Purusha Sukta – Hymne aus dem Rig Veda an das kosmische Wesen

Yajna, Homa. Feuerritual

Die Hymne Purusha Sukta bzw. puruṣasūkta besteht aus 16, 18 oder manchmal auch 24 Versen und ist zu finden als 90. Hymne im 10. Mandala des Rig Veda (10.7.90.1-16), dem ältesten Text der Inder.

Purusha Sukta aus dem Rig Veda

Es richtet sich an das höchste kosmische Wesen „Purusha“, welches identisch ist mit dem einen allesumfassenden Gewahrsein. Der große Rishi Veda-Vyasa bezeichnete im Mahabharata das Purusha Sukta als Essenz der Srutis bzw. der Veden. In die Welt gebracht wurde das Purusha Sukta vom Rishi Narayana, der von vielen heiligen Texten als größter unter den Weisen bezeichnet werden. Dem Purusha Sukta wird nachgesagt es sei in der klassischen Rezitation eines der machtvollsten Mantras und es wird sehr oft bei traditionellen Ritualen eingesetzt.

Man sagt das Purusha Sukta sei die älteste Quelle für die Einführung des Kastensystems, jedoch ist dieses differenziert zu betrachten, denn es gibt die Unterscheidung zwischen Varna und Jati:

  • Varna ist die Unterscheidung zwischen 4 Säulen der Gesellschaft die aus dem Purusha Suktam stammt.
  • Jati ist als „Stände“ zu übersetzen und es ist die hierarchische Unterscheidung von Berufsgruppen die aus dem Manu-Smriti entstand.

Natürlich ist das Kastensystem heute ein religiöses Instrument der Unterdrückung, jedoch ist es ursprünglich eine Einteilung des sozialen Gefüges in 4 Gruppen, aber das soll hier nicht das Thema sein…

Was ist Purusha?

Allgemein wird Purusha im Rig Veda als eine Form von Narayan bzw. Vishnu betrachtet, hier in Gestalt des Virat-Purusha, des alles umfassenden Purusha, bzw. Parama-Purusha, des höchsten Purusha, wobei der Begriff des Purusha im Verlauf der Entstehungsgeschichte des Hinduismus verschiedene Wandlungen durchlaufen hat. Wikipedia übersetzt Purusha wie folgt: „Mann, Mensch, Menschheit, Person, Urseele“, man kann jedoch den Begriff Purusha entsprechend der damit verbundenen Konzepte verschieden übersetzen:

  • kosmisches Wesen
  • wahres Selbst
  • Bewusstsein
  • universelles Prinzip

Im Purusha Sukta wird das kosmische Wesen besungen, aber bereits in den Upanishaden wird der Begriff verändert und als kosmisches Prinzip im Gegensatz zu „Praktiti“ verwendet.

„Wenn der Seher den strahlenden Schöpfer der Welt schaut, den Herrn, den Purusha, den Ursprung Brahmas, dann macht sich dieser Weise von Gut und Böse frei, wird geläutert und erlangt Befreiung.“ Mundaka Upanishad 3.116

Der Rishi Kapila formulierte vor ca. 2000 Jahren das „Samkhya Sutra“ als Grundlage seiner dualistischen Philosophie wo er zwischen Purusha und Praktiti unterschied, jedoch meinte er mit Purusha etwas anderes als im RigVeda. Verschiedene Schulen des Hinduismus betrachten den Begriff des Purusha sehr unterschiedlich, im Grunde wird die Bedeutung durch die Differenzierung von Praktiti deutlich:

  • Praktiti ist die physische Realität, also alles was veränderlich ist und dem Kausalprinzip unterliegt.
  • Purusha ist unveränderlich, ohne Ursache und omnipräsent.

Purusha ist also das Bewusstsein welches die Welt durchdringt und umfasst, welches zwar unpersönlich ist, jedoch auch als Wesenheit betrachtet werden kann, so wie ja Gott auch einerseits abstrakt ist aber eben auch konkret erscheinen kann.

Purusha und Purusha Sukta im Mahabharata

Im Kapitel 12.351/352 des Mahabharata findet man eine sehr schöne Erklärung zum Purusha, die ich bei Pushpak.de gefunden habe, zum Teil ist es direktes Zitat des Purusha Sukta, wirklich ein wunderbarer Text:

Rudra sprach: Wer ist dieser höchste Purusha, oh Brahma, über den du meditierst? Groß ist meine Neugier diesbezüglich. Sei so freundlich und zerstreue die Zweifel, die meinen Geist in Besitz genommen haben.

Brahma sprach: Oh Sohn, du sprichst von der Vielfalt der Wesen. Das eine Wesen jedoch, über das ich meditiere, steht hinter all diesen Wesen und ist unsichtbar. All die vielen Wesen, die im Weltall existieren, haben in diesem einen Purusha ihre Grundlage. Und weil dieser Eine als die Quelle bezeichnet wird, woraus all die unzähligen Wesen entstehen, so sind sie fähig, in diesen Purusha einzugehen, wenn sie alles Eigene ablegen. Denn dieser Purusha ist das ganze Universum, das Höchste, das Erste, das Ewige, die Summe aller möglichen Eigenschaften und damit ohne besondere Eigenschaften.

Brahma fuhr fort: Höre, oh Sohn, wie man diesen Purusha erkennen kann. Er ist ewig und unwandelbar. Er ist unvergänglich und unermeßlich. Er durchdringt alle Geschöpfe. Oh Bester aller Wesen, dieser Purusha kann weder durch dich noch durch mich oder andere je gesehen werden. All jene, die mit Verstand und Sinnen ausgestattet aber ohne Selbstzügelung und innere Stille sind, werden sich Ihm nicht nähern können. Nur durch Selbsterkenntnis kann der Höchste Purusha geschaut werden. Denn obwohl er körperlos ist, wohnt Er in jedem Körper. Und obwohl er in jedem Körpern wohnt, bleibt Er vom Karma der im Körper vollbrachten Taten völlig unberührt. Er ist meine innerste Seele und auch deine. Er ist der allsehende Zeuge, der in allen verkörperten Wesen wohnt und ihre Taten registriert. Keiner kann Ihn jemals ergreifen oder verstehen. Das Weltall ist die Krone seines Hauptes. Die Welten sind seine Arme, seine Füße und seine Augen. Das ganze Weltall ist seine Nase. Als der Eine wandert er in allen Körpern (Khestras) ohne irgendwelche Beschränkungen mit freiem Willen, wie es ihm beliebt. Und weil er der erkennende Zeuge in allen Körpern (Kshetras bzw. Feldern) bezüglich aller guten und schlechten Taten ist, deshalb wird Er, die Seele des Yogas, auch Kshetrajna (Feldkenner) genannt. Keiner kann ihn wahrnehmen, wie er in die verkörperten Wesen eingeht und ausgeht. So meditiere ich entsprechend der Sankhya Theorie und der Yoga Praxis mit der rechten Beachtung ihrer Gebote über das Wesen dieses Purusha, aber ach, ich kann sein Wesen nicht erfassen, so groß ist Er. Deshalb kann ich nur soweit über diesen ewigen Purusha, seine Einheit und höchste Größe zu dir sprechen, soweit ich es erkannt habe. Die Gelehrten nennen Ihn den einen Purusha, der als ewiges Wesen auch Mahapurusha genannt wird. Er ist wie das eine Element des Feuers, daß man aber an tausenden Orten unter tausenden Bedingungen sehen kann. Er ist wie die eine Sonne, die ihre Strahlen über die ganze Welt ausbreitet. Er ist wie die eine Entsagung, die sich in verschiedenartigster Askeseübung zeigt. Er ist wie der eine Wind, der vielfältig durch alle Welten weht. Er ist wie das eine Wasser, das in den vielen Gewässern strömt. Ohne jegliche Eigenschaften entfaltet dieser Purusha die unendliche Vielfalt der Welten. Aus ihm ist alles entstanden, und in diesen einen, eigenschaftsfreien Purusha zieht sich das unendliche Weltall wieder zurück, wenn die Zeit der Auflösung kommt. Könnte man das Ichbewußtsein der Verkörperung, alle Sinne, alles Karma aus guten und schlechten Taten und alle Gegensätze wie Richtig und Falsch überwinden, dann wäre man ohne Eigenschaften.

Wer diesen undenkbaren Purusha erkennt und seine subtile Existenz in der vierfachen Form von Aniruddha, Pradyumna, Sankarshana und Vasudeva, und aufgrund dieser Erkenntnis die vollkommene innere Stille erreicht, kann mit diesem einen Höchsten Purusha verschmelzen. Manche Gelehrte bezeichnen Ihn als Höchste Seele, andere als das Selbst oder den Atman. In Wahrheit ist Er von allen Eigenschaften frei. Er ist Narayana, die universale, alles durchdringende Seele und der eine Purusha. Er ist nie von den Früchten der Taten betroffen, wie das Blatt einer Lotusblume nicht vom Wasser durchnäßt wird. Die handelnde Seele erkennt sich dagegen als etwas Getrenntes. So wird sie persönlich in ihre Taten verstrickt. Wenn sie das Karma dieser Taten überwindet, erreicht sie die Befreiung, nämlich die Einheit mit der Höchsten Seele. Die handelnde Seele besitzt die siebzehn Eigenschaften oder Prinzipien. So sagt man, daß es unzählige Wesen bezüglich ihrer Einordnung gibt. In Wahrheit ist es aber nur ein Wesen, der sogenannte Purusha. Er ist die Wohnstätte aller Gesetze im Universum. Er ist der höchste Gegenstand der Erkenntnis. Er ist sogleich der Erkennende und das Erkennbare. Er ist sogleich Denker und Gedanke. Er ist der Genießer und alles Genießbare. Er ist der Riechende und aller Geruch. Er ist der Fühlende und alles Fühlbare. Er ist der Sehende und alles Sichtbare. Er ist der Hörende und alles Hörbare. Er ist der Wahrnehmende und alles Wahrnehmbare. Er hat alle Eigenschaften und ist doch frei von ihnen. Er ist das, oh Sohn, was man Pradhana nennt (das Meer der Ursachen), dauerhaft, ewig und unvergänglich. Er ist es, der die grundlegenden Gesetze bezüglich der Welt erschafft. Gelehrte Brahmanen nennen Ihn auch Aniruddha. Was auch immer für verdienstvolle Taten voller Segen in der Welt aus den Veden fließen, alle haben ihre Ursache in Ihm. Alle Götter und Rishis mit stiller Seele opfern Ihm den ersten Anteil aller Opfergaben. Ich, Brahma, der uralte Schöpfer aller Wesen, bin aus Ihm geboren und du aus mir. Aus mir fließt das Weltall mit allen belebten und unbelebten Geschöpfen sowie alle Veden mit ihren Mysterien, oh Sohn. In vierfacher Form (nämlich Aniruddha, Pradyumna, Sankarshana und Vasudeva bzw. Ichbewußtsein, Wahrnehmung, Energie und reiner Geist) spielt Er frei in allen Welten. Eben das ist dieser berühmte und göttliche Herr, der durch seine eigene Erkenntnis erwacht. Damit habe ich dir, oh Sohn, entsprechend deinen Fragen geantwortet und gemäß der Lehre, wie sie das Sankhya erklärt und im Yoga geübt wird.“

Purusha Sukta Transkription

Das Purusha Sukta spielt schon immer eine wichtige Rolle bei klassischen Ritualen im Hindusmus, so wird es gerne bei Ferzeremoien und Pujas verwendet. Es richtet sich zwar vor allem an Narayana, wird jedoch auch bei Ritualen für andere Gottheiten verwendet.

sahasra-śīrṣā puruṣaḥ ‚ sahasrākṣaḥ sahasra-pāt /
sa bhūmiṃ viśvato vṛtvā ‚ atyatiṣṭhad daśāṅgulam // 1 //
puruṣa evedaṃ sarvaṃ ‚ yad bhūtaṃ yac ca bhavyam /
utāmṛtatvasyeśānaḥ ‚ yad annenātirohati // 2 //
etāvān asya mahimā ato jyāyāṃś ca puruṣaḥ /
pādo‘ sya viśvā bhūtāni ‚ tripād asyāmṛtaṃ divi // 3 //
tripād ūrdhva udait puruṣa ‚ pādo ’syehābhavat punaḥ /
tato viṣvaṅ vyakrāmat ‚ sāśanānaśane abhi // 4 //
tasmād virāḍ ajāyata ‚ virājo adhi pūruṣaḥ /
sa jāto atyaricyata ‚ paścād bhūmim atho puraḥ // 5 //
yat puruṣeṇa haviṣā ‚ devā yajñam atanvata /
vasanto asyāsīd ājyaṃ ‚ grīṣma idhmaś śaraddhaviḥ // 6 //
saptāsyāsan paridhayaḥ ‚ triḥ sapta samidhaḥ kṛtāḥ /
devā yad yajñaṃ tanvānāḥ ‚ abadhnan puruṣaṃ paśum // 7 //
taṃ yajñaṃ barhiṣi praukṣan ‚ puruṣaṃ jātam agrataḥ /
tena devā ayajanta ‚ sādhyā ṛṣayaś ca ye // 8 //
tasmād yajñāt sarva-hutaḥ ‚ saṃbhṛtaṃ pṛṣad-ājyam /
paśūṃs tāṃś cakre vāyavyān ‚ āraṇyān grāmyāṃś ca ye // 9 //
tasmād yajñād sarva-hutaḥ ‚ ṛcaḥ sāmāni jajñire /
chandāṃsi jajñire tasmāt ‚ yajus tasmād ajāyata // 10 //
tasmād aśvā ajāyanta ‚ ye ke cobhayā-dataḥ /
gāvo ha jajñire tasmāt ‚ tasmāj jātā ajāvayaḥ // 11 //
yat puruṣaṃ vyadadhuḥ ‚ katidhā vyakalpayan /
mukhaṃ kim asya kau bāhū ‚ kāv ūrū pādāv ucyete // 12 //
brāhmaṇo ’sya mukham āsīt ‚ bāhū rājanyaḥ kṛtaḥ /
ūrū tad asya yad vaiśyaḥ ‚ padbhyāṃ śūdro ajāyata // 13 //
candramā manaso jātaḥ ‚ cakṣoḥ sūryo ajāyata /
mukhād indraś cāgniś ca ‚ prāṇād vāyur ajāyata // 14 //
nābhyā āsīd antarikṣaṃ ‚ śīrṣṇo dyauḥ samavartata /
padbhyāṃ bhūmir diśaḥ śrotrāt ‚ tathā lokān akalpayan // 15 //
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ‚ āditya-varṇaṃ tamasas tu pāre /
sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīraḥ ‚ nāmāni kṛtvābhivadan yad āste // 16 //
dhātā purastād yam udājahāra ‚ śakraḥ pravidvān pradiśaś catasraḥ /

tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ‚ nānyaḥ panthā ayanāya vidyate // 17 //
yajñena yajñam ayajanta devāḥ ‚ tāni dharmāṇi prathamāny āsan /
te ha nākaṃ mahimānaḥ sacante ‚ yatra pūrve sādhyāḥ santi devāḥ // 18 //
adbhyaḥ sambhūtaḥ pṛthivyai rasāc ca ‚ viśva-karmaṇaḥ samavartatādhi /

tasya tvaṣṭā vidadhad rūpam eti ‚ tat puruṣasya viśvam ājānam agre // 19 //
vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam ‚ āditya-varṇaṃ tamasaḥ parastāt /
tam evaṃ vidvān amṛta iha bhavati ‚ nānyaḥ panthā vidyate ‚yanāya // 20 //
prajā-patiś carati garbhe antaḥ ‚ ajāyamāno bahudhā vijāyate /
tasya dhīrāḥ parijānanti yonim ‚ marīcīnāṃ padam icchanti vedhasaḥ // 21 //
yo devebhya ātapati ‚ yo devānāṃ purohitaḥ /
pūrvo yo devebhyo jātaḥ ‚ namo rucāya brāhmaye // 22 //
rucaṃ brāhmaṃ janayantaḥ ‚ devā agre tad abruvan /
yas tvaivaṃ brāhmaṇo vidyāt ‚ tasya devā asan vaśe // 23 //
hrīś ca te lakṣmīś ca patnyau ‚ ahorātre pārśve ‚ nakṣatrāṇi rūpam ‚ aśvinau vyāttam ‚
iṣṭaṃ maniṣāṇa ‚ amuṃ maniṣāṇa ‚ sarvaṃ maniṣāṇa // 24 //

Hier eine Übersetzung des Purusha Sukta

Die Übersetzung macht zunächst nur wenig Sinn, tatsächlich geht es bei solchen traditionellen Sutrams und Mantras nicht um den Inhalt, sondern um die Klangschwingung. Als vor 5000 Jahren dieser Text empfangen wurde, hatten die Menschen in Indien eine archaische Art die tiefen Weisheiten zu vermitteln, was im Text deutlich wird. Den 13. Vers habe ich fett markiert, da er der berühmteste und folgenschwerste aus dem Purusha Suktam ist.

„Der Purusha, das Kosmische Wesen, hat tausend Köpfe, tausend Augen und tausend Füße. Er umschließt die Erde ganz und ragt zehn Fingerlängen über sie hinaus. Alles Existierende ist allein der Purusha. Alles, was jemals war und immer sein wird ist Purusha. Er ist der Herr der Unsterblichkeit, denn in seiner Form als Nahrung transzendiert er alles. So herrlich und noch großartiger ist der Purusha. Ein Viertel von Ihm ist die Schöpfung, alle Wesen, während drei Viertel von Ihm als das Unsterbliche Wesen darüber steht. Der dreifüßige Purusha stand über allem. Einer seiner Füße war dies. Dann durchdrang er allumfassend, das Bewusste wie auch das Unbewusste. Aus diesem höchsten Wesen entsprang der Kosmische Organismus und in diesem Kosmischen Körper manifestierte sich die allgegenwärtige Intelligenz. Nachdem Er sich so manifestiert hatte, erschien Er als Vielheit, als diese Erde und dieser Körper. Die Devas führten geistig ein allumfassendes Opferritual mit dem Purusha selbst als Opfergabe aus. Der Frühling war die gereinigte Butter, der Sommer das Brennmaterial und der Herbst die Opfergabe. Es gab sieben Einfriedungen am heiligen Altar und einundzwanzig Baumstämme als heiliges Brennmaterial, als die Götter das universelle Opfer mit dem Höchsten Purusha als das Objekt der Verehrung zelebrierten. Ihre Opfergabe bestand darin, dass sie den Purusha als Gegenstand ihrer Meditation wählten. Er, der vor aller Schöpfung war und sie, die Devas, Sadhyas und Rishis führten dieses erste Opfer aus. Aus diesem Purusha in Form einer universellen Opfergabe entstand die heilige Mischung aus Yoghurt und Ghee. Dann schuf er die Wesen der Lüfte, die Tiere des Waldes und auch die Haustiere. Aus diesem Purusha, der allumfassenden Opfergabe, entstanden die Verse des Rigveda und Lieder des Samaveda; aus Ihm wurden die Versmaße der Mantras und die Opfersprüche des Yajurveda geboren. Aus Ihm gingen die Pferde und Tiere mit zwei Zahnreihen hervor, sowie die Kühe, Ziegen und Schafe. Und in wie viele Teile teilten sie den Purusha in ihrer Meditation über Ihn? Was wurde aus Seinem Mund, Seinen Augen, Seinen Beine, Seinen Füßen? Sein Kopf war der Brahmane, seine beiden Arme wurden zum Krieger gemacht, seine Schenkel wurden das, was der Vaiśya ist, aus den Füßen wurde der Śūdra geboren. Der Mond ging aus Seinem kosmischen Geist hervor; die Sonne aus Seinen Augen. Indra und Agni kamen aus Seinem Mund; aus Seiner Lebensenergie wurde Vayu geboren. In dieser universellen Meditation als Opfer entstand das Firmament aus Seinem Nabel, die Himmel aus Seinem Kopf, die Erde aus Seinen Füßen, aus Seinen Ohren der Raum, die vier Himmelsrichtungen; so schufen sie die Welten. Mittels dieses Opfers verehrten die Götter das Opfer  und vollbrachten es so. Dies waren die ursprüngliche Schöpfung und die ihr zugrundeliegenden Gesetze. Diejenigen großen Verehrer erreichen jenen himmlischen Wohnsitz, wo jene ursprünglichen Meditierenden wohnen, die das allumfassende Wesen erstmals so verehrten. Ich kenne diesen Großen Purusha, der wie die Sonne jenseits der Dunkelheit scheint. Nur wenn man Ihn kennt, überwindet man den Tod; es gibt keinen anderen Weg, dorthin zu gelangen.“

Hier zwei Rezitationen des Purusha Suktam

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