Lama Ole Nydahl- Meister des Tibetischen Buddhismus

„Lama Ole“ ist der erste große Meister den ich in diesem Leben treffen durfte. Damals habe ich Zuflucht zum Buddhismus genommen und einen tibetischen Namen von Ole bekommen: Djigme Dorje- furchtloser Diamant.

Die kurze Begegnung mit ihm hat mich damals tief berührt und beeinflusst. Er steht in der Tradition der Karmapas, der Rotmützen des tibetischen Buddhismus, der Dalai Lama gehört hingegen zu den Gelbmützen. Sein Meister, der 16. Karmapa, wird als „König der Yogis“ bezeichnet.

Ole Nydahl wurde 1941 geboren und nach einem Studium in Englisch, Deutsch und Philosophie machte er Ende der 60er Jahre mehrere Indien und Nepal Reisen, dort traf er auf den 16. Karmapa dessen Schüler er wurde. Im Auftrag des Karmapa baute er ab 1973 die Diamantwegs Zentren weltweit auf, inzwischen gibt es über 600 davon.

Kritik an Lama Ole Nydahl

„Wir können teilnehmen, sollten aber nicht neben den Muslims sitzen. Wir wollen keine Verbindung mit ihnen.“ Ole Nydahl 2004 über interreligiöse Treffen

Leider gibt es wohl trotz des großen Lebenswerkes von Lama Ole einige Kritikpunkte an seiner Person die ich hier nicht unerwähnt lassen möchte. Das sind soweit ich das sehe 5 Punkte:

  1. Er hat eine sehr kritische Haltung gegenüber dem Islam wofür er in rechtsradikalen Kreisen sehr gelobt wird, so nennt er z.B. Allah einen „grausamen Gott„, auch fragwürdig sind seine Äusserungen zu Rasse-, Kultur- und Geschlechterfragen. Ich denke es steht einem spirituellen Lehrer nicht zu so abschätzend über andere Menschen zu sprechen und z.B. die Flüchtlingssituation Ende 2015 einfach zu erklären mit schlechtem Karma.
  2. Er hat sich selbst zum „Linienhalter“ seines Gurus erklärt, ist aber von den Tibetischen Autoritäten als solcher nicht anerkannt.
  3. Er hat sich selbst zum „Lama“ ernannt, obwohl er nicht das übliche Schweigeretreat über drei Jahre gemacht hat.
  4. Lama Ole hat offenbar einen sehr freizügigen Umgang mit zumeist jungen Frauen, dazu findet man vieles im Netz und so ist es mir mehrfach von seinen Schülern berichtet worden.
  5. Die Nachfolge des 16. Karmapa ist ungeklärt, Lama Ole scheint dort sehr zu insistieren um „seinen Kandidaten“ gegen den Dalai Lama durchzusetzen.

Im Wikipedia Artikel über Ole Nydahl gibt es zu diesen Themen weitere Informationen, so gilt er bei anderen Buddhistischen Strömungen als umstritten. In Österreich gab es sogar eine Spaltung der Kagyü Schule, der Ranghohe Lama Khenpo Chödrag Tenphel Rinpoche sagte dazu:

„Ich habe den Eindruck, viele westliche Praktizierende tun sich schwer, buddhistische Lehrer einer gesunden Beurteilung zu unterziehen … Es gibt nur einen Grund, wofür man einen Lehrer braucht, nämlich den Dharma so vermittelt zu bekommen, dass man mit diesen Anleitungen den Weg gehen und Befreiung erlangen kann. Andere Gründe, sich für einen Lehrer zu entscheiden, wie die Tatsache, dass er einem gefällt, charmant ist, lustig oder ‚einfach toll’, sind bei der Auswahl eines authentischen Lehrers ebenso unwichtig wie die Frage, ob er zölibatär lebt oder nicht oder ob er einen Titel wie Rinpoche, Tulku, Lama usw. hat.“

Wie dem auch sei. Lama Ole berührt viele Menschen und bringt sie dazu intensiv spirituelle Praktiken auszuüben, und dafür schätze ich ihn sehr. Er hat eine starke Ausstrahlung und eine große Segenskraft, was jedoch nicht bedeutet, dass er als Person unfahlbar ist.

Videos mit Lama Ole Nydahl

Er ist übrigens in den Siebzigern nach Indien gereist um bessere Drogen zu bekommen,
dort hat dann der 16. Karmapa ihn als Schüler angenommen…

Hier noch ein Bericht über den Karmapa, Lama Ole Nydahls Meister.

Und ein Video über tibetische Yoga Praktiken.

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Über uns Narada

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