Sri Narada Muni – Rishi, Götterbote, Diener Gottes & Bhakti Lehrer

Narada Muni

Narada Muni

Der große Rishi (Seher) Narada Muni taucht immer wieder in den verschiedensten heiligen Texten des Hinduismus auf und er gilt als großer Lehrer im Hinduismus und vorbildlicher Diener Gottes.

Narada- Transzendenter Reisender im Auftrag des Herrn

Narada ist ein freier Geist und er wandert durch die drei Welten, er hat immer den Namen des Herrn auf seinen Lippen wodurch er die Liebe zu Gott lebt und lehrt.

Narada gilt als ein Sohn Brahmas und er ist ein Devarishi, er gehört zu den 10 Prajapatis und in die Gruppe der sieben Maharishis, er ist einer der 12 bekannten Chiranjivis, der ewig auf der Erde verweilenden und der 12 Mahajanas, der herausragenden Verehrer Vishnus, ausserdem hat Narada das Maha Mantra empfangen und er gehörte zu der Gruppe von Rishis die das Ayurveda empfangen haben. Narada wird auch als der Bote Gottes betrachtet und er ist Freund Sri Krishnas und Guru von Vedavyasa, Dhruva, Prahlada, Shukadeva, Valmiki und vielen anderen.

Narada gilt als Erfinder der Vina und bester Musiker, er singt stets „Narayana“ oder „Om Namo Narayanaya“. Es wird gesagt, dass Narada kein Geheimnis für sich behalten kann und daher immer wieder für Unruhe sorgt.

Naradas Name

Der Name Narada, eigentlich mit einem langen „a“, also Nārada, hat zweierlei Bedeutungen die auf seine Funktion hindeuten:

  1. Narada als Abkürzung von „Narayana-Dasa“, also Diener Gottes (Narayana/ Vishnu)
  2. Narada setzt sich zusammen aus „Nāra“= Weisheit und „Da“= der Gebende

Swami Chinmayananda sagt der Name „Narada“ impliziert er sei…

„jemand der Wissen gibt über das höchste Brahman“

und er nennt Narada den

„größten Meister auf dem Weg der Hingabe.“

Narada wird auch „Triloka Sanchari“ genannt, da er sich frei durch die drei Welten bewegen kann. Der Zusatz seines Namens „Muni“ bedeutet wörtlich „Schweigender“ wird aber auch einfach verwendet für heilige, Asketen und Mystiker.

Texte in denen Narada auftaucht:

  • Ramayana
  • Mahabharata

    Narada Muni

  • Bhagavad Gita
  • Shrimad Bhagavatam (=Bhagavad Purana)
  • Matsya Purana
  • Vishnu Purana
  • Vayu Purana
  • Harivamsha Purana
  • Naradiya Purana
  • Shiva Purana
  • Caraka Samhita
  • Devi Bhagavata Purana
  • Skanda Purana
  • Anugita (Teil des Mahabharata)
  • Brahmasutras
  • Chandogya Upanishad
  • Nārada Parivrajaka Upanishad
  • Kalisaṇṭāraṇopaniṣad

Auch im Hanuman Chalisa wird Narada erwähnt, Vers 14/15:

„selbst Narada, Saraswati, (etc.) …keiner kann deine wahre Herrlichkeit beschreiben.“

Folgende Texte sollen von Narada verfasst worden sein:

  • Nāradasmṛti (=Naradiya Dharma Shastra)
  • Nārada Gita
  • Nārada Bhakti Sutra
  • Nāradapāñcarātra (=Jnanamrutamsaram)
  • Nārada Samhita
  • Nāradiyasiksha
  • Samgitamakaranda
  • Raganirupana
  • Sarasamhita

Wobei es natürlich unklar ist, ob tatsächlich Narada der Verfasser dieser Texte war.

Das Leben von Narada Muni

Es ist sehr schwierig Klarheit über das Leben von Narada zu bekommen, zumal die Erwähnungen in den verschiedenen Texten ihn höchst unterschiedlich beschreiben. Es wird angenommen, dass Narada in verschiedenen Inkarnationen auftaucht oder er eben tatsächlich unsterblich ist. Die älteste klare Erwähnung in der Chandogya Upanishade ist auf etwa 800 v.Chr. datiert, angedeutet wird Narada aber bereits im Rigveda und dieser älteste Text des Hinduismus wird auf mindestens 1000 v.Chr. datiert. Hier noch ein paar andere Daten:

  • Nāradapāñcarātra ist wohl aus dem 16. Jahrhundert
  • Vishnu Purana und Narada Smriti etwa 100-300 n.Chr.
  • Mahabharata etwa 500 v.Chr.

Man kann die Geschichten von Narada über sein Leben grob in zwei Teilen darstellen:

  1. Naradas suche nach Gott durch die totale Hingabe.
  2. Das Leben im Einklang mit Gott als Lehrer und Devotee.

Die Legende sagt, dass Narada mehrfach inkarniert war, bis er der große Devarishi wurde, dazu hier einige Hintergründe:

Narada Muni und Vishnu aus www.amarchitrakatha.com

Narada Muni und Vishnu
aus www.amarchitrakatha.com Hintergründe:

  1. Leben: Narada als Sohn von Brahma, dem Schöpfergott. Er wurde von seinem Vater erschaffen, da seine ersten 4 Söhne kein Interesse an der Erzeugung von Nachfahren hatte. Diese erste Geburt trug sich am beginn der Schöpfung zu. Das Nāradapāñcarātra schreibt er habe über 1000 Jahre Askese an der Ganga geübt, dann sprach eine Stimme zu ihm „was nutzt dir die Askese ohne die Hingabe an Narayana, gehe zu Shiva und lerne von ihm!“ Nach einem weiteren Rat seines Vaters machte er sich auf die längeren Reise bei der er auf viele große Rishis wie Lomasa und Markandeya. Als er dann auf Shiva traf sang er Loblieder und Shiva war so erfreut, dass Narada sich etwas wünschen durfte. Er hätte alles haben können, sogar den Status eines gottes, aber er wünschte sich die komplette Hingabe an Hari, also Vishnu/ Narayana. Nach einigen Tagen durfte Narada sich noch etwas wünschen und er wünschte sich spirituelles Wissen, später bekam er noch ein besonderes KrishnaMantra. Diese Geschichte ist natürlich ein Sinnbild für unseren Weg, erst wenn wir Hingabe an Gott haben kommt echtes Wissen. Narada wurde von Daksha Prajapati verflucht, weil er dessen Söhne dazu gebracht hat der Welt zu entsagen, der fluch Dakshas sollte das weitere Leben von Narada nachhaltig prägen, er besagte dass Narada „für immer umherwandern solle und niemald ein Zuhause finden würde“, so das Vishnu Purana. Als klar war, dass Narada der Welt komplett entsagen wolle um ganz Narayana zu Dienen, wurde er von seinem Vater Brahma verflucht, dass er zur Strafe eine neue Geburt als Gandharva haben, und als solcher viele Nachfahren zeugen solle. Im Gegenzug verfluchte Narada seinen Vater, dass er niemals verehrt werden solle, und so gibt es tatsächlich nur einen einzigen Brahma Tempel in Indien. Eine andere Legende besagt Brahma sei von Saraswati verflucht worden.
  2. Leben: Geboren als Sohn von Varidas Gandharva (=himmlischer Musiker)  heiratete er die 50 Töchter von Chitrartha, der besten Gandharva. Narada hat in diesem Leben alles vergessen was er zuvor wusste, und lebte ein weltliches Leben voller Lust. Zum Ende seines Lebens bekam er eine Vision von Sri Krishna der ihm versprach, dass er den Fluch Brahmas im nächsten Leben überwinden könne um danach wieder als Sohn Brahmas ein Hingegebener zu werden. In diesem Leben ist Narada Meister der Musik geworden.

  3. Leben: Sohn von Rishi Kasyapa, der die 13 Töchter des Daksha geheiratet hat, und einer Sklavin. Da seine Mutter in einem Zufluchtsort für Yogis arbeitete, ernährte sich Narada nur von Prassad, also geopferter Nahrung, dadurch löste er sich von den Sünden seiner Gandharva-Inkarnation. Nachdem seine Mutter an einem Schlangenbiss starb als Narada 5 Jahre als war, ging er nach Norden, was dann geschah wird sehr unterschiedlich in den Texten Mahabharata, Shrimad Bhagavatam und Nāradapāñcarātra vermittelt, aber alle drei Texte sagen Narada habe durch Hingabe an Narayana die Befreiung erreicht.

  4. Leben: nach der Erlösung vom Fluch kam er wieder als Sohn Brahmas auf die Welt. Er erinnerte sich schnell wieder an die vergangenen Leben und bekam wieder die gleichen Segnungen von Shiva. Das Shrimad Bhagavatam beschreibt dieses Leben als Teil eines neuen Schöpfungszyklus, wie gesagt variieren die Geschichten in den verschiedenen Texten sehr. Das Mahabharata beschreibt wie Narada in Badrinath auf die Vishnuaspekte Nara und Narayana traf und von denen die Empfehlung bekam sich auf das Selbst als Urgrund der Existenz auszurichten, nach der Erkenntnis dessen meditierte Narada 1000 Jahre mit Nara und Narayana in Badrinath. Das Shrimad Bhagavatam erzählt, dass Narada hier den Auftrag von Narayana bekam durch die Welt zu wandern und Freude und Wissen zu verbreiten. Aus diesem Leben gibt es unzählige Geschichten von narada in den vielen verschiedenen Texten.

Interessant ist die Vielfalt von Lehren des großen Narada, seine Texte befassen sich nicht bloß mit Veden sondern auch mit tantrischen Aspekten, auch ist er nicht nur Verehrer Narayans, sondern hat auch Texte verfasst über Shiva und Devi. Im Narada Purana werden sowohl Vishnu als auch Shiva als Bhagavan bezeichnet, also höchster Aspekt Gottes. Deutlich wird die ganzheitliche Vielfalt in seinem Narada Bhakti Sutra, wo er über das Prinzip der Hingabe an Gott schreibt ohne genauer zu sagen welche Namen und Formen Gottes er meint, jedoch ist er der größte unter den Vaishnavas und er wird auch immer als solcher dargestellt. In manchen Texten wendet sich Narada an Mahavishnu, also das Göttliche jenseits von Eigenschaften, und in anderen Texten dreht sich die Hingabe um Vishnu in verschiedenen Namen, Formen und Eigenschaften, vor allem an Sri Krishna. Das Brihanarada Purana, ein Teil des Narada Purana, sagt in sehr klaren Worten:

„Vishnu ist Shiva und Shiva ist Vishnu, jene die denken sie seien verschieden, fahren zur Hölle.“

Geschichten über Narada, erzählt von Narada

In der folgenden Audiodatei steckt ein etwa 22 minütiger Vortrag von mir mit 4 Geschichten über Sri Narada Muni, es gibt noch sher viele weitere inspirierende Geschichten mit Narada, aber diese sind sicher am bekanntesten:

  • Wie aus dem Räuber Ratnaka der Weise Vamiki wurde
  • Wie Narada den Weg zur Erleuchtung prophezeite
  • Wie Krishna den Narada um ein Glas Wasser bat
  • Wie Narada sich einst für den größten hielt

Narada und das Maha Mantra „Hare Rama, Hare Krishna“

Narada gilt als der erste Empfänger des Maha Mantra, laut Kali Santarana Upanishad hat er es selbst von Brahma empfangen. Narada fragte Brahma wie man sich von den üblen Effekten des dunklen Zeitalters lösen, und weiter auf Gott ausgerichtet bleiben kann. Brahma sagte: in dem an die Namen des Herrn wiederholt, genau genommen sagte er die Namen von Narayana. Auf die Frage welche Namen dies seien antwortete Brahma:

Hare Krsna Hare Krsna Krsna Krsna Hare Hare, Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare. Diese 16 heiligen Namen werden die sündigen Einflüsse des Kaliyuga zerstören. Ich sehe keine andere Methode.“

So wird es jedenfalls von den Anhängern des Gaudiya Vaishnavatums verbreitet, also der „Hare Krishna Bewegung“. Jedoch ist auf der ältesten noch erhaltenen Fassung der betreffenden Upanishade aus dem Jahr 1740 n.Chr. mit einem Kommentar des Advaita Lehrers Brahmayogin Ramacandrendra Sarasvati von Kanchipuram die Reihenfolge des Mantras anders herum, also:

„Hare Rama Hare Rama Rama Rama Hare Hare Hare Krsna Hare Krsna Krsna Krsna Hare Hare“

Darüber gibt es unter Vaishnavas eine große Diskussion, in der Sivanandatradition sagt man, es sei besser den älteren Namen zuerst zu rezitieren, also zuerst Rama, dann Krishna. Übrigens fragt Narada nochmals genauer nach, ob es beim Wiederholen des Maha Mantra besondere Regeln gibt, Brahma sagt daraufhin:

„Es gib keine Regeln“

Und Srila Prabhupada sagt in dem Zusammenhang:

„Streitet euch nicht über all solche Details!“

Wie dem auch sei, Narada Muni hat jedenfalls das Mantra empfangen!

Ausserdem war er der Rishi des „DvadashaksharaMantra“, des 12-Silbigen Mantras zur Verehrung Vishnus, bzw. Sri Krishnas: Om Namo Bhagavate Vasudevaya. Der tanirsche Text Sarada Tilaka sagt über dieses Mantra:

„das zwölfsilbige Mantra ist das höchste aller Vishnu Mantras“

Es gilt auch als Essenz des Shrimad Bhagavatam, 12 Verse für 12 Kapitel.

Narada in der Chandogya Upanishad

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Narada reist durch die Welten

Die älteste Erwähnung von Narada Muni ist in der Chandogya Upanishad zu finden, dieser Text gehört zu den ersten Upanishaden und ist mindestens 3000 Jahre alt. Das Ganze 7. Kapitel widmet sich dem Dialog Naradas mit seinem Bruder und Guru Sanatkumara, hier ist Narada also ein Schüler auf der Suche nach dem höchsten Glück. In späteren Texten ist er meist von höchster Gottesliebe beseelt und hat die letzte Erkenntnis erreicht.

Narada kommt als spirituell Suchender zum Weisen Sanatkumara und bittet ihn um Unterweisung, dieser Dialog startet wie folgt:

 1 „Belehre mich, Ehrwürdiger!“ – Mit diesen Worten nahte sich Nârada dem Sanatkumâra. Der sprach zu ihm „Bringe mir vor, was du schon weißt, so werde ich dir das darüber Hinausliegende kundmachen.“

Narada zählt daraufhin eine beeindruckende Liste an Wissen auf und schließt mit dem fazit:

3. und so bin ich, o Ehrwürdiger, zwar schriftkundig aber nicht âtmankundig; denn ich habe gehört von solchen, die dir gleichen, daß den Kummer überwindet, wer den Âtman kennt; ich aber, o Ehrwürdiger, bin bekümmert; darum wollest du mich, o Herr, zu dem jenseitigen Ufer des Kummers hinüberführen!“ – Und er sprach zu ihm: „Alles, was du da studiert hast, ist nur Name (nâman).

Im folgenden Lehrt Sanatkumara eine interessante Methode der progresssiven Meditation.

Zum Ende der Unterweisung bekommt Narada eine wesentliche Lehre von Sanatkumara vermittelt:

„wahre Freude besteht im unbegrenzten, das begrenzte enthält keine Freude (…) das Unbegrenzte gilt es also zu erkennen!“

Narada im Ramayana Epos

Narada spielt eine wesentliche Rolle in der Entstehung des großen Ramayana Epos über das Leben der Vishnu-inkarnation Rama. Er inspirierte seinen Schüler Valmiki dazu das Leben Ramas in Versform festzuhalten.

Die Vorgeschichte dazu ist vom bösartigen Räuber Ratnakar der von allen gefürchtet wurde. Ratnakar traf eines Tages auf Narada der ihm klar machte, dass es jemanden gibt den er zu fürchten habe: ihn selbst! Ratnakar wurde dann von Narada dazu motiviert das Mantra „Mara“ zu wiederholen, den Namen eines gefürchteten Dämonen, da Ratnakar nicht einen Namen Gottes wiederholen wollte. „Mara“ wurde dann durch die Wiederholung zu „Rama“ und Ratnakar wurde durch die Kraft von Gottes Namen transformiert. Ratnakar saß solange in tiefer Meditation bis um ihn herum ein Ameisenhaufen entstand, so bekam er dann später von Narada den Namen Valmiki, was bedeutet „Ameisenhaufen“.

Später saßen Narada und Valmiki beisammen und Valmiki fragte sich, ob es jemanden gäbe der wirklich 100% rechtschaffen und vorbildlich sei. Narada konnte ihm seine Frage beantworten, da er als Reisender durch die Welten vieles gesehen hat. Es gäbe eine Person die wirklich unter allen Umständen gemäß des Dharma handelt, und das ist Rama. Er erzählte Valmiki ausführlich über das Leben von Sri Rama und ging fort. Valmiki war so sehr berührt vom Leben Ramas, dass er nur noch in Versform sprach. Von Brahma bekam er dann den Auftrag das Leben Ramas in Versform zu dichten. Valmiki gilt als der erste Dichter.

Tatsächlich beginnt das Ramayana Epos mit einem Dialog zwischen Valmiki und Narada mit diesen Worten:

„Om. Der Erste und Beste der heiligen Einsiedler, der hervorragende Valmiki, sprach eines Tages zum Prinzen der Weisen, zum in den Schriften und asketischen Lebensregeln bewanderten, also zu Narada:“

Den Rest findest du auf der Seite Pushpak.de.

Narada, Vishnu und Laxmi
www.amarchitrakatha.com

Narada im Mahabharata Epos

Narada taucht desöfteren im Mahabharata aauf, vor allem am Beginn als Lehrer Yudhishtiras der ihn in das Leben im EInklang mit Dharma unterweist. Auch erklärte er denn 5 Pandava Brüdern wie sie sich ohne Konflikt um die gemeinsame Gemahlin kümmern können. Narada taucht immer wieder in kritischen Situationen auf, bei denen ein Rat des Götterboten wichtig ist. Narada spielte auch eine wichtige Rolle bei der Etablierung des Mahabharata, indem er die ursprünglichen 300000 Verse den Göttern vortrug.

Hier nutze ich die wundervolle Übersetzung von Undine und Jens vom Projekt Pushpak.

Narada war auch ein wichtiger Guru von Veda Vyasa, dem Verfasser des Mahabharata, dieser sagt:

„Narada ist ein großer Gelehrter, er kennt sich im Vedanta aus, er ist seriös und hat ein gutes Herz. Er wird gleichermaßen respektiert von Menschen, Göttern und Dämonen. Er hat ein frohes Gemüt und einen scharfen Intellekt. Er kennt sich besonders gut im Samaveda aus und er ist ein Experte der Musik. Er kann alle Zweifel und Bedenken ausräumen und findet immer einen Weg Menschen mit Problemen zu helfen. Er kann die Menschen für sich gewinnen durch seine liebevolle Stimme. Er drückt sich klar aus, kann Rechnen und weiß genau wie man Worte verwendet.“

Eine weitere Lobhymne an Narada findet sich im 12.Buch, Kapitel 230, es spricht Krishna.

„…höre mich, wie ich dir jene guten Qualitäten von Narada aufzähle, die ich kenne, oh König! Narada ist in den Schriften ebenso erfahren, wie er gut und fromm in seinem Verhalten ist. (…) Er ist von jeglicher Hinterlist frei und wahrhaft in seiner Rede. Dafür wird er überall respektvoll verehrt. Er ist berühmt für seine Energie, seine Intelligenz, seine Weisheit, seine Demut, seine Entsagung, seine hohe Geburt und sein Alter. (…) Narada durchschaut alles mit dem Auge der Einheit, und deshalb kennt er weder Anhaftung noch Ablehnung. Er spricht stets, was für seine Zuhörer angenehm und heilsam ist. (…) Unvermindert übt er den Yoga und ist stets voller Achtsamkeit und zu jeder Anstrengung bereit. Dafür wird er überall respektvoll verehrt. Er muß sich niemals über irgendeinen Mangel schämen. Er ist sich seiner stets bewußt, und selbstlos bewirkt er das, was zum Wohle aller Wesen ist. (…) Wer würde ihn nicht lieben, der auf diese Weise mit jedem Verdienst und jeder Tugend gesegnet, der in allem weise, an Körper und Geist rein und höchst vertrauensvoll ist, der den Lauf der Zeit kennt, im rechten Moment zu handeln weiß und im Heilen wohlerfahren ist?“

Genug Lobeshymen, tatsächlich habe ich sie stark gekürzt. Hier ein Beispiel für spirituelle Anweisungen von Narada, diese gehen an seinen Schüler Sukadev, Buch 12, Kapitel 330:

„So überwinde, oh Kind, alle Anhaftungen und zügle deine Sinne, wodurch du die Glückseligkeit sowohl in dieser als auch der kommenden Welt erreichst. Wer keine Habgier hat, muß auch keinerlei Sorgen ertragen. Deshalb sollte man alle Habgier von seiner Seele lösen. (…) Ach, warum erwachst du nicht zur wahrhaften Sicht? Wie eine Seidenraupe sich selbst in ihrem Kokon einspinnt, so spinnst du dich in eine körperliche Hülle, die aus unzähligen persönlichen Taten gebildet wird und aus Verblendung und Unvollkommenheit geboren wurde. Ach, warum erwachst du nicht zur wahrhaften Sicht? Es gibt keinen Grund, dich an die Dinge dieser Welt zu binden. Die Anhaftung an weltliche Erscheinungen ist eine Quelle großer Sorgen. Du bist gebunden wie die Seidenraupe durch ihr eigenes Wirken.“

Und hier noch aus Buch 12, Kapitel 339 ein Ausschnitt der wunderschönen Lobeshymne an Narayan:

„Du bist ungeboren und durchdringst Alles. Deine Augen sind überall, doch an die Sinne bist Du nicht gebunden. Du bist unvergänglich und voller Kraft. Dein Körper ist unendlich und grenzenlos. Du bist das Heilige jenseits von allem Denkbaren. Du bist unerkennbar und die Erste aller Ursachen. Du bist der Schöpfer aller Geschöpfe und ihr Zerstörer. Du bist die Quelle der allumfassenden Macht der Illusion.“

Narada in der Bhagavad Gita

Natürlich ist die Bhagavad Gita nur ein Teil des zuvor erwähnten Mahabharata, da dieser Text jedoch so wichtig ist habe ich hier ein eigenen Absatz dazu gemacht. Narada Muni taucht als erstes im Kapitel 10 auf, wo Arjuna seine Sicht mit der von Narada vergleicht:

10.13 „So haben Dich alle Weisen erklärt, wie auch der heilige Weise Narada“

Im selben Kapitel spricht dann Sri Krishna von Narada, in diesem Abschnitt spricht er über sich selbst um seinem Schüler zu erläutern wie er ihn verstehen kann:

10.26 devarṣīṇāṃ ca nāradaḥ – „unter den göttlichen Weisen bin Ich Narada.“

 Narada im Srimad Bhagavatam bzw. Bhagavad Purana

„Du hast deshalb keinen Frieden erlangt“, erwidert Narada, „weil du in deinen herrlichen Werken zwar sehr viel über Weisheit und Yoga und Gesetz, aber nicht genug von Bhakti und der Schönheit und Liebe Bhagavans erzählt hast….“

in diesem Dialog zwischen Narada und Veda Vyasa im Srimad Bhagavatam motiviert Narada seinen Schüler ein Werk über die Liebe zu Gott zu verfassen, dieses wird dann später von dessen Sohn Shukadeva vollendet.

Vor allem vermittelt Narada Muni im Vers 7.5.23 die Lehre von den 9 Formen der Hingabe an Gott, bzw. sein Schüler Prahlada offenbart diese wie er sie von seinem Guru gelernt hat. Diese 9 Frmen der Hingabe sind eines der zentralen Konzepte des Bhakti Yoga:

„śrī-prahrāda uvāca śravaṇaṁ kīrtanaṁ viṣṇoḥ smaraṇaṁ pāda-sevanam arcanaṁ vandanaṁ dāsyaṁ sakhyam ātma-nivedanam“

Meditation aus dem Narada Purana

Der Vers 65.97 des Narada Purana enthält eine wunderbare Advaita Meditation die hilfreich ist um sich seiner wahren Natur bewusst zu sein:

„Ich bin Brahma. Ich bin kein weltliches Wesen. Ich bin immer frei. Leid berührt mich nicht. ich bin Existenz, Bewusstsein und Freude.“

Auch im Narada Purana steht im Vers 1.64.3 eine wunderbare Beschreibung darüber, was genau ein Mantra ist bzw. was das Wort bedeutet:

„Die Bedeutung von Mananam ist Wissen zu haben über alles durch Denken, Reflektieren, Abwägen und Meditation. Die Bedeutung von Tranam ist Schützen und Retten. Durch seine innewohnende Natur von Allwissenheit und Schutz wird es Mantra genannt.“

Hier noch zwei Advaita Vedanta Verse aus dem Narada Purana

1.33.31 „Wissen alleine bringt die Befreiung!“

1.33.148 „Das Eine ohne ein zweites ist das höchste und reinste Licht. Es ruht im Herzen jedes Lebenden Wesens.“

Narada, Vishnu und Brahma

Narada, Vishnu und Brahma

Als Quellen für diesen umfassenden Artikel habe ich vor allem meine 8 verschiedenen Bücher zum „Narada Bhakti Sutra“ verwedet, ausserdem einige Quellen im Internet und das Buch „Legends and teachings of the greatest hindu divine sage Narada“ und das „Narada Pancharatnam“. Auch die Online Versionen von Shrimad Bhagavatam, Mahabharata und Ramayana gehörten zu den Quellen.

 

Über Narada

Ich bin als Lehrer & Ausbilder für Meditation, Yoga und Advaita Vedanta tätig und koche für Geld. Nebenbei betreibe ich diese Seiten um meinem großen spirituellen Mitteilungsbedürfnis einen weiteren Kanal zu geben. Alle Inhalte meiner Seite stehen dir kostenfrei zur Verfügung und sie dürfen unter Angabe der Quelle gerne weiter verwendet werden! Wenn du mich bei meiner Arbeit unterstützen willst, Kommentiere, Like und Teile einfach meine Beiträge... :-)