„Sadhana Panchakam“ von Shankara

Advaita Vedanta



In diesen 5 Strophen fasst der große Heilige und Begründer des Advaita Vedanta Adi Shankaracharya die Essenz der spirituellen Praxis in 5 Versen zusammen. Diese Verse sind sehr hilfreich um das Wesen der spirituellen Praxis aus dem Blickwinkel des Advaita Vedanta zu erfassen. Shankara hat auf viele Weisen seine Lehre der Nichtzweiheit aufbereitet und zugänglich gemacht, möchte man die letztendliche Befreiung erreichen sollte man sich ihr auf immer wieder neue Weisen nähern, also sich immer wieder inspiration suchen und beständig sein…

Sadhana Panchakam von Adi Shankara

(Aus dem Sanskrit durch Swami Chinmayananda, ins Deutsche durch Narada)

1. Studiere täglich die heiligen Texte.
Erfülle geduldig die dort beschriebenen Pflichten.
Widme all diese Handlungen als Dienst dem Herrn.
Gebe alle Wünsche im Geist auf.
Reinige die Sünden aus deinem Herzen.
Erkenne dass alle Sinnesfreuden mit Schmerzen verbunden sind.
Suche beharrlich das Selbst.
Fliehe vor den Anhaftungen deines Zuhauses.

2. Suche die begegnung mit Menschen der Weisheit.
Sei fest in der Demut gegenüber Gott.
Kultiviere Wete wie Friedfertigkeit.
Meide alle wunschgetriebenen Handlungen.
Nimm Zuflucht zu einem verwirklichten Meister.
Diese seinen Lotusfüßen täglich.
Verehre das unveränderliche Om.
Höre die Tiefe der Erläuterungen der Upanischaden.

3. Reflektiere über die Bedeutung der Aussagen der Upanishaden.
Nimm Zuflucht in der Wahrheit von Brahman.
Vermeide seltsame Argumente und folge den Schriften.
Sei erfüllt vom Gefühl „Ich bin Brahman“.
Entsage dem Stolz.
Gebe die falsche Idee auf der Körper zu sein.
Diskutiere nicht mit Weisen.

4. Hunger hilft Krankheiten zu heilen.
Nimm täglich die Medizin von Bhiksha.
Erwarte keine Delikatessen.
Lebe von dem was dir von ihm gegeben wird.
Ertrage die Gegensatzpaare: Hitze & Kälte, Mögen und Nichtmögen.
Meide unnnötige Gespräche.
Sei Gleichmütig.
Schütze dich vor den Bindungen durch anderleuts Freundlichkeit.

5. Lebe glücklich in Einsamkeit.
Stille deinen Geist in Gott.
Erkenne und sehe das alldurchdringende Selbst überall.
Verstehe das endliche Universum als Projektion des Selbst.
Beherrsche die Konsequenzen vergangener Handlungen durch korrekte Handlungen.
Löse dich durch Weisheit von zukünftigen Erfahrungen.
Erfahre und erschöpfe die Früchte vergangener Handlungen.
Dadurch lebe absoorbiert im Gefühl: „ich bin Brahman“.

Kommentare von mir zu einzelnen Versen des Sadhana Panchaka

1. Studiere täglich die heiligen Texte.
Erfülle geduldig die dort beschriebenen Pflichten.

Diese Verse wurden vor 1200 Jahren geschrieben, die heiligen Texte sind natürlich heute noch aktuell, was aber entscheidend ist bei diesen Zeilen ist, dass man sich täglich inspiration besorgt um sich zu erinnern. Das kann auch über Vorträge und Videos gehen, wobei die klassischen Texte natürlich besonders in die Tiefe gehen. Die „dort beschriebenen Pflichten“ sind vielfältig und es gilt für sich zu schauen, wie man sich immer mehr ausrichtet auf das Ziel. Entscheidend ist letztendlich konstant und diszipliniert zu sein.

Widme all diese Handlungen als Dienst dem Herrn.
Gebe alle Wünsche im Geist auf.
Reinige die Sünden aus deinem Herzen.

Dieses ist was wir als Karma Yoga bezeichnen, die innere Einstellung Gott und der Schöpfung zu dienenen um in Harmonie und Einklang zu sein. Karma Yoga bedeutet, dass nicht mehr Wunsch und Abneigung die Intention der Handlung ist, sondern man eben das tut was in jedem Moment das beste und richtige ist. Somit wird das Ego transformiert und das Herz gereinigt.

Erkenne dass alle Sinnesfreuden mit Schmerzen verbunden sind.

Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab, ein Hin und Her. Das gehört zu den unumstösslichen Erscheinungen dieser Welt und lässt sich nicht vermeiden.

Suche beharrlich das Selbst.

Das Selbst ist das Einzige konstante, das was unabhängig ist von der unbeständigkeit. Die Erkenntnis des Selbst ist die Erlösung.

Fliehe vor den Anhaftungen deines Zuhauses.

Traditionell wird man ein Entsagter um ganz in die Lehre des Advaita Vedanta einzutauchen. Entscheidend ist jedoch die innere Entsagung, also sich unabhängig zu machen von der Erfahrungen.

2. Suche die begegnung mit Menschen der Weisheit.

Jeder Mensch dem wir begegnen spiegelt einen Aspekt von uns, es ist gut sich mit reinen und klaren Menschen zu umgeben um dadurch selbst klarer zu werden. Jemand der die Weisheit erkannt hat wird tiefe Wirkungen auf seine Mitmenschen haben, wollen wir frei werden sollten wir uns mit Menschen umgeben die bereits frei sind.

Sei fest in der Demut gegenüber Gott.
Kultiviere Werte wie Friedfertigkeit.
Meide alle wunschgetriebenen Handlungen.

Wollen wir das Erkennen was über die Erfahrungen hinausgeht bzw. die Grundlage derer ist, sollten wir uns auf das transzendente Eine ausrichten. Gott hilft uns positive Eigenschaften zu kultivieren und zu akzeptieren was ist.

Nimm Zuflucht zu einem verwirklichten Meister.
Diese seinen Lotusfüßen täglich.

Wenn man das Glück hat einen echten Guru zu treffensollte man sich ihm hingeben.

Verehre das unveränderliche Om.
Höre die Tiefe der Erläuterungen der Upanischaden.

Das Om ist ein Symbol für „das Eine“ was es zu erkennen gilt, die Lehren über dieses findet man zB auf unvergleichliche Weise in der Mandukya Upanishade.

3. Reflektiere über die Bedeutung der Aussagen der Upanishaden.
Nimm Zuflucht in der Wahrheit von Brahman.
Vermeide seltsame Argumente und folge den Schriften.
Sei erfüllt vom Gefühl „Ich bin Brahman“.

Brahman ist dieses Eine ohne ein zweites, das wahre Selbst, der Urgrund und die Einheit von allem was ist, wir sollten und ganz und gar damit identifizieren.

Entsage dem Stolz.
Gebe die falsche Idee auf der Körper zu sein.
Diskutiere nicht mit Weisen.

Wir sind nicht der Körper, nicht der Gedanke, nicht das Gefühl und nicht die Person. Dieses ist die Aussage der großen Weisen.

4. Hunger hilft Krankheiten zu heilen.

Fasten ist eine hervorragende Medizin, entsagung das beste Heilmittel.

Nimm täglich die Medizin von Bhiksha.
Erwarte keine Delikatessen.
Lebe von dem was dir von ihm gegeben wird.

Klassischer Weise lebten die Swamis und Sadhus als entsagte nur von den Almosen die sie bekommen haben, das ist natürlich für einen modernen Menschen kaum zeitgemäß…

Ertrage die Gegensatzpaare: Hitze & Kälte, Mögen und Nichtmögen.
Meide unnnötige Gespräche.
Sei Gleichmütig.
Schütze dich vor den Bindungen durch anderleuts Freundlichkeit.

Um das Eine zu erkennen muß man sich von dem vielen lösen.

5. Lebe glücklich in Einsamkeit.
Stille deinen Geist in Gott.

Wie gesagt, entscheidend ist sich ganz auf Gott auszurichten und Gott in allem zu sehen.

Erkenne und sehe das alldurchdringende Selbst überall.
Verstehe das endliche Universum als Projektion des Selbst.

Das wahre selbst ist die Einheit allen Seins, in diesem Sein welches oft als reines bewusstes Sein bezeichnet wird, dieses gilt es in allem zu sehen.

Beherrsche die Konsequenzen vergangener Handlungen durch korrekte Handlungen.
Löse dich durch Weisheit von zukünftigen Erfahrungen.
Erfahre und erschöpfe die Früchte vergangener Handlungen.

Dieses nochmals wie am Beginn des Textes das alles entscheidende Karma Yoga: der Umgang mit gegenwärtigen Erfahrungen und das selbstlose Dienen als Handlungsimpuls für die Zukunft. Voll verwirklichen könnenw ir das KArma Yoga natürlich erst, wenn wir das Eine erkannt haben.

Dadurch lebe absoorbiert im Gefühl: „ich bin Brahman“.

…und erkenne die Einheit damit!

om, pranava, omkara, urlaut, heilige Silbe, Brahman

Über Narada

Ich bin als Lehrer & Ausbilder für Meditation, Yoga und Advaita Vedanta tätig und koche für Geld. Nebenbei betreibe ich diese Seiten um meinem großen spirituellen Mitteilungsbedürfnis einen weiteren Kanal zu geben. Alle Inhalte meiner Seite stehen dir kostenfrei zur Verfügung und sie dürfen unter Angabe der Quelle gerne weiter verwendet werden! Wenn du mich bei meiner Arbeit unterstützen willst, Kommentiere, Like und Teile einfach meine Beiträge... :-)