Narada Bhakti Sutra 51-57 „Höchste Liebe und der Weg“

Maha Mrityunjaya Yantra



Der Weise Narada Muni formuliert in seinem Narada Bhakti Sutra den Weg des Bhakti Yoga und findet schöne Worte um zu verdeutlichen worum es geht. Bhakti Yoga ist eine der wesentlichen Bestandteile des Hinduismus und ein Essentieller Pfad des spirituellen Weges. Das Ziel des Bhakti Yoga ist die reine und höchste Liebe zu Gott zu kultivieren und dieses ist zugleich auch die Praxis. Man kann sagen Bhakti ist gleich Liebe, es ist das Bemühen die Liebe zu entwickeln und es ist diese reine Liebe die als Ziel definiert wird. In diesen Versen 51-57 des Narada Bhakti Sutra beschreibt Narada das unbeschreibliche Ziel der höchsten Liebe, dazu einige Kommentare von mir.

51. „Die wahre Natur der höchsten Liebe ist unbeschreiblich.“

Auch wenn Narada Muni und viele andere Autoren, so auch ich, immer wieder versuchen das Ziel des spirituellen Weges in schönen Worten zum Ausdruck zu bringen, so sind dennoch keine Worte ausreichend um dieses auszudrücken. Worte deuten immer nur auf etwas hin, sie sind aber nunmal begrenzt und relativ, es ist ja beispielsweise auch nicht möglich den Geschmack eines Apfels zu beschreiben.

52. „Es ist wie das vermitteln der Erfahrung eines Stummen.“

Häufig wird hierzu auch die Analogie vom Finger der auf den Mond zeigt verwendet, der Weise betrachtet den Mond und der Idiot nur den Finger, man kann mit Worten nur die Oberfläche beschreiben, entscheidend ist die tieferliegende Wahrheit bzw. jenes, was zwischen den Zeilen liegt. Der Stumme kann seiner Erfahrungen nicht mitteilen, ebenso reichen eben Worte nicht aus um die Erfahrung der höchsten Liebe zu Ausdruck zu bringen.

53. „Sie manifestiert sich im Herzen der würdigen Sucher.“

Der jenige der würdig ist und ernsthaft sucht, der wird die Erfahrung der höchsten Liebe in seinem Herzen machen. Würdig ist, wer bereit ist alles andere aufzugeben und nurnoch Gott als Inhalt und Ziel seines Lebens zu betrachten. Wobei das Wort „Sucher“ hier irreführend ist, da erst entdeckt wird wenn man aufhört zu suchen, sondern die Augen für die unmittelbare Erfahrung öffnet.

54. „Diese höchste Liebe ist ohne Eigenschaften, ohne Wünschen und sie wird mit jedem Augenblick stärker. Sie ist eine ununterbrochene innere Erfahrung, feiner als das Feinste.“

In Vers 54 spricht Narada Muni von der Liebe als das was jenseits aller Eigenschaften ist, solange diese nicht verwirklicht wurde ist der mensch durch die 3 Gunas und den entsprechenden motivationen dominiert. Eine tamasige Hingabe ist von Trägheit und Dunkelheit geprägt, eine rajasige Hingabe von Selbstbezogenheit und Ruhelosigkeit. Nur die sattwige Hingabe ist rein und klar und befähigt die drei Eigenschaften zu transzendieren.

55. „In diesen Zustand höchster Liebe, sieht er das in allem, überall hört er von Ihm und nur das ist der Gegenstand seines Sprechens und Denkens.“

Man entdeckt also, dass es nichts gibt was nicht vollkommen durchdrungen ist von dieser reinen Gottesliebe. Jedes Ereigniss ist ein reiner Ausdruck von Gottes Liebe zur Schöpfung bzw. des Absoluten zum Relativen. Es gibt nichts mehr was losgelöst von der reinen Liebe existiert und man sieht, dass alles andere bloß eine Illusion war.

56. „Die Hingabe des Anfängers ist dreifacher Natur, sie entspricht den unterschieden in den Gunas und seiner Motivation.“

Wenn die Erfahrung der höchsten Liebe nicht erreicht ist, also das Bewusstsein sich über die Ebene der Gunas erhebt, so sind alle Zustände entsprechend der drei Wirkkräfte der Natur begrenzt. Die drei Gunas bestimmen die Erfahrungsebene, die höchste Liebe geht über diese hinaus. Die Motivation des Suchenden kann wie folgt in die drei Gunas eingeteilt werden:

  • Tamas die Suche erfolgt um sich aus dem Leid zu befreien
  • Rajas die Suche erfolgt um zu persönlichem Glück zu gelangen
  • Sattwa die Suche erfolgt um gott zu erfahren

57. „Jede erreichte höhere Stufe führt mehr zur Verwirklichung des höchsten Zieles als die Vorangegangene.“

Der Mensch entwickelt sich auf seinem spirituellen Weg durch verschiedene Stadien in denen jeweils verschiedene Schwerpunkte im Vordergrund stehen. Entsprechend der drei Gunas bewegt man sich von der Verblendung und Ignoranz zur Anstrengung und Zielstrebigkeit hin zu Klarheit und Gelöstheit, um dann darüber hinaus zu wachsen in die reine Gottesliebe die allen anderen Eigenschaften zugrunde liegt.

Kirche in der Normandie

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