Satsang Talk- Sivananda über Karma Yoga

Beim Karma Yoga geht es darum die kausale Kette von Ursache und Wirkung zu durchbrechen und so eine Trennung zu schaffen zwischen dem, was ich tue und dem, was ich bekomme. Normalerweise handeln wir um damit etwas für uns zu erreichen oder zu vermeiden, das ist zwingend verbunden mit einer Identifikation mit Körper und Person, Karma Yoga versucht, dieses zu durchbrechen. Im Karma Yoga geht es darum, dass wir das tun, was gerade vor der Nase liegt, was zum Wohle aller und was das Richtige ist, jetzt zu tun. Das heißt, wir versuchen uns auf die Gegenwart zu konzentrieren und zu sehen, was jetzt das Richtige zu tun ist. Impulse, die aus dem Inneren kommen oder Situationen, die im Außen passieren, zu registrieren und zu sehen, dass man in dem Moment einfach das tut, was anliegt bzw. was offensichtlich das Richtige ist, ohne ständig sich in Zukunft oder Vergangenheit zu verlieren. Das ist das eine, wir tun das, was vor der Nase liegt, wir geben unser Bestes, wir achten darauf, dass es keinem schadet, dass es zum Wohle aller ist und dann lassen wir das los. Sozusagen schenken wir unser Handeln dem Universum oder Gott, traditionell spricht man da vom Opfern der Handlungen oder vom Dienen.

Karma Yoga ist Dienen und Akzeptieren

Gleichzeitig machen wir Erfahrungen. Karma Yoga bedeutet, alle Erfahrungen, die wir machen, also alles, was so von außen auf uns zukommt, als ein Geschenk von Gott an uns zu sehen. Das heißt, dadurch trennen wir Ursache und Wirkung. Ich verschenke das, was ich tue, an Gott und lasse es dann los. Ich weiß ja, ich habe mein Bestes getan. Und gleichzeitig akzeptiere ich alles, was von außen auf mich zukommt, dankbar als ein Geschenk von Gott an mich. Und dann haben wir eine Win-Win-Situation. Ich kriege meine Erfahrungen als ein Geschenk von Gott, auch, wenn es negative Erfahrungen sind, sind es Lernaufgaben. Und als Dank verschenke ich all mein Handeln Gott. Dadurch bin ich nicht mehr der Handelnde, sondern ich bin Kanal. Ich tue einfach das, was anliegt und lasse es los und akzeptiere das, was von außen kommt, ohne zu sehen: „Ah, das habe ich ja toll gemacht, dass ich das jetzt erreicht habe“. Sondern ich versuche, das so zu akzeptieren als ein Geschenk von Gott bzw. dem Kosmos an mich. Was dadurch passiert, ist, ich bekomme mehr Kontrolle einerseits, da ich immer präsenter werde und immer mehr im Augenblick das tue, was jetzt das Richtige ist zum Wohle aller. Und ich bekomme mehr Befriedigung, weil ich mich in Demut und Bescheidenheit übe und das akzeptiere, was so auf mich zukommt. Und das ist Karma Yoga.

Anders gesagt, es geht darum, nicht an den Früchten der eigenen Handlung zu hängen. Natürlich ist es so, dass wir im täglichen Leben, wenn wir im Beruf sind oder Kinder großziehen, dass wir dann auch zielgerichtet arbeiten müssen, aber es gibt immer verschiedene Ebenen. Einerseits gibt es die relative Ebene, wo wir Sachzwänge haben: wenn wir zB zwei schreiende Kinder haben, dann müssen wir zusehen, dass wir sie ernähren und ihnen eine glückliche Kindheit bescheren. Und dann müssen wir zielgerichtet arbeiten. Wir müssen zusehen, dass wir einkaufen und kochen und so weiter. Das ist einmal die relative Ebene, wo wir einfach die Sachzwänge haben, unsere Verantwortungen haben. Aber andererseits gibt es die absolute Ebene, wo wir uns als Diener sehen können, Kinder erziehen ist da wahrscheinlich das beste Beispiel. Wir buttern so viel da rein und müssen so viel reingeben, wo wir oft das Gefühl haben, dass wir nichts zurückkriegen. Aber natürlich sehen wir, dass die Kinder wachsen und gedeihen und das ist dann das, was wir zurückkriegen. Also, Karma Yoga – selbstloses Handeln.

Im folgenden Vortrag einige Aussagen von Swami Sivananda über Karma Yoga von mir kommentiert:

Hari Ki Pauri in Haridwar

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About Narada

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