Patanjali Yoga Sutra 3.1-15 – Einleitung der Samyama Techniken

Die Götting Ganga Ma Devi

Die Göttin Ganga Ma Devi

Das 3. Kapitel des Yoga Sutra wird „Vibhuti Pada“ genannt und es beschäftigt sich mit den Techniken zum Erlangen besonderer Kräfte und Fähigkeiten.

Samyama– innere Ausrichtung

Die einzelnen Verse zum Beginn des 3. Kapitels habe ich bereits schriftlich kommentiert und verschiedene Übersetzungen dazu angeboten, unter dem Audiobeitrag stehen die entsprechenden Links. Hier also meine Audio Zusammenfassung des Beginns vom Vibhuti Pada als Einleitung in die Samyama Methodik. Diese 15 Verse aus dem Yoga Sutra dienen der Einleitung der dann folgenden Auflistung der verschiedenen Samyama Techniken, also der Methoden des Weisen Patanjali um ganz konkrete Siddhis zu bekommen. Kurz zusammengefasst geht es bei Samyama darum, seinen Geist innerlich auszurichten, es gibt dazu drei verschiedene Stufen: Dharana, Dhyana & Samadhi.

Die Bedeutung von Samyama

Das Wort Samyama संयम lässt sich wie folgt übersetzen:

  • Bändigung, Ausrichtung; Beherrschung der Sinne, Selbstbeherrschung; Zusammenbinden, Integration, Fesselung; das Schließen (der Augen); Sammlung, geistige Konzentration; Anstrengung;

Es geht bei diesem technischen Begriff darum, dass wir unseren Geist zunehmend ausrichten wenn wir uns nach innen versenken, zunächst ist da die einfache Konzentration, dann die Meditation bei der die Ausrichtung mühelos wird und dann Samadhi bei der nicht mehr der Beobachter zentral ist, sondern das Objekt der Beobachtung.

Zusammenfassung Verse 1-15 des 3.Kapitels im Patanjali Yoga Sutra über Samyama:

Die Verse 1-15 des Kapitel 3 im Yoga Sutra des Patanjali

Die Kapitel 1 und 2 habe ich ja bereits in Vortragsform zusammengefasst, diesen kannst du dir hier anhören:

Unter den folgenden Links findest du die jeweiligen Verse mit Wort für Wort Übersetzung sowie jeweils zwei verschiedene mögliche Übersetzungen der kompletten Verse. Ausserdem einen Kommentar von mir zu jedem dieser Verse, damit sollte umfassend erläutert sein worum es bei Samyama geht.

Swami Sivananda erläutert sehr schön dieses stufenweise Ausrichten des Geistes:

„Wie ein Bogenschütze zunächst auf eine große Scheibe schießt und sich dann allmählich kleinere Ziele aussucht, wird der Yogi sein samyama zuerst auf grobe Substanz und erst später auf feinstoffliche ausrichten.“

Hier die Verse 3.1-15 in meiner Übersetzung:

  • 3.1 „Konzentration ist, wenn das Geistfeld auf einen Punkt zentriert ist.“
    oder
    „Dharana ist das Fixieren des Geistes auf ein einzelnes Objekt.“
  • 3.2 „Dort wo die Wahrnehmung einheitlich Strömt, ist tiefe Meditation.“
    oder
    „Wenn die Achtsamkeit stetig fliesst geschieht Meditation.“
  • 3.3 „Die Bewußtheit von Subjekt und Objekt verschwindet bei erfahren des Überbewussten in der Leere.“
    oder
    „Wenn das Wesen sich ganz in dem Betrachteten auflöst, geschieht  die Vereinigung.“
  • 3.4.„Die drei bilden gemeinsam die Integration.“
    oder
    „Die Dreiheit (Dharana, Dhyana, Samadhi) sind zusammen die Versenkung/ Sammlung (Samyama).
  • 3.5. „Wird dadurch Beherrschung (über das Objekt) erreicht, kommt das Licht der Weisheit.“
    oder
    „Tiefe Einsicht ist das Ergebniss der Beherrschung dessen.“
  • 3.6. „Dieses erfolgt Stufenweise.“
    oder
    „Die beschriebene Praxis verläuft in Schritten.“
  • 3.7 „Innerlich sind diese drei Glieder verglichen mit den früher genannten.“
    oder
    „Im Vergleich mit den ersten Stufen sind diese drei die inneren Glieder.“
  • 3.8. „Auch dieses ist sogar ein äusseres Glied im Vergleich mit dem Samenlosen.“
    oder
    „Jedoch sind sie im Gegensatz zum samenlosen Überbewusstsein immer noch äußere Stufen.“
  • 3.9 „Es kommt eine Unabhängigkeit vom kommen und gehen der Gedanken Impulse und somit eine Kontrolle über den Geist die Stille mit sich bringt.“
    oder
    „Werden die wechselhaften Eindrücke Beherrscht, fügen sich Momente der Ruhe im Geist ein.“
  • 3.10 „Durch die wiederholte Übung wird der Übergang zur Ruhe fliessend.“
    oder
    „Die neue Gewohnheit wird ruhig fliessen.“
  • 3.11 „Wenn wir uns auf einen Punkt ausrichten und aufhören sprunghaft zu sein, kann die Transformation zum Samadhi geschehen.“
    oder
    „Wenn wir uns weniger ablenken lassen und fähig sind den Geist auszurichten kommt der Übergang zu einem höheren Bewusstsein.“
  • 3.12 „Die Einpünktigkeit tritt ein, wenn der Geist beim kommen und gehen der Gedankenimpulse in Balance bleibt.“
    oder
    „Wenn die aufsteigenden und vergehenden Eindrücke sich ausgleichen kommt die Ausrichtung.“
  • 3.13 „Dadurch werden Veränderungen in Form, Zeit und Zustand der Elemente in den Sinnesorganen erklärt.“
    oder
    „Auf diese Weise wird der Wandel der Aufgaben, der Merkmale und der Zustände von Materie innerhalb der Wahrnehmung deutlich.“
  • 3.14 „Eine Instanz ist trotz aller Veränderungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft konstant.“
    oder
    „Es gibt eine Essenz die unabhängig von vergangenem, aufkommendem und undefinierbarem unwandelbar ist.“
  • 3.15 „Die Naturgesetze sind Ursache für alle Wandlungen.“
    oder
    „Je nach Verlauf geschehen  andere Veränderungen.“

 

Tungnath Mandir (Panorama)

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About Narada

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