Narada Rishi – mein neuer Name

Auf dem spirituellen Weg gibt es, wie auch im richtigen Leben, unterschiedliche Phasen, Etappen, Scheidewege, Abschnitte, Höhenflüge und Talfahrten. Und so hat Gestern für mich ein neuer Abschnitt bekommen. Die Spiritualität hat für mich schon seit 15 Jahren einen hohen Stellenwert im Leben, und ist mir insbesondere in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Nach langer Suche habe ich auch inzwischen einen klaren Weg gefunden den ich gehen möchte. So fühle ich mich mit Ramana Maharshi und Swami Sivananda sehr verbunden, und bin ein Freund der integralen Spiritualität insbesondere des Vedanta. Derzeit schliesse ich eine Jahrelange Ausbildung zum Meditationslehrer ab. In diesem Zuge möchte ich mich innerlich noch mehr einstellen auf die Lehrer in deren Tradition ich Yoga und Spiritualität vermittle. Und habe ich mich eben auch dazu entschieden, mir einen spirituellen Namen geben zu lassen. Dieser soll vor allem zum Ausdruck bringen, daß ich mich innerlich noch mehr auf meine spirituellen Ziele ausrichten möchte. Ein spiritueller Name hat immer eine besondere Kraft und hilft dem Träger des Namens und dem der den Namen ausspricht, sich an die göttliche Natur eines jeden Menschen zu erinnern.

Sri Ramana Maharshi

Und so beginnt für mich nun ein neuer Abschnitt auf meinem Weg. Ein Abschnitt in dem ich mich noch mehr auf meine beiden Gurus einstimmen möchte, und mehr und mehr als Kanal für die kosmische Energie fungieren mag. Vor vielen Jahren hatte ich ja (wie berichtet) im Traum eine Begegnung mit Ramana Maharshi, der mich dort eingeweiht hat. Seit dieser Zeit sehe ich mich als einen Schüler Ramanas. Allerdings lebe ich ja seit vielen Jahren in einer Gemeinschaft die in der Tradition Swami Sivanandas steht. Und nun war es für mich an der Zeit mich auch noch in dieser Tradition einweihen zu lassen. Mit Swami Sivananda fühle ich mich schon lange sehr verbunden und beide Lehren sind sehr kompatibel, zumal sich beide Meister auch kannten. Swami Sivananda hat sein Wissen und seine Energie an Swami Vishnu-Devananda weiter gegeben, dieser an Sukadev.

Bei Sukadev werde ich derzeit ausgebildet und gestern bin ich von ihm eingeweiht worden in meinen neuen Namen:

 

Narada Rishi „नारद ऋषि“

Der Name bedeutet „Der die Weisheit weitergibt“,

Narada wird auch „Triloka Sanchari“ genannt,
„Der zwischen den Welten reist“ was sicher zu mir passt.

Diese Einweihung hat mich in meinem tiefsten Herzen berührt, und alle Zweifel ob ich denn nun einen neuen Namen tragen möchte, sind weggefegt worden. Wer mich allerdings gerne weiter Marcel nenen mag, kann das gerne tun!

Narada Rishi

Narada ist eine mythologische Figur des alten Indiens, über Narada Rishi oder Narada Muni gibt es sehr viele Geschichten.

Es ist unklar ob es sich bei Narada um eine real existierende Person gehandelt hat, oder ob er „nur“ ein Wesen aus anderen Dimensionen ist.

Er gilt als ein Heiliger oder Halbgott der umher reist, um Menschen und andere Wesen zu Inspirieren und den Weg zu Gott zu Lehren.

Er ist einer der „Saptarishis“, der sieben grossen Seher des Altertums.

Er ist auch einer der 12 Mahajanas, der grossen Verehrer von Narayan bzw. Vishnu.

Sowie einer der 14 Prajapatis, der Vorväter der Menschheit.

Narada wird in einigen uralten klassischen Schriften Indiens erwähnt, wie zB der Ramayana, der Shrimad Bhagavatam und der Bhagavad Purana.

Er gilt auch als Verfasser einiger uralter Schriften, nämlich der Narada-Bhakti-Sutras, der Pāñcarātra und der Naradasmriti.

Er gilt auch als der Lehrer von Vyasa, der die Veden strukturiert und festgehalten hat.

Auch gilt er als Reisender durch die Welten als Götterbote, der im Auftrag der Götter verscheidene Aufgaben erledigt.

Beim reisen durch die Welten stiftet er auch gerne Verwirrung. So interpretiert er die Wahrheit oft sehr unterschiedlich, was seine Schüler verwirrt. In Indien sagt man dann oft zu Leuten die gegensätzliche aussagen machen : „Du bist wie Narada“…

„Die Gestalt des Narada hat die indische Volksseele viel beschäftigt. In Upanishaden und Puranas taucht seine Gestalt auf. Es heisst von ihm, dass er immerdar lebt als ein ewig Junger zu jeder Weltenzeit. In den Rasa der Gottesliebe versunken, spielt er auf seiner Laute, deren Ton in den Menschenherzen die unverhüllte göttliche Liebe erweckt. Er durchwandert alle Welten und sucht Wesen die würdig sind, das grösste Kleinod, das es gibt, den Schatz der Gottesliebe zu empfangen.“

Und eine der vielen Geschichten:
Eine alte Legende erzählt, wie einmal der Weise Narada zu Lord Krishna sagte: “Herr, zeige mir Maya (was Illusion bedeutet,).” Ein paar Tage vergingen, und Krishna fragte Narada, eine Reise mit ihm zu einer Wüste zu machen. Nach einem Spaziergang über me…hrere Meilen, sagte Krishna: “Narada, ich bin durstig, kannst du für mich Wasser holen? ” “Ich will sofort gehen Herr und für Dich Wasser holen.” So ging Narada …. In einiger Entfernung gab es ein Dorf, er ging in das Dorf auf der Suche nach Wasser und klopfte an eine Tür, die von einem schönen jungen Mädchen geöffnet wurde. Bei ihrem Anblick vergaß er sofort, dass sein Meister auf Wasser wartete, und vielleicht sterben würde. Er vergaß alles und fing an, mit dem Mädchen zu sprechen. Den ganzen Tag blieb er im Hause, im Gespräch mit dem Mädchen. Das Gespräch reifte zu Liebe und er bat den Vater um die Hand seiner Tochter. Sie heirateten und lebten dort und hatten Kinder. So vergingen 12 Jahre … .. Als sein Vater starb, erbte Narada sein Vermögen. Er lebte, wie er dachte, ein sehr glückliches Leben mit seiner Frau und seinen Kindern, seinen Felder und dem Vieh, und so weiter. Dann kam eine Flut. Eines Nachts stieg der Fluss, bis er über seine Ufer trat und überschwemmte das ganze Dorf. Häuser fielen, Menschen und Tiere wurden fortgerissen und ertranken, und alles war fortgeschwemmt. Narada versuchte, mit seiner Frau und seinen Kindern zu entkommen. Ein Kind war auf seinen Schultern. Er versuchte eine Furt zu finden in dieser enormen Flut. Nach ein paar Schritten merkte er die Strömung war zu stark, und das Kind auf seinen Schultern fiel und wurde weg getragen. Ein Schrei der Verzweiflung kam von Narada. Bei dem Versuch, das Kind zu retten, verlor er seinen Griff auf eines der anderen Kinder, und es war auch verloren. Und auch seine Frau, die er mit aller Macht an sich drückte, wurde von der Strömung fortgerissen. Er wurde aufs Ufer geworfen, weinte und klagte bittere Klagen … … .. Hinter ihm kam die sanfte Stimme von Lord Krishna, “Mein Kind, wo ist das Wasser? Du gingst um einen Krug Wasser zu holen, und ich warte auf dich, du warst schon seit einer halben Stunde weg.” “Eine halbe Stunde!” rief Narada. Zwölf Jahre sind durch meinen Kopf gegangen, und alle diese Szenen mussten in einer halben Stunde passiert sein! Dies ist Maya … .. (Illusion) Aber was interessanter ist in dieser Geschichte ist der Krug mit Wasser …. Die Aufgabe, die Narada anvertraut wurde …. Er hatte sie darüber völlig vergessen … .. So erklärte er, was ihm im Dorf geschah. “Das ist gut “, sagte Krishna. “Aber wo ist mein Krug Wasser ….?” “Ja, siehst du, ich war dabei es zu holen, aber … ..” Krishna fragte wieder: “Wo ist mein Krug Wasser?” Narada konnte Krishna nur niedergeschlagen ansehen. Krishna lächelte und gab Narada eine warme Umarmung. “Es tut mir leid, mein Kind. … Aber man muss wieder von dort weg gehen, von wo du gekommen bist …, Du musst das Spiel erneut starten … um Wasser im Krug zu holen . ”

Und so bekommen wir wieder eine neue Chance, es diesmal richtig zu machen, aus einer Katastrophe zu lernen und Heilung zu erfahren.

Krishna und Narada Muni

Und hier ein Beispiel eines Dialoges mit Narada aus der Shrimad Bhagavatam:

1.6. Gespräch zwischen Narada und Vyasa
1. Suta sprach: Ihr Brahmanen, da Vyasa, der Sohn Satyavatis, von dem glücklichen Weisen unter den Göttern (Narada), über seine Geburt und seine Taten gehört hatte, stellte er ihm eine weitere Frage:

2. Nachdem die großen bettelnden Weisen, die dich in der Wissenschaft vom Transzendenten unterrichtet hatten, fortgegangen waren, was tatest du dann vor dem Beginn deines jetzigen Lebens?

3. O Sohn Brahmas, unter welchen Umständen und mit welchen Betätigungen verbrachtest du dein Leben nach deiner Initiation, und auf welche Weise verließest du am Ende den Körper, den du angenommen hattest?

4. Wie konntest du, o großer Weiser, dich von einem früheren Weltalter her an alle Einzelheiten erinnern, da doch die Zeit in ihrem Lauf alles vernichtet?

5. Narada sprach: die großen Weisen vermittelten mir das geistige Wissen, das ich jetzt habe, und in meiner vorigen Existenz lebte ich demgemäß, als sie fortgegangen waren.

6. Meine Mutter, die eine Dienerin und eine einfache Frau war, hing zärtlich an mir, ihrem einzigen Sohn, und sie hatte niemand anders zu ihrem Schutz.

7. Obwohl sie mir eine gute Ausbildung geben wollte, konnte sie es nicht, da sie, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, wie eine Puppe aus Holz von jedermann abhängig war.

8. Als ich bei den Brahmanen in die Lehre ging, war ich erst fünf Jahre alt und lebte in Abhängigkeit von ihr, ohne je das Dorf verlassen zu haben.

9. Als sie einmal nachts hinaus ging um eine Kuh zu melken, wurde sie auf dem Wege von einer Schlange ins Bein gebissen, und die arme Frau wurde ein Opfer des Todes.

10. Ich nahm dies als besonderen Segen vom Herrn, der immer voll Gnade für jene ist, die ihn lieben, ging fort und wandte mich in nördliche Richtung.

11. Dort fand ich blühende große und kleine Städte, Dörfer und große Bergbaubetriebe, Täler mit Feldern und Blumengärten, Wälder und Baumschulen.

12. Ich sah Hügel und Berge mit verschiedenartigen edlen Metallen und riesige Elefanten, die Äste von den Bäumen brachen, Gewässer mit heilendem Wasser und darauf Lotosblumen, wie sie Himmelsbewohner sich nur wünschen konnten, und mein Herz erfreute sich an den singenden Vögeln und umher summenden Bienen.

13. Ich kam durch Dickichte von Bambus, Schneidegras und Schlingpflanzen und durch Höhlen, und alles allein zu durchwandern war schwierig. Ich gelangte auch in tiefe, unheimliche Wälder, gefährliche Tummelplätze von Schlangen, Eulen und Schakalen.

14. Hungrig und durstig und müde an Geist und Körper nahm ich ein Bad und trank Wasser in einem See, wodurch ich Erleichterung von meiner Erschöpfung fand.

15. In jenem unbewohnten Wald setzte ich mich im Schutze eines Banyan-Baumes nieder und konzentrierte mich auf das All-Selbst in mir, wie ich es von den Weisen gelernt hatte.

16. Als ich so über die Lotos-Füße der göttlichen Person meditierte, verwandelte sich all mein Denken, Fühlen und Wollen in Liebe zum Herrn, und Freudentränen liefen mir über die Wangen, als ich bemerkte, wie die Person des Herrn unverzüglich in meinem Herzen erschien.

17. Vollkommen überwältigt durch ein Übermaß an Liebe und voller nie gekannter Glücksgefühle in meinem ganzen Körper, konnte ich, o Weiser, aufgegangen im Ozean der Ekstase, keinen Unterschied mehr sehen zwischen dem Herrn und mir.

18. Als mir die Gestalt des Glücklichen, der jede Vorstellung von Unterschiedenheit und jedes Begehren im Gemüt erlöschen lässt, nicht mehr sichtbar war, stand ich plötzlich auf, verstört wie jemand, der alles Wünschenswerte verloren hat.

19. Ich wünschte dies wieder zu erfahren, doch so sehr ich auch meditierte, meinen Geist auf das Herz konzentrierte und wartete, ich sah ihn nie mehr, und darüber war ich sehr unzufrieden und von Schmerz erfüllt.

20. Als ich mich an dem einsamen Ort so immer wieder bemühte, vernahm ich eine äußerlich unhörbare Stimme, die in freundlichen, ernsthaften Worten zu mir sprach, so dass mein Kummer gelindert wurde:

21. Hör zu, während deines irdischen Lebens wirst du nicht wieder in der Lage sein mich zu schauen, denn es ist schwierig mich wahrzunehmen, wenn einer noch unreif und nicht genügend gereinigt ist und nicht vollkommen aufgeht in meinem Dienst.

22. Nur einmal wurde dir meine Gestalt gezeigt, um deine Sehnsucht anzufachen, du Makelloser. Wenn das Verlangen nach mir in einem meiner Verehrer wächst, schwindet alles materielle Begehren.

23. Wenn du auch nur wenige Tage im Dienst am Absoluten verbracht hast, so hast du doch ein gefestigtes Verstehen für mich entwickelt. Nachdem du diese beklagenswerten materiellen Welten im Tode aufgegeben hast, wirst du zu mir gelangen als einer meiner Gefährten.

24. Dein Geist, der auf solche Weise mir hingegeben ist, kann niemals von mir getrennt werden, und auch wenn die lebenden Wesen vergehen und wieder neu geschaffen werden, wirst du dich durch meine Gnade immer an mich erinnern.

25. Nach diesen Worten verstummte die große, wunderbare Stimme, in der mir der Herr, unsichtbar für meine Augen, erschienen war. Dankbar für seine Gnade neigte ich den Kopf ehrfürchtig vor seiner Größe und Herrlichkeit.

26. Indem ich die Namen des Herrn immerfort rezitierte, frei von formalen Vorschriften, und in ständiger Erinnerung an seine geheimnisvollen, segensreichen, Aktivitäten verblieb, wanderte ich über die Erde, ganz und gar in Frieden und befreit von allen materiellen Begierden, ohne Stolz und Neid, bis zum Ende meines Lebens.

27. Wie ich so vertieft in Gedanken an Krishna war, o Vyasa, unverhaftet und rein von allem Materiellen, kam, als es Zeit war, der Tod zu mir, wie der Blitz mit Helligkeit einher geht.

28. Mir war jener transzendente Körper zuteil geworden, der in der Lage ist ein Gefährte des Glücklichen zu sein. Ich verließ meinen Körper aus den fünf materiellen Elementen, und mein durch früchtetragende Handlungen erworbenes Karma endete.

29. Am Ende jenes Weltalters nahm der Herr, der sich niederlegte in den Wassern der Auflösung, mich in sich zurück, indem er Brahma und die ganze Schöpfung wieder einatmete.

30. Als tausend Yugas vergangen waren und der Herr von neuem ausatmete, wollte er wieder erschaffen, und aus seinen Sinnen erschienen die Weisen wieder, wie zum Beispiel Marici und auch ich.

31. Da ich in unverbrüchlicher Treue in Dienst der Herrn verharre, reise ich durch die grundlose Gnade des großen Vishnu ohne Einschränkungen überall hin und habe jederzeit Zugang zu der transzendenten Welt sowie auch zu den drei materiellen Welten.

32. Die Vina (Saiteninstrument) spielend, das göttlichen Geschenk, das die Kraft hat heilige Melodien hervorzubringen, bewege ich mich umher und singe immer die Botschaft vom Herrn.

33. Wenn ich in dieser Weise seine Taten besinge, erscheint alsbald der Herr der Lotosfüße (Krishna), von dessen Handlungen man mich gerne erzählen hört, in meinem Herzen, so als ob ich ihn herbeigerufen hätte.

34. Ich habe selbst erfahren, dass es für jene, die so sorgenvoll sind in ihrem Begehren nach den Objekten des Sinnengenusses, ein Schiff gibt, um den Ozean der materiellen Unwissenheit zu überqueren: die wiederholte Rezitation der Taten des Herrn.

35. Begehren und Sinnenlust immer durch Yoga-Disziplin zu zügeln ist sicher nicht so erfüllend für die Seele wie der Dienst an der göttlichen Person.

36. Nun habe ich dir, der du ohne Sünde bist, alles über das Geheimnis meiner Geburt und meiner Tätigkeiten beschrieben, wie du es gewünscht hast, so dass es der Befriedigung deiner sowohl wie meiner Seele dient.

37. Suta sagte: Nachdem der glückliche Narada so zu Vyasa gesprochen hatte, ging der Weise, wohin auch immer ihm der Sinn stand, die zauberhafte Vina spielend.

38. Lobpreis und Ehre sei dem Weisen unter den Göttern, der den Ruhm Krishnas besingt und seine Freude darin findet, durch das Spielen seines Instruments die Leiden der Welt zu lindern.