Narada Bhakti Sutra. 1.-6. „Definition des Bhakti.“

Narada Muni

Narada Muni



Der Weise Narada Muni erläutert in seinen 84 Aphorismen, dem Narada Bhakti Sutra die Essenz des Bhakti Yoga in Theorie und Praxis. Dieses Werk gilt als eine der wichtigsten Texte des Bhakti Yoga, Bhakti ist eine der großen Wege im Hinduismus. Ich habe ja bereits eine zeitgemäße Übersetzung dieses Grundlagenwerkes erstellt und möchte nun an dieser Stelle beginnen die einzelnen Verse knapp zu kommentieren. Meine Intention ist dabei diesen wichtigen spirituellen Pfad des Bhakti Yoga zugänglicher zu machen, und modern aufzubereiten. Ich hoffe mich dabei nicht zu weit von der ursprünglichen Aussage des Textes zu entfernen. Ich teile dabei die 84 Verse in 9 Teile ein, so wie es Swami Prabhavananda vom Ramakrishna Orden in seinem Kommentar machte.

Der erste Teil des Bhakti Sutra, Verse 1-6: Definition des Bhakti Weges

1. Jetzt werden wir also Bhakti erklären, die Göttliche Liebe.

Narada beginnt ähnlich wie Patanjali in seinen Yoga Sutras mit der Aussage: „Jetzt kommt also…“, welches impliziert, dass man vorher bereits auf dem spirituellen Weg praktiziert hat. Dieser Weg zu Gott ist nur für den jenigen geeignet, der sich ganz Gott hingeben möchte, wobei es sonnst keine Vorraussetzungen gibt: nur der Wunsch Gott zu lieben ist entscheidend. So wie der weise Sandiliya sagte: „Jeder Mensch, auch der niedrigst geborene, kann den Weg des Bhakti gehen!“ Es folg also in den nächsten 83 Versen eine genauere Erläuterung.

2. Bhakti ist tiefe oder höchste Liebe zu Diesem.

Bhakti ist der Begriff für den Weg zu Gott über die Liebe zu Gott, welches nun also im folgenden genauer erläutert wird. Narada vermeidet in seinem ganzen Text das Wort Gott in jeglicher Form, er legt sich, und das ist bemerkenswert für einen solchen Text, auf keine konkrete Form von Gott fest. Dadurch kann man diesen wunderbaren Text auf keine besondere Sekte beziehen und die einzelnen Anweisungen auf jede Art von Gottesliebe Beziehen.

3. Diese göttliche Liebe ist der unvergängliche Nektar der Glückseligkeit.

Wird diese höchste Liebe zu Gott erweckt, trägt sie die höchste Glückseeligkeit in sich. Wer dauerhaft glücklich sein will, sollte demnach sein Herz für die Liebe zu Gott öffnen. Das ist alles.

4. Ist diese erlangt, wird er vollkommen, unsterblich und wunschlos.

Wenn wir diese bedingungslose und allumfassende Liebe entwickelt haben und so Gott erfahren, erreichen wir das Ziel des Seins und sind voller Glück und unabhängig von allen Veränderungen. Es gibt sonnst nichts zu erreichen.

5. Ist dieses erlangt, gibt es keine Wünsche mehr, kein Hass, Kummer und Neid sowie keine Freude an Objekten.

Wenn diese Liebe zu Gott unser Wesen durchdringt, lösen wir uns aus jeglicher Abhängigkeit von der relativen Welt. Da die Liebe zu Gott alles Leiden verschwinden lässt, gehen wir über die genannten Begrenzungen hinaus, es gibt keinen Grund mehr sich auf destruktive Muster einzulassen.

6. Dieses erkennend wird er trunken vor Glückseligkeit werden, wird innerlich still und findet alle Freude im Selbst.

Hier wird Narada vedantisch und sagt, dass wir die Freude aus dem Erkennen des wahren Selbst schöpfen. Die Liebe zu Gott bringt den Bhakta in ungeahnte höhen des Glücks und lässt die tiefe Stille im inneren Selbst erfahren.

हरी ओम् तत् सत्
Hari Om Tat Sat

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Über uns Narada

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