Yoga-Philosophie und ganzheitliche Spiritualität

Advaita Vedanta

Hallo mein Name ist Narada und ich freue mich, dass du hier bist, denn du hast offenbar Interesse an den Hintergründen des Yoga. Also herzlich Willkommen auf meiner Info-Webseite rund um Yoga Philosophie, Meditation, Spiritualität und insbesondere über die Lehre des Advaita Vedanta!

„Im Yoga ist entscheidend was in Kopf und Herz passiert, nicht was man tut!“

Seit 2011 bastel ich an diesem Projekt um dir zu helfen einen Überblick zu bekommen zu den umfassenden indischen Lehren und somit eine Unterstützung zu haben für deinen Spirituellen Weg.

Ich beschäftige mich seit 20 Jahren mit Spiritualität und seit 10 Jahren intensiv mit dem integralen Yoga. Eine weltoffene und konstruktive Denkweise ist für mich absolut maßgebend, wobei mein Denken gefärbt ist durch die Lehren von Swami Sivananda und Ramana Maharshi sowie den universellen Ansätzen des Hinduismus.

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Was ist Yoga?

Yoga ist in aller Munde, jedoch wird der Begriff sehr unterschiedlich verstanden. Tatsächlich wissen wohl die wenigsten, dass Yoga nur zu einem Geringen Teil aus Körperübungen besteht. Yoga ist wie z.B. das Wort „Gott“ äusserst mehrdeutig, über die Definition des Wortes „Gott“ streiten sich die Menschen seit anbeginn der Zeit. Es gibt vielerlei Worte unter denen die Menschen höchst unterschiedliche Dinge verstehen können, daher ist es wichtig Begriffe genau zu klären.

Ziel des Yoga ist, die unmittelbare Erkenntnis der Wirklichkeit zu erlangen, daher ist es wichtig Begriffe und Konzepte im richtigen Geist zu verstehen. Es geht nicht um Wellness oder Beschwerdefreiheit, auch nicht um Verrenkungen und Om-Singen, sondern darum zu sich Selbst zu kommen. Dieses „Selbst“ welches wir durch das Yoga erkennen, erleben und entfalten wollen liegt jenseits des persönlichen, alltäglichen und wahrnehmbaren, daher ist es schwierig zu verstehen.

Wie so viele alte Wissenschaften und Künste wurde auch das Yoga durch den Wahnsinn der modernen Welt verändert und auf seine Klischees reduziert. Der zutiefst spirituelle Kern wurde im Laufe der Zeit durch ein oberflächliches Verständnis verwässert und durch egogesteuertes Denken manipuliertund dadurch verflacht. Es ist daher wichtig den Begriff und die Methodik genauer zu analysieren um sich dem Kern zu nähern und das Ziel anzuvisieren.

„Yoga definiert sich als eine Wissenschaft – das heißt, als eine praktische, methodische und systematische Disziplin oder eine Reihe von Techniken, die das hohe Ziel haben, den Menschen zu helfen, sich ihrer tiefsten Natur bewusst zu werden.“ Swami J

Bedeutung von „Yoga“?

Das Wort hat verschiedene Bedeutungsebenen, zunächst können wir es einfach wie folgt definieren:

„Yoga ist ein uraltes, ganzheitliches Übungssystem zur Entwicklung von Körper, Geist und Seele.“

Aber üblicher Weise werden je nach Zusammenhang verschiedene Aspekte gemeint.

Yoga ist:

  • ein Zustand den es zu erreichen gilt, und
  • die Methode die uns zu diesem Zustand führen soll.

Also es ist sowohl der Weg als auch das Ziel. In diesem Sinne kann man das Zitat  „Der Weg ist Das Ziel“ auch verstehen.

Die meisten Menschen vestehen unter dem Wort nur die Körperübungen, also was man als korrekter Weise als HathaYoga bezeichnet. Aber wie gesagt geht um weit mehr, als bloße Körperübungen!

Etymologie des Wortes Yoga

Etymologisch gesehen kommt das Wort von der Sanskrit Silbe „Juy“ oder „Jug“, „Jugit“ was soviel bedeutet wie „Joch“ also das „Anschirren“ oder „Einspannen“ und auch einen ähnlichen Wortstamm aufweist.  Auch das Englische Wort „Yoke“ und das Lateinische „jugum“ haben die Selbe Herkunft und Bedeutung, schliesslich gehören Englisch und Latein ebenso wie Sanskrit und Deutsch zu den Indogermanischen Sprachen.

Nach dieseer Definition ist dann Yoga das Joch, also das Geschirr mit dem Kutsche und Pferde verbunden werden, so ergeben sic

Yoga Asket im Wald

h für das Wort in diesem Sinne zweierlei Bedeutungsebenen:

  1. „Vereinen“ …der Zugtiere unter einem Joch.
  2. „Beherrschen“ …wie die Zugtiere unter dem Joch.

Und so können wir dieses übertragen auf die spirituelle Ebene:

  1.  „Einheit, Harmonie, Verbindung, Vereinigen“ – des Individuums mit Gott
  2. „Herrschaft, Kontrolle, Unterjochen“  – der Materie unter das Geistliche.

Ersteres entspricht auch der Bedeutung des Wortes Religion: „Religare: Zurück- (ver)binden”

Laut dem großen Sanskrit-Grammatiker aus dem 6. Jahrhundert Pāṇini, kann der Begriff „Yoga“ von zwei Wurzeln abgeleitet werden:

  1. Yujir-Yoga – zum Joch
  2. Yuj-Samadhau – zu konzentrieren

Im Kontext der Sutras von Patanjali wird die Wurzel „yuj samādhau“ von traditionellen Kommentatoren als korrekte Herleitung betrachtet. In Übereinstimmung mit Pāṇini schrieb Vyasa im ersten Kommentar der Sutren, dass Yoga Samādhi bedeutet. Wobei sich natürlich Begriffe im Laufe der Zeit wandeln und mit „Samadhi“ verschiedenes gemeint ist.

Ursprünge des Wortes

Dieses Bild vom Joch und dem Gespann kommt aus einer Metapher aus der Katha-Upanishade:

„Erkenne das Selbst als den Herrn der Kutsche. Der Körper ist der Wagen, der Intellekt der Wagenlenker und das Denken die Zügel. Die Sinne sind die Pferde, die Objekte die Wege.“ 1.3.3.

Aus dem selben Text stammt auch diese schöne Definition des Wortes:

„Wenn die fünf Sinne mit dem Denken zur Ruhe kommen und auch der Geist stillsteht, das nennen sie die höchste Stufe. Diese ruhige Beherrschung der Sinne, darunter versteht man Yoga.“

Die erste (schriftlich nachweisbare) Definition des Wortes Yoga, bzw. der älteste Text in dem das Wort als solches auftaucht, ist die Taittiriya-Upanishade II.4, wo es heißt,

„dass Yoga verbindet Glaube, Gerechtigkeit, Wahrheit und Macht miteinander“

also auch hier wieder die „Verbindung“- wie ein Joch.

Das erste evaluierte Yoga-System taucht dann wohl erst später in der Svetasvatara Upanishade auf, in dieser ist viel vom „Feuer des Yoga“ die Rede. Ausserdem werden dann in der Maitri Upanishade konkrete Übungen und ein 6-Gliedriges System ähnlich dem Ashtanga beschrieben.

Mit dem Wort ist auch sehr häufig eines der sechs Darshanas gemeint, also die klassischen Sichtweisen des orthodoxen Hinduismus. Diese Einteilung ist aber weit später entstanden, als die o.g. Upanishaden. In dem Zusammenhang bezieht sich Yoga auf die Sutras des Patanjali, der letztlich verschiedene philosophische Konzepte (Samkhya, Buddhismus, Vedanta…) zu RajaYoga zusammenführt.

Patanjali definiert das Yoga wie folgt:

yogaś-citta-vṛtti-nirodhaḥ

Yoga ist das zur Ruhe bringen der Gedankenwellen im Geiste.”

Aber der Begriff als ganzes meint eben noch mehr als nur das Erreichen der Ruhe im Geiste. Ausserdem impliziert dieser Vers einzeln betrachtet meines erachtens nach, dass man willentlich Ruhe im Geist erzeugen kann. Das ist aber „nur“ das Ziel und keinesfalls der Weg des Yoga. Im nächsten Vers wird es sicher klarer, ich denke die beiden gehören zusammen:

tadā draṣṭuḥ svarūpe-’vasthānam

„Dann ruht der Sehende in seinem wahren Selbst.”

Also Ziel des Yoga ist zu erkennen, das der Wahrnehmende und das Selbst eins sind. Also ist die Bedeutung von Yoga: Erkennen, dass alles Eins ist!

Yoga in der Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita gilt als weiterer wichtiger Quelltext und es taucht tatsächlich fast 100 mal das Wort „Yoga“ in den 700 Versen auf. Unter diesen Versen sind einige, die uns helfen können die Vielfalt des Begriffes noch weiter verstehen zu können, so z.B. die folgenden:

2.48 „Ausgeglichenheit des Geistes heißt Yoga

2.50 „Yoga ist Geschick im Handeln“

6.2 „Yoga ist das, was man Entsagung nennt“

6.23 „Möge dies den Namen Yoga tragen, das aufhören des Einsseins mit dem Schmerz.“

Aber auch innerhalb eines so alten und wichtigen Textes wie der Bhagavad Gita wird das Wort offenbar für verschiedene Zwecke verwendet. So wird in vielen alten Texten, genau wie in der Verwendung des Begriffes heutzutage deutlich, dass verschiedenes mit dem selben Wort gemeint sein kann.

Das Mahabharata über Yoga

Eine der größten und sicherlich tiefsinnigsten Epen der Menschheit ist das Mahabharata. Die Bhagavad Gita ist ein kleiner Teil der 12 Bücher des Mahabharata und es wird einiges über Yoga in diesem Text vermittelt.

Hier zwei Zitate aus dem 12. Buch „Shanti Parva“:

„Nun höre, wie ich auch die Praxis des Yoga dazu erkläre. Die Einheit von Vernunft, Denken und allen Sinnen mit dem alldurchdringenden Selbst gilt als Höchste Erkenntnis. Diese Erkenntnis sollte in der Stille gesucht werden, indem man die Sinne zügelt, die innere Sicht auf das Selbst richtet, durch Güte, Wahrheit und Reinheit“

„Doch höre nun auch über das größte Hindernis auf dem Yoga Weg. Es sind die besonderen Kräfte, welche durch den Yoga wachsen. Nur wer auch diese überwindet, kann Befreiung erreichen. Damit habe ich dir das rechte Verhalten auf dem Weg zur Erkenntnis erklärt. So kann man alles Gegensätzliche überwinden und das Brahman finden.“

Hier noch einige Links zum Thema Yoga:

Video über die Yogawege

Im kurzen Film erläutere ich die verschiedenen Wege des Yoga

Advaita Vedanta als Überbau der Yoga Philosophie

JnanaYoga ist der Weg der Erkenntnis bzw. des Wissens und es befasst sich mit der Lehre des Advaita Vedanta. Im Advaita Vedanta geht es darum, dass wir uns mit den Aussagen der Meister über die Wirklichkeit beschäftigen, bzw. über die heiligen Texte reflektieren die unmittelbar die absolute Wahrheit beschreiben. Es wird gesagt, dass diese Welt wie wir sie wahrnehmen unwirklich ist, weil sie veränderlich ist. Und das Einzige, was wirklich ist, weil es unveränderlich ist, ist das reine Bewusstsein. Dieses „eine ohne ein zweites“ gilt es mit dem ganzen Wesen unumstößlich zu erkennen. Wir versuchen uns von allen unseren Konzepten und Vorstellungen, Identifizierungen und Verhaftungen zu lösen, um mehr und mehr zu erkennen, was der Urgrund des Universums ist.

Im Bhakti Yoga haben wir eine Trennung: Ich bin der demütige Diener und alles, was von mir erfahren wird, ist Gott. Im Advaita Vedanta sagen wir: Ich und Gott sind eins. Also wir haben grammatikalisch gesehen im Bhakti Yoga Gott als 2.Person und im Advaita Vedanta Gott als 1.Person. Man kann sagen, dass wir in den anderen Yoga Wegen Gott in der 3.Person betrachten, auf dessen Gnade wir hoffen.

Wer bin ich?

Also das, was ich jenseits aller Illusion in Wirklichkeit bin, der Urgrund meiner Seele ist eins mit dem großen Ganzen und daher eins mit Gott. Jetzt ist es aber so, dass wir erst mal identifiziert sind mit unseren Vorstellungen und es äusserst schwierig ist darüber hinaus zu wachsen. Wir glauben: Ich bin der Körper, ich bin soundso, ich definiere mich über das, was ich besitze und was ich arbeite und so weiter. Darum geht es nicht, denn es ist veränderlich und vergänglich, sondern es geht darum zu erkennen, was ich wirklich bin und das ist ewig und nicht wandelbar. Also die Frage, wer ich bin, zu ergründen, zu erkennen, was der Urgrund meiner Seele ist, was mein wahres Selbst ist. Advaita Vedanta wirkt erst mal sehr kopflastig, weil hoch philosophisch. Es geht aber darum, das Kopflastige zu überwinden, also die Muster und Programme zu überwinden und zu erkennen, was jenseits dessen liegt.

Advaita Vedanta geschieht letztlich in vier Schritten. Das Erste ist hören,  ihr nehmt sozusagen die „höchste Weisheit“ auf, auch wenn ihr lest. Das Zweite ist, darüber nachzudenken, das hoffe ich, dass das dann auch passiert. Und das Nächste ist dann das Meditieren darüber und als Viertes kommt das Verwirklichen. Das ist eine Methodik im Advaita Vedanta, um nach und nach das wahre Selbst zu erkennen. Also hören oder lesen, dann darüber nachdenken und reflektieren, um dann in der Meditation zu erkennen.

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