Jivanmukta Gita des Dattatreya – Advaita Text

Kala Bhairava

Kala Bhairava



Die Jivanmukta Gita ist ein sehr kompakter Advaita Text  der von Dattatreya verfasst wurde. Das Thema der Jivanmukta Gita ist die Natur des wahren Selbst und es wird in den 24 Versen ein tiefes Verständnis dieser höchsten Erkenntnis beschrieben.

„Jivanmukta“ setzt sich aus zwei Worten zusammen, der „Jiva“ ist der Individuelle verkörperte Mensch der mit sich indentifiziert ist, „Mukti“ leitet sich von „Moksha“ ab, also Befreiung, Freiheit. Der Jivanmukta ist also einer der Befreiung erreicht hat und noch im Körper weilt, „Gita“ ist der Gesang.

Dattatreya ist eine Inkarnation der Trinität des Hinduismus, also Brahma, Vishnu und Shiva. „Trimurti Avatar“ wie er auch genannt wird, also die Verkörperung der Dreiheit, werden auch weitere Texte zugeschrieben, so zB die für das Advaita Vedanta sehr wichtige Avadhut Gita. Allerdings ist unklar ob diese Texte nicht vielleicht von anderen Personen verfasst wurden die sie von der Gottheit Dattatreya empfangen haben.

Jivanmukti Gita mit kurzen Kommentaren

1. „Wieder und wieder entbiete ich meine ehrfurchtsvollen Grüße diesem großen Wesen, welches der gesamten Schöpfung innewohnt, auf immer als Bewusstsein leuchtet und ewig frei ist; welches der Zeuge aller Tätigkeiten, wahre Erkenntnis und nichts anderes als mein innerstes Selbst ist.“

Gott wird in der Lehre des Advaita Vedanta sowohl als Phänomän ausserhalb des Individuums betrachtet, als auch als die allem innewohnende Wahrheit. Solange der nach Erlösung strebende sich noch als getrennt von der Einheit erfährt bzw. nicht erkannt hat das er eins mit allem ist, scheint die Welt dual zu sein und Gott ist ausserhalb. Wenn die Einheit realisiert wurde wird die Illusion der Trennung von Subjekt und Objekt aufgegeben und man erkennt „der Vater und Ich sind eins“, also mein wahres Selbst und Gott sind dann identisch. Eine essentielle Praxis ist das sich hingeben an dieses Eine um die Illusion der Person aufzugeben und das Ego zu überwinden.

 2. „Befreiung noch während des körperlichen Lebens wird Jivanmukti genannt. Dieses Wort bezeichnet einen endgültigen, unveränderbaren Zustand. Wird dieses Wort auf den Tod des physischen Körpers angewendet, dann gilt diese Befreiung, die sich auf den physischen Körper bezieht, gleichermaßen auch für Tiere wie etwa Hunde und Schweine.“

Die Befreiung im Sinne des Advaita Vedanta ist das Erkennen der Wirklichkeit, also nicht das „phänomenale Selbst Modell“ (Körper, Person, Vorstellungen ,etc.) zu sein, sondern das eine alles durchdringende Sein. Wenn dieses unumstösslich erkannt wurde, hat man sich aus dem Kreislauf der Wiedergeburten gelöst und ist frei. Dabei verändert sich nichts an der Erfahrung, sondern es ist die Erkenntnis entscheidend.

3. „Der Jiva ist Shiva selbst. Er wohnt auf diese Weise sämtlichen Wesen inne. Diejenige Person, die dies als die Wahrheit ihres Lebens zu erkennen vermag, wird „lebend befreit“ genannt.“

Der Jiva ist das Individuum welches mit Körper und Person identifiziert ist durch die Kraft der in ihm vorherschenden Unwissenheit. Sobald der Jiva erkannt hat, dass Körper und Person nur in dem einen Bewusstsein als Erfahrung auftauchen, wird er sich gewahr in seiner wahren Natur Shiva zu sein. Shiva ist im tantrischen Sinne das eine, reine, statische, allesumfassende, allem zugrundeliegende, nicht handelnde, unveränderliche und banale Bewusstsein welches im Advaita Vedanta als Brahman bezeichnet wird.

4. „So wie die Sonne die ganze Welt erleuchtet, so erleuchtet Brahman, in allen Wesen gegenwärtig, die ganze Welt. Wer dies realisiert hat, wird als „im Leben befreit“ bezeichnet.“

Vielleicht ist die Sonne kein so guter Vergleich um die universalität Brahmans aus Sicht des Menschen zu umschreiben, denn die Sonne geht unter und erleuchtet nicht den von der Erde verdeckten Raum, Brahman hingegen ist immer und überall, es umfasst alles und es gibt nichts ausserhalb dessen. Brahman ist eher wie der Raum an sich in dem die verschiedenen Erfahrungen kommen und gehen ohne das er sich verändert.

5. „So wie der im Wasser der Seen, Flüsse oder Gefäße widergespiegelte Mond als viele erscheint und doch nur einer ist, so erscheint Atman, das Selbst, als viele, sobald er verschiedene Gestalten annimmt (obwohl Er doch nur das Eine und absolut Unteilbare ist). Nur diejenige Person, die die Wahrheit des Atman kennt, wird als „befreit im Leben“ (Jivanmukta) bezeichnet.“

Schwierig zu verstehen ist die Aussage des Advaita Vedanta, dass es nur ein Selbst gibt, also nur ein Bewusstsein welches allem zugrunde liegt. Dieses Eine manifestiert sich in unendlich vielen Namen und Formen und als verschiedene Personen. Im Wesentlichen sind alle Personen gleich, da ihre wahre Natur das eine Sat Chid Ananda ist, also reines Sein, Wissen und Glückseeligkeit. Die Vielfalt der unterschiedlichen Individuen ergibt sich aus Körper und Person, die Einheit aus dem was beobachtet und sich bewusst ist. Das eine Selbst erfährt sich durch verschiedene Personen und Körper und es entsteht die Illusion ein getrenntes begrenztes Wesen zu sein.

6. „In allem, was existiert, ist Brahman gegenwärtig. Aus diesem Grund ist Brahman frei von sämtlichen Unterschiedenheiten oder Identifikationen, was bedeutet, dass Es nicht in Begriffen der Verschiedenheit (bheda), Nicht-Verschiedenheit (abheda) und Verschiedenheit-Nicht-Verschiedenheit (bhedabheda) bestimmt werden kann. Diejenige Person, die Brahman strikt auf diese Weise zu sehen vermag, wird als „lebend befreit“ bezeichnet.“

Es gibt nichts wo Gott nicht ist da Gott die Einheit allen Seins ist. Gott als Brahman ist das absolute eine Bewusstsein welches alles andere enthält und nichts ausschliesst. Die Begriffe Bedha, Abedha und Bedhabedha stehen für verschiedene phliosophische Spitzfindigkeiten über die man sich streiten kann wenn man nicht die Einheit erkannt hat und an oberflächlichkeiten festhält.

7. „Die Natur der Wirklichkeit ist wie folgt: „Der Körper ist mehr als die Begrenztheit des Raumes. Das Höchste Wesen ist darin die Seele. Ich bin der Handelnde und ebenso auch die Erfahrung.“ Wer dies weiß, wird Jivanmukta, der „im Leben Befreite“, genannt.“

Also das Selbst umfasst alles, also sowohl den Handelnden als auch die Erfahrung auf der einen Seite, als auch den Beobachter bzw. das reine Bewusstsein auf der anderen Seite, bzw. Subjekt und Objekt. Advaita ist die Nichtzweiheit bzw. die Auflösung der Trennung, also die Einheit von Subjekt und Objekt. Diese Einheit ist bereits da, Befreiung bedeutet diese zu erkennen. Es ist kein anderer Zustand bzw. keine Erfahrung, da Zustand und Erfahrung immer wechselhaft sind, es ist eine Erkenntnis die dauerhaft ist und dann auf die Erfahrungsebene einwirkt. Nachwievor bleiben die Erfahrungen wechselhaft, jedoch bleibt die Erkenntnis der Einheit die Basis des Seins und daher wird die Ebene der Erfahrungen voller Gleichmut gelebt, auch wenn die Erfahrungen oberflächlich gesehen leidvoll sind.

8. „Nur derjenige, der die strebenden Sinne und das Werkzeug des Ich-Sinns aufgegeben und die Seele innerhalb seiner selbst realisiert hat, wird Jivanmukta, der im Leben Befreite, genannt.“

Wenn die Natur des Seins erkannt ist, wird alles streben für persönliche Ziele aufgegeben, ebenso wie die identifikation mit dem „Phänomenalen Selbst Modell“. Mit Seele ist hier der Wesenskern der alles umfasst gemeint nicht das was wir im Westen gerne als Seele bezeichnen, nämlich jenes was nach dem Tode in ein neues Leben übergeht.

9. „Wessen somatische Aktivität frei von Erregung und Verblendung ist, und wer keinerlei Sorge wegen des Erwünschten und Unerwünschten hegt, wird der „im Leben Befreite“ genannt.“

Des Befreiten Handlungen sind aus Gleichmut und Wohlwollen für alle Beteiligten im Einklang mit der Schöpfung vollzogen, ganz ohne bemühen das aus dem Bewusstsein der Einheit heraus nur selbstlose Handlungen möglich sind. Weil keinerlei Trennung mehr da ist, gibt es keine Sorgen mehr, absolutes Vertrauen in die Einheit ist gegeben, es gibt keine Gedanken mehr wegen der Früchte der Handlungen, es wird einfach getan was im Moment anliegt. Vorlieben und Abneigungen sind zwar da aber nicht mehr das Motiv der Handlungen.

10. „Diejenige Person, die zu der Schlussfolgerung gelangt ist: „Ich kenne keinerlei Handlung, die unter die durch die shastra (heiligen Schriften) vorgeschriebenen Pflichten fällt“, und deren Handlungen nicht von der Überlagerung durch das Empfinden des Täter-seins (bzw. Ich-Sinns) begleitet werden, und die versteht, dass alle Tätigkeit Brahman selbst ist, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Hier wird der Autor Dattatreya etwas unkonventionell und provozierend. Im alten Indien sowie auch im heutigen Hinduismus werden die Shastras, also die Texte der großen Weisen, als ganz besonders heilig und maßgeblich betrachtet. Allerdings geht es ihm wohl in diesem Vers darum zu sagen, dass (im Sinne des berühmten Bhagavad Gita Verses) er handelt im Nichthandeln, also die HAndlungen im einen Bewusstsein geschehen, ohne dabei ich-haft zu sein und dadurch sind sie im Einklang und über jegliche Vorschriften erhaben. Alle Handlungen des wahrhaft Befreiten sind nicht aus der Identifikation mit dem „Phänomenalen Selbst Modell“ heraus, sondern ganz frei aus der Erkenntnis der Einheit geboren.

11. „Diejenige Person, die versteht und wahrhaftig zu sehen vermag, dass der Höchste Herr der ganzen Welt selbst reiner GEIST ist, der den gesamten Raum durchdringt und folglich zusammen mit allen Wesen, den Zentren der Tätigkeiten, gegeben ist, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Also der Jiva (Verkörperte) der befreit ist von Avidya, der Unwissenheit, wird einsehen, dass Gott als Intelligenz hinter dem Universum und höchstes Wesen über dem Universum sowie als Plan unter dem Universum identisch ist, mit dem wahren Sein aller Wesen.

12. „Der Jiva der Wesen kann daher niemals zerstört werden. Diejenige Person, die diese Wahrheit kennt und aufgrund ihrer keinerlei Hass mehr gegenüber den Wesen empfindet, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Das was der Mensch wahrlich ist jenseits der Erfahrbaren Phänomene ist nicht veränderlich und kann nicht zerstört werden. Wenn dieses Bewusst ist lebt man ganz Selbst-Verständlich im Einklang mit der Schöpfung und handelt automatisch ohne Leid zu verursachen.

13. „Das Selbst ist der Meister. Es ist du selbst. Es ist all dieses hier. Es ist der allesdurchdringende GEIST. Es wird niemals durch irgendetwas in Mitleidenschaft gezogen. Jiva und Shiva meinen daher dasselbe, denn beide unterliegen weder einem Mehr noch einem Weniger. Diejenige Person, die diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Das Selbst ist Weg und Zeit aller Suche, es ist das was schon immer da war aber nicht erkannt werden konnte da die Suche im Aussen stattfand. Ist dieses erkannt wird die vielheit der Erfahrungen gelebt ohne sich darin zu verlieren.

14. „Mit dem Mittel der Innenschau erkennen die Weisen das, was sie sehen, als ihren Verstand. Dasselbe gilt für den Gedanken: „Er ist Ich“ (soham). Der Verstand, der meditiert: „Er ist Ich“, ist selbst der allesdurchdringende Shiva. Wer diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Alles was im Selbst oder durch das Selbst erfahren wird ist Teil dessen. Der Jiva erkennt, dass er Shiva ist und wird sich bewusst mit allem verbunden zu sein. Diese Nondualität ist eine Erkenntnis und nicht eine Erfahrung,  wobei sich beides bedingt.

15. „Mit dem Mittel der Meditation erkennen die Weisen das, was sieht, als den GEIST. Derselbe wird auch Verstand genannt, nämlich der Verstand der Weisen. Er wird ferner auch Leerheit, Zerstörung und gänzliche Vernichtung genannt. Der Kenner dieser Wahrheit wird „im Leben befreit“ genannt.“

Durch das Versenken in die Stille wird man zunächst erkennen, dass man das Subjekt ist um später auch zu realisieren das Objekt zu sein. Wenn man diese Einheit realisiert löst sich die Vielheit darin auf und man erkennt die Leerheit allen seins.

16. „Derjenige wird als „im Leben befreit“ bezeichnet, dessen Verstand sich stets an der Erkenntnis, der Reflexion und Meditation erfreut, der in diese Meditation eingetaucht und frei von sämtlichen begrenzenden Ideen von Bindung und Befreiung ist.“

Hat man die Befreiung erlangt sieht man die Welt aus dem Blickwinkel der Einheit und entdeckt unentwegt Beispiele für das Eine. Im Fluss des Augenblicks tut man was auch immer grade anliegt ohne das man verhaftet ist oder identifiziert ist mit einer Suche nach Freiheit.

17. „Der Weise, dessen Verstand die Eigenschaften der Naturkräfte überschritten hat, ist in seinem eigenen Innern in Freude eingetaucht. Wer im GEIST, der Essenz der Erkenntnis, die Brahman Selbst ist, eingetaucht ist, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Wer also die drei Wirkkräfte der Natur transzendiert hat, bzw. erkannt hat auf welche Weise das wahre Selbst jenseits dessen existiert, der ist eins mit Ananda, der wunschlosen Freude. Dieses reine Bewusstsein jenseits der Erfahrungen und EIgenschaften ist Brahman, das wahre Selbst.

18. „Diejenigen weisen Menschen, die durch das Mittel der Meditation das Licht innerhalb von sich selbst wahrnehmen können, verstehen, durch wen die Erkenntnis gewonnen wird. Sie sehen daher die Wirklichkeit in der Form von „Er ist Ich“. Wer das Selbst auf diese Weise zu verstehen vermag, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Licht ist ein Symbol für Erkenntnis, denn da wo es hinfällt können wir sehen. Es ist dieses eine wahre Selbst in dem die Erkenntnis stattfindet und welches Erkannt wird, es ist dieses strahlende Licht im inneren. Man sieht als befreiter die Welt als Teil des einen, also jede Erfahrung als nonduales Selbst im Sinner von „Er ist Ich“.

19. „Die Weisen erkennen, dass das große Selbst, welches identisch mit der Herrlichkeit und dem Vorzüglichen – Shiva – ist, und das gesamte Universum einschließlich des Körpers und auch der dem Verstand – d.h., dem Herzen – angehörende Illusion, nichts als der GEIST sind. Diejenige Person, dies diese Wahrheit versteht, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Es gibt nichts was nicht dieses Eine ist, alles ist Teil der nondualen Wirklichkeit und jegliche andere Erfahrung erweist sich im Lichte der Erkenntnis als reine Illusion.

20. „Der weise Mensch, dessen Verstand beständig über „Er ist Ich“ (soham) meditiert, und der im Zustand der Transzendenz, in dem Wachen, Träumen und traumloser Tiefschlaf aufgehoben sind, verankert und eingetaucht in den alles absorbierenden GEIST ist, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Hier spielt der Autor auf den Urtext des Advaita Vedanta an, der Mandukya Upanishade. In dieser wird beschrieben, dass das Selbst durch die Erfahrung von Wach, Traum und Tiefschlaf geht aber in Wirklichkeit jenseits dessen das reine Bewusstsein ist. Dieses „Er ist Ich“ oder „Soham“ wird auch als „Ich bin das“ beschrieben, das was erfahren wird ist ein teil von mir, und ich bin zugleich das was erfährt.

21. „Dieses als „Er ist Ich“ (soham) definierte Wissen (welches im Verstand [manas] liegt), ist der GEIST (chaitanya) selbst – so wie die Perle in der Perlenkette. Die als „Er ist Ich“ dargestellte Wirklichkeit ist das Höchste Brahman selbst. Sie ist formlos. Wer diese Wahrheit kennt, wird „im Leben befreit“ genannt.“

Auch dieses so klar formulierte Wissen des „Er ist Ich“ ist bloß eine Form die auf das Formlose hindeutet, sie ist wie eine Perle der Kette die sich bewegt, aber das Brahman ist die Kette die gesucht wird.

22. „Die Wahrnehmung von diesem und jenem usw. ist eine Täuschung, die der Wahrheit widerspricht. Gemeinhin bezeichnet man dies als „Vergänglichkeit“. Diese mentale Tätigkeit ist im Alltagsleben die Ursache für die Unterscheidungen zwischen „Ich“ und „mein“. Wer sich dessen aufgrund der Erkenntnis und der Freiheit vom Ich bewusst geworden ist, wird gänzlich frei von willentlicher Tätigkeit. Von so einem spricht man als von einer „zwar verkörperten, aber erlösten Seele“.“

Unser gesunder Menschenverstand sagt uns, dass wir ein Individuum sind und die Welt als Objekte erfahren, das Advaita Vedanta lehrt etwas was diesem widerspricht. Ebenso ist es ja unsere Erfahrung, dass die Welt eine Scheibe ist, obwohl wir etwas anderes lernen. Wenn man tiefer versteht wie Planeten und die Gravitation funktionieren, wird plötzlich ganz klar wieso dieser Planet rund ist und keine Scheibe. Ebenso wird durch die Lehre eindeutig klar, dass wir eins sind mit dem was wir erfahren, alles andere ist eine Illusion. Alles was vergänglich ist wird als unwahr bzw. nicht die letztendliche Wahrheit bezeichnet, was nicht bedeutet das es nicht ist.

23. „Was ist das, was der Weise weiß, und was das Wissen ausmacht? Es ist diese Befreiung, die die Bedingung dafür ist, dass der Verstand ruhig und fest wird. Darin besteht die gegründete Wahrheit. Wer sich dessen bewusst ist, wird eine „zwar verkörperte, aber erlöste Seele“ genannt.“

Aus dem Blickwinkel des Advaita Vedanta geht es bei der spirituellen Suche nur um das Erkennen des wahren Selbst, jedoch ist darüber hinaus entscheidend, dass man möglichst rein und klar ist um in Harmonie mit der Schöpfung zu handeln. Man unterscheidet zwischen einem Jnani der das Selbst erkannt hat und einem Heiligen der einen hohen Grad an reinheit hat und über geistige Kräfte verfügt.

24. „Wer auch immer den Yoga praktiziert, wird zu einem, der die mentale Vorzüglichkeit erlangt. Ein solcher ist ein Mensch der inneren Entsagung, der so aufgrund der Tatsache, dass er sämtlichen illusorischen Objekten entsagt hat, genannt wird. Dies ist der Grund dafür, weshalb sich dieser Mensch nach außen wie leblos verhält. Er ist deshalb der zweifach Entsagende – nämlich im Innern wie im Außen. Von diesem spricht man als von einer „zwar verkörperten, aber erlösten Seele“.“

Dieser Yoga ist der Yoga der Unterscheidung den man Jnana Yoga nennt. Wer diesen Weg geht wird Reinheit und Klarheit kultivieren und eine starke geistige Kraft entwickeln, da er sich von allen Ablenkungen entsagt und aus dem Vollen schöpft. Entsagung geschieht hier durch Einsicht, also wenn man tief im inneren realisiert dass es nur das Eine gibt, braucht man sich nichtmehr in der Vielheit zuverlieren.

Soweit mein Kommentar zu Dattatreyas Jivanmukti Gita.

Agni, feuergott, feuerzeremonie, veda, vedisch

Agni Dev

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Über uns Narada

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