ermöglichen durch äussere Handlungen die es begünstigen. Wir können ganz konkret Verehrung der Schöpfung und bestimmter Aspekte der selbigen üben um dadurch unser Herz für das reine Bhakti zu öffnen.

37. Durch das Hören und Singen von Gottes Lobpreis auch bei gewöhnlichen Tätigkeiten wird höchste Liebe erlangt.

Die Sufis machen ihr Dhikr, die Christen singen Psalmen und im Bhakti Yoga werden die Kirtans, Mantras und Bhajans gesungen um damit das Herz für die Liebe zu Gott zu öffnen. Es ist gut sich dafür extra zeit zu nehmen und ideal mit anderen gemeinsam Lieder für Gott zu singen, aber man kann auch im Alltag immer wieder Musik hören die hilft sich an die Liebe zu Gott zu erinnern und diese wachsen zu lassen.

38. Vor allem jedoch wird sie erlangt durch die Gnade großer Seelen oder durch ein wenig von Gottes Gnade.

In Indien nennt man es Darshan (=Anschauung) und es ist eine sehr wichtige Praxis die begegnung mit Gurus zu suchen. Natürlich sollte man Gurus erstmal mit ein wenig skepsis begegnen, aber eben auch nicht zu kritisch sein und einfach hineinspüren was im inneren durch die Presenz ausgelöst wird. Jemand der diese Bhakti in sich erweckt hat und aufrichtige Gottesliebe lebt, der strahlt dieses auch aus und hilft damit ganz von alleine den Menschen die sich darauf einstimmen.

39. Es ist nicht leicht einen Heiligen zu treffen und ihn zu erkennen, aber der Empfang der Gnade ist unvergleichlich.

Ein Heiliger hat keinerlei besondere körperliche Merkmale und seine Handlungen sind nicht verschieden von denen eines gewöhnlichen Menschen. Entscheidend ist was durch die begegnung mit ihnen im inneren wahrgenommen werden kann und dass man sich für den fliessenden Segen öffnet.

40. Dennoch kann man dies durch die Gnade von Guru und Gott erfahren.

Tiefe Liebe zu Gott zu empfinden ist eine Gnade, ein wahrer Guru kann dabei helfen den Kanal zu Gott zu öffnen.

41. Denn Gott und seine Hingegebenen sind eins.

Jemand der sich Gott ganz hingegeben hat, dessen Ego ist transzendiert und man kann sagen er ist zu einer verkörperung Gottes geworden. Wobei das natürlich von aussen kaum zu beurteilen ist und man nicht leichtfertig jemanden als Gottesverkörperung ansehen sollte. Wobei wir natürlich auf der anderen Ebene alle eine Verkörperung des Einen sind, aber eben nicht so rein und hingegeben.

42. Suche daher diese Gnade.

Wir sollten immer und überall nach der Göttlichen Gnade streben und versuchen Gott ständig zu verehren in allem und in jedem. Es gibt keinen Ort und keine Person wo Gott nicht wohnt, wir können lernen unseren Blick darauf einzurichten.

Soweit mein Kommentar zu den Versen 34-42 des Narada Bhakti Sutra


Bhakti Yoga

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About Narada

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